Beiträge von terriers4me

    Schon bewunderswert - sowas würde ich mir mit einem auf Selbständigkeit gezogenen Jagdhund nicht zutrauen.

    Für Miss "Deutschland sucht den Superjäger" ist das so etwa der äußerste Radius, im dem sie sich frei bewegen darf. Da funktioniert die "unsichtbare Leine" noch zuverlässig. Sieht man hier ganz gut: bleib ich stehen, dreht sie sich promt um und "fragt", ob jetzt was anliegt:

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    In dieser Entfernung ist es auch überhaupt kein Problem, daß in dem hohen Streifen jenseits des Stoppelfeldes regelmäßig Wild steht - noch ist der Hund ja "bei mir". Würde ich sie aber bis zum Feldrand vorlaufen lassen, würde sie sich mit Sicherheit so frei fühlen, daß sie selbst entscheiden kann, und wenn dann da wirklich ein Reh abginge, wär sie weg. Sowas ist uns (*klopfaufholz*) zum Glück erst zweimal in dreieinhalb Jahren passiert, wäre aber bei Unaufmerksamkeit meinerseits jederzeit drin. Insofern bewundere ich die Collies schon sehr!

    Nö - das "nur Positiv" war auf den generellen Trend bezogen: Ich steh bei all solchen Threads immer ganz fassungslos bewundernd davor, wie viele User erzählen, ihre Jäger nur auf die nette Tour stoppen zu können.

    Das ist mir, ehrlich gesagt, noch bei keinem Hund geglückt. Auch beim Bravsten kam irgendwann mal der Punkt, wo er auf alles gepfiffen hat, weil der Jagdreiz stärker war - und da bin ich dann nur noch mit einem sehr unmißverständlichen "so nicht!" weitergekommen.

    Bei so viel Nur-Positiv steh ich dann mal dazu, daß ich hier auch knallhart negativ gearbeitet habe: Ich hab die durchstartende Halbwüchsige im Ansatz per Wurfkette und hartem verbalem Tadel gestoppt. Da mein Terrier sehr weich ist, reichten da wenige Wiederholungen. Natürlich nur zusätzlich zum Üben & Loben-Normalprogramm und der Möglichkeit, gefahrlos zu "jagen": Fährtenschnüffeln bis zum Abruf, Belohnung fürs Anzeigen, Buddeln bis zum Abwinken...und so weiter.

    Alles zusammen hat soweit Erfolg gehabt, daß ich den Terrier freilaufend gut kontrollieren kann, solange ich konzentriert bei der Sache bin, was mein Hund ja auch von mir erwarten darf. Bespaßung draußen gibt's eh nicht, höchstens mal ein paar Übungen a la Ablegen, Hinsetzen auf Distanz, und natürlich das heißgeliebte, hochbelohnte Blitzschnell-Ranrasen auf Pfiff.

    Ansonsten darf der Hund völlig seinen Hundehobbys nachgehen, und ich gebe den Rahmen vor. Klappt sehr gut - und mehr "Selbstverleugnung" verlange ich von einem Vollblutjäger nicht. Im Zweifelsfall wird eben angeleint.

    Ich würde mal annehmen ,daß die Hündin schlichtweg erwachsen ist und keine Lust mehr auf Fremde hat - DAS, und nicht das ständige "Spielen" mit allem, was des Weges kommt, ist ja eigentlich das normale Erwachsenen-Verhalten.

    Wär's meine Hündin, würde ich ihren Hinweis ernstnehmen ihr die sicher gutgemeinten Kontakte einfach in Zukunft ersparen. Meine erste Hündin war ganz genauso - da wurden andere Hunde kurz gegrüßt, und sie ging ihrer Wege und ihren Erwachsenen-Interessen nach. Da wäre ich nie auf die Idee gekommen, sie zwangszusozialisieren. Pöbeln und Attackieren waren tabu, aber wenn sie ansonsten ihre Ruhe haben wollte, war das ihr gutes Recht.

