Du hast mein volles Mitgefühl: Mein Vater (übrigens gertenschlank und sehr sportlich) war auch so ein unverbesserlicher Hundefütterer. Die Viecher brauchten ihn bloß "so anzusehen", schon flossen die Spenden - frag mich bitte nicht, was für ungeheure Kräche wir deshalb über die Jahre hatten.
Alles Erklären, Bitten, Betteln & Wüten blieb schon deshalb vollkommen vergeblich, weil keiner unserer Hunde je dick wurde, da Vatern ausgiebig mit ihnen joggte, und gesund waren sie auch. Das Hauptproblem war erst diese ewige, entnervende Bettelei, und später die Tatsache, daß er sich vom Füttern nicht mal dadurch abhalten ließ, wenn der empfindliche Hund hinterher kotzte/Durchfall kriegte. Das passierte nämlich erst nach dem Besuch, war also meine Sache....
Die Krise gab's dann, als mein vorheriger Hund stoffwechselkrank wurde, auf lebenslange Radikaldiät mußte, krankheitsbedingten Dauerhunger schob und Herrchen entsprechend verzweifelt anbettelte. Endete damit, daß mein Vater den Hund nicht mehr zu sich nehmen konnte, weil er das Gebettel, das er selbst angezettelt hatte, schlichtweg nicht ertrug.
Für ihn extrem bitter, weil er so an den Hunden hängt - und erst DAS war die Erfahrung, aus der er gelernt hat: Wenn er meine jetzige Hündin zum Spazierengehen abholt, gebe ich ein paar Leckerchen mit, mit denen beide Spaß haben, ansonsten ist Füttern tabu. Inzwischen hat er auch selbst gemerkt, wie viel entspannter ein nicht dauerbettelnder Hund ist, und so war selbst beim Weihnachtsbesuch endlich Friede auf Erden. Natürlich bin ich dann im Gegenzug auch nicht dogmatisch, und er darf dem Hund bei solchen Besuchen gern was geben - aber eben nicht mehr alles und dauernd und auf jeden Augenkontakt. Ich hätte es nicht mehr für möglich gehalten, aber: jetzt kommen wir tatsächlich klar.
Also bleib einfach dran und laß dich nicht entmutigen - wir haben schließlich auch bloß 38 Jahre und fünf Hunde gebraucht, und das Problem in den Griff zu kriegen....