Beiträge von terriers4me

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    Zitat

    Wer seinen Hunden die Krallen schneiden muss, sollte sich mal Gedanken über den Auslauf machen"

    Gedanken um die Rasse wäre passender: bei vielen Arbeitshunden gehört ein stärkeres Krallenwachstum zu den züchterisch gewünschten Eigenschaften - was nutzt dir zum Beispiel ein Terrier, der seinen Erdhunde-Job nicht mehr machen kann, weil er sich die Krallen ständig blutig kratzt?

    Bei meinem Russel wachsen die Krallen so stark, daß monatliches Schneiden auf dem Zettel steht - sonst ist die Gefahr zu groß, daß sie sich bei einer ihrer Renn-Eskapaden eine Kralle verletzt.

    Wir haben also das leidige Schneiden sehr selbstverständlich ins Programm aufgenommen, schon beim Welpen die Spitzen vorsichtig mit einer Nagelschere, erst nur eine oder zwei, dann alle, später mit der Zange ebenso.

    Wenn ihr beiden, dein Hund und du, schon gleichermaßen Schiß habt, und sie nur auf das Zusammenquetschen und das Knipsgeräusch reagiert, würde ich einfach eine Feile nehmen und die Nägel vorsichtig und einzeln runterfeilen, statt der ganzen Sache mit Dauerüben einen Panik-Status zu geben ,die sie nicht verdient.

    Ich denke auch, du hast eine Entscheidung FÜR, nicht etwa gegen die Hündin getroffen - ganz großen Respekt dafür!

    Wenn sie es so gut trifft, wie es klingt, spricht in meinen Augen nichts dagegen, sie nach einer Eingewöhnungsphase zu besuchen, wenn es DIR nicht allzuviel ausmacht. Meine erste Hündin ist fast drei Jahre zwischen ihrem alten und ihrem neuen Zuhause "gependelt", weil sie von Freunden kam und wir nicht nur täglich mit der ganzen Sippe spazierengingen, sondern auch regelmäßig gegenseitig eingehütet haben.

    Das war nie ein Problem: alle drei Hunde haben sich über jeden von uns gefreut, abe res gab nie Verwachslungen. Sie wußten im Zweifelsfall ganz genau, mit wem sie nachhause gingen. Hunde sind da deutlich unkomplizierter als wir.

    Vielleicht kann ich dir das aus Erfahrung ein bißchen weiterhelfen: Ich hab's nämlich gemacht.

    Ich hab vor dreißig Jahren plus (verjährt!) meine Mischlingshündin decken lassen, nachdem mir 1.) ein Tierarzt, immerhin Hochschulprofessor, erklärt hatte, das helfe garantiert gegen ihre schweren Scheinschwangerschaften, 2.) mehrere ernsthafte Interessenten für ihre Welpen da waren, weil meine Hündin doch SO ein toller Hund war , und mir das 3.) selbst so wichtig war: Sie war ein perfekter Hund (das sehe ich auch heute noch so), und das wollte ich festhalten. Unbedingt - so wie du deine tolle Hündin reproduzieren möchtest.

    Was wir dann bekamen, waren drei Welpen, und ein Muster dafür, wie Vererbung funktioniert: nämlich bei Mischlingen wie in der Lotterie. Die Welpen hätten unterschiedlicher weder aussehen noch charakterlich ausfallen können. Und keiner war seiner Mutter auch nur entfernt ähnlich. Dem Vater übrigens auch nicht. Und, um noch eine Generation zurückzugehen: Meine Hündin selbst war ein Zufallstreffer aus zwei Mixen - und ähnelte ebenfalls keinem der Elterntiere, die ich beide gut gekannt habe, auch nur im geringsten.

    Wir hatten das Glück, daß unser Trio damals, vor der großen Hundeschwemme, prima Plätze fand, insofern bereue ich's auch nicht - aber der Zahn, daß man einen tollen Mix, also einen genetischen Zufallstreffer, "reproduzieren" kann, war mir nach dieser Erfahrung gezogen. Das funktioniert schlichtweg nicht, weil's nicht funktionieren kann.