    Schon ein bißchen schräg, daß man das überhaupt sagen muß, aber: Lach doch einfach mal herzhaft drüber, daß dich großen, erwachsenen, vernunftbegabten Menschen eine solche vierpfotige, wackelzahnige Halbportion schon so dermaßen an den Rand bringt - das IST nämlich total komisch! Und je öfter du das erkennst, desto weniger ist mit Welpenblues.

    Eigentlich muß man doch eh ununterbrochen grinsen, wenn man die Viecher ansieht - ob sie nun rundum zufrieden zurückgrinsen:

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    (Vielleicht sollte ich erwähnen ,daß das Hündchen da nur zufällig ein Blatt kaut? Normalerweise hatte sie viel lieber fette Nacktschnecken in den Backentaschen, die sie mir nach dem Kauen gern mal ins Wohnzimmer/auf die Füße/genau in den Eingang spuckte...)


    ...oder ob sie mit demselben unbedingten Einsatzwillen Mist bauen, mit dem sie dir auch im Büro jederzeit zur Seite stehen (einen gründlicher ausgeräumten Papierkorb habe ich noch nie gehabt!) - unwiderstehlich komisch ist das doch eigentlich immer:

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    ...und nicht zuletzt: Du WOLLTEST einen Welpen, oder? Also mach dich locker und hab Spaß dran - wozu sonst der ganze Aufstand?

    Wir hatten das Glück, daß der Zwerg den Unterschied zwischen "drinnen" und "draußen" schon mit achteinhalb Wochen so gut kannte, daß er ihn auch im neuen Zuhause sofort umsetzte. Also eigentlich das Verdienst der Züchterin, bei der die Kleinen auf der Tenne gewohnt und bei schönem Wetter freien Gartenzugang gehabt hatten. Das ging dann auch hier mit meiner Unterstützung weiter richtig gut.

    Sprich: Nach Fressen, Schlafen & wild spielen habe ich die Kleine ohnehin regelmäßig vor die Tür in den Garten gesetzt, das Standard-Welpenprogramm also. Wenn sie selbst rechtzeitig merkte, daß sie mußte, lief sie aber von Anfang an Richtung Tür und fiepte sogar davor. Am Anfang hatten wir so schönes Wetter, daß die Haustür oft offen stehen konnte, und da ging dann wirklich so gut wie gar nichts mehr ins Haus. Daß sie dann draußen erstmal noch ein bißchen rumtrödeln mußte, war schon klar, aber sie war wirklich erstaunlich zuverlässig für so einen Zwerg.

    Echte Schwierigkeiten gab es erst, als sie vier Monate alt war und es draußen ungemütlich wurde. Da hat sie aber auch nicht etwa angefangen, regellos in der Gegend rumzupinkeln, sondern schlich ganz diskret (und mit bemerkenswerter Blasenkontrolle!) in unbeobachteten Momenten die Treppe hoch, um oben auf den Bettvorleger zu pinkeln...

    *hüstel* Ich bin immer wieder leicht fassungslos, wenn ich hier mitkriege, was für ein Aufstand um einen Welpen gemacht wird - so einen verbissenen Fulltime-Job haben wir nicht mal aus einem ganzen Wurf gemacht.

    Die allererste Zeit zuhause zu bleiben und bevorzugt mit Welpe auf dem Wochenmarkt einzukaufen, finde ich nicht weiter schlimm - ich schaff mir den Zwerg ja gerade an, weil es mir so viel Freude macht, dabeizusein, wenn er alles erobert.

    Ansonsten hieß es hier einfach: Welpe zieht ein, Leben geht weiter, Welpe fügt sich ein. Mußte es auch, da ich zuhause arbeite und "Welpe" als Ausrede für Verzögerungen nicht wirklich gut gekommen wäre. Daß die Badezimmertür zeitweise geschlossen bleibt und ich auch mal allein zum Briefkasten/in den Keller gehe, hat das Hundi binnen weniger Tage kapiert, ebenso, daß Dauerbespaßung nun mal nicht stattfindet.

    Daß es dabei auch mal ein bißchen Gefiepe gab, so what? Auch durch eine geschlossene Tür kann man mit dem Kleinen reden, und sobald klar war, daß ich immer wiederkam, war eh der schöne Kaukram wichtiger. Nach einer Woche hatte sich die Lütte ohnehin einen Platz in zentraler Lage gesichert, behielt von da aus alles im Haus bequem im Auge und war's zufrieden:

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    An irgendwelche Fünfminutenregeln haben wir uns draußen nie gehalten, sondern waren nach Lust, Laune & Tagesform unterwegs, das Hündchen im Zweifelsfall gemütlich in der Jacke. Kaputtgebissen wurde nur Erlaubtes, das allerdings in rauhen Mengen, und prinzipiell stubenrein und durchschlafend war der Mini tatsächlich von Anfang an. Da hatten wir echt Glück, der vielmehr: eine tolle Kinderstube. Gelegentliche Ausrutscher finde ich normal, und der Umgang mit dem Zwerg hat ohnehin jedes bißchen Streß aufgewogen.

    Ich hab auch bei diesem Welpen wieder jeden Moment genossen und fand die Zeit viel, viel zu schnell vorbei. Gemessen an einem ganzen Hundeleben ist das ja wirklich fast nichts - leider.

    Nachdem es hier über die Festtage eindeutig zuviel vom selbstgemachten Kartoffelbrei der Marke "Terriertraum" (mit Sahne plus Bratensoße!!!) abgab und die kleine Kastratin ruckzuck ein Pfund zugelegt hat, fängt das Jahr richtig böse an: Gestern gab's garnix, heute ein gutes Stück rohen Rinderkehlkopf, damit das Essen wenigstens ein bißchen dauert, und ab morgen gibt's erstmal nur noch die sprichwörtliche Hälfte mit reichlich Gemüse, bis der Weihnachtsspeck wieder runter ist. Hundeleben!

    Auch von hier erstmal alles Gute. Ich kann deine Panik durchaus nachvollziehen, seit ich vor ein paar Jahren plötzlich mit einem blinden, stoffwechselkranken Hund dastand - da sieht alles erstmal richtig, richtig schwarz aus!

    Aber: Es geht meist doch, besser als man im ersten Schrecken denkt. Meine Hündin war durch die Kastration an SARDS (oder SARD) erkrankt, einem Krankheitskomplex, der oft auch mit Cushing zusammenhängt. Cushing ließ sich bei ihr ausschließen, stubenrein blieb sie zum Glück auch, aber die Probleme waren schon ähnlich: man steht alleine mit einer ziemlich unbekannten Krankheit da.

    An deiner Stelle würde ich jetzt alles, was ich aufbringen kann, erstmal in eine vernünftige Diagnose stecken, und mir damit als nächstes einen ebenso vernünftigen Haustierarzt suchen. Also jemanden ,der dir zwar gern dabei beisteht, deinem chronisch kranken, blinden Hund ein möglichst gutes Leben zu bieten, aber die Kirche im Dorf läßt. Dich also nicht dazu zu drängen versucht, das Tier wieder & wieder durch irgendwelche Diagnose-Mühlen zu schicken und um buchstäblich jeden Preis alles zu machen. Das hätte ich meiner Blinden schon wg. Streß nicht mehr zugemutet, und unsere TÄ sah das genauso.

    Wir hatten dann Glück im Unglück, und meine Hündin hielt sich mit einer strengen Diät, Hilfe für die Leber und regelmäßigen Blutbildkontrollen noch fast zwei Jahre lang sehr gut, und entsprechend blieben die Kosten im Rahmen. Extra kam da nur das Caniconcept Senior wg. krankheitsbedingten Eisenmangels und alle 6-8 Wochen, später alle 3 Monate ein Blutbild. Das war letztlich deutlich weniger, als ich zunächst gefürchtet hatte.

    Cushing kommt da sicher teurer - sollte aber bei einem kleinen Hund auch kein Grund zur Panik sein. Das nötige Medikament läßt sich relativ günstig besorgen. Ich hab ein Cushing-Pony und zahle fürs Pergolid nur roundabout 40 Euro pro Monat. Für einen kleinen Hund solltest du das stemmen können - auch da wäre ein kooperativer TA Gold wert.


    Ich denke, das wirst du alles hinkriegen, sobald du den ersten Schock hinter dir hast - und wünsche euch alles Gute!