    Wenn du wirklich gezielt züchten, also etwas Wertvolles bewahren und weitergeben möchtest, sind sorgfältig über Generationen auf ihr speziellen Qualitäten ausgesuchten Elterntiere das A und O, und selbst dann spielt der Zufall noch eine reizvolle Rolle. Aber die Chance, zu bekommen, was du möchtest, ist zumindest maximal - bei Zufalls-Mixen ist sie dicht an null. Das ist reines Roulette - und ob du das auf Kosten der Welpen riskieren möchtest, ist eine Frage, die nur du selbst beantworten kannst.

    Mir geht das Zeug schon mal schwerst auf die Nerven - schon daher gibt's in diesem Haushalt keins.

    Außerdem - hab ich, glaube ich, hier schon mehrmals geschrieben - habe ich zusammen mit einer Freundin mal ein panisches Wochenende damit verbracht, ihren großen jungen Hund mit Sauerkraut buchstäblich zu stopfen wie eine Mastgans, weil der Bursche gleich mehrere Quietschespielzeuge ruckzuck zerlegt & die Quietschen und reichlich Plastikteile geschluckt hatte. Hätte das Sauerkraut nicht geholfen, hätte er aufgemacht werden müssen. Auch sowas muß ich nie wieder haben.

    Verträgt er selbstgemachtes Kartoffelpüree?

    Das war bei uns nach diesem scheußlichen EHEC-Schub erstmal das einzige, was im Hund blieb, sogar noch vor Haferschleim. Darin ließen sich dann nach und nach auch Fleisch und Fett wieder "verpacken". Von purem Fett im Futter hat sie noch länger gek***, aber mit Kartoffelbrei plus Pansen grün war ziemlich schnell wieder Fleisch auf dem kleinen Skelett - allerdings war der Hund auch noch nicht alt.

    Auf jeden Fall ein kräftiges Pfotendrücken für unseren Lieblings-Foren-Senior!

    Ich weiß ja nicht, wie deine Hunde-Bekanntschaft aussieht, aber: wenn du auch irgendwo einen souveränen erwachsenen Rüden auftreiben kannst, der deinen Welpen regelmäßig "bevatert", ist das so ziemlich das Beste, was du für ihn tun kannst.

    Viele Rüden lieben sowas und haben ein ausgeprägtes Pädagogen-Gen - in einem Rudel (*ggg*) ist es ja auch so, daß der Vater irgendwann den Nachwuchs übernimmt und erzieht, und viele Hunderüden lieben das total. Nicht alle natürlich, aber durchgängig sind Rüden sehr, sehr viel aufgeschlossener fremden Welpen gegenüber als erwachsene Hündinnen.

    Sowas ist wirklich grandios für den Welpen: da spielt nicht nur jemand geduldig mit ihm, sondern erklärt ihm vor allem in seiner eigenen Sprache die Welt, lehrt ihn perfektes "Hündisch" samt guten Manieren und zeigt ihm auch mal, wie weit er gehen darf und wie weit eben nicht.

    ...und, nicht zu vergessen: Das Zusehen macht immer wieder Riesenspaß!

    Zitat

    Der Trainer sagte nie etwas von "Sei dominant", sondern viel mehr "schön, dein Welpe akzeptiert dich als Rudelführer und orientiert sich an dir."

    Stimmt, das kam erst wirklich anders an - DAMIT hat er natürlich völlig recht!

    Und ob er das nun "Rudelführer" nennt oder sonstwie, wär mir persönlich(!) wurscht. Ich weiß, daß die Experten hier es anders sehen ,aber solange die passende Bezeichung noch nicht erfunden ist, sehe ich's nicht weiter eng. Hauptsache, der Hund weiß, was gemeint ist und orientiert sich eben wirklich an mir.

    Danke schön - meiner ist aber nur der Zwerg.
    Der große schwarze König gehört Freunden, den haben wir regelmäßig als Erzieher eingespannt, weil souveräne Rüden sowas so toll hinkriegen.
    Für das inzwischen erwachsene Fräulein Terrier ist er auch heute noch eine Mischung aus Rudelführer, Übervater und Popstar - einfach das tollste Lebewesen der Welt!