Beiträge von terriers4me

    Sei froh, daß das nicht mein Kind war: Da hätte dein Hund eine wirklich gepfefferte Ansage kassiert! Sowas geht ÜBERHAUPT nicht - zahlen müssen für sowas nämlich grundsätzlich alle Hundebesitzer, und da hört der Spaß echt auf. Eine höfliche Entschuldigung von dir wäre da ja wohl das Mindeste gewesen: Mutter und Kind haben nämlich, im Gegensatz zu zu dir, keinen Fehler gemacht. DU bist für deinen Hund verantwortlich, niemand sonst!

    Mein Bruder hatte früher - vor vielen Jahren - sehr Angst vor Hunden, und so witzig, wie viele Halter das zu finden scheinen, ist das für ein Kind absolut nicht. Daß dein sehr kleiner Hund in diesem Fall, erstmal ein Stück von dir weggelaufen, ebenfalls leicht hätte zu Schaden kommen können, scheint dir ja generell eher wurscht zu sein.

    Denk dran, daß Pinkeln aus Welpensicht immer auch "gefährlich" ist: der Kleine "weiß" instinktiv, daß sein Geruch Freßfeinde anziehen könnte. Das ist der Grund, aus dem ein Welpe normalerweise nur in Situationen pinkelt, in denen er sich ganz entspannt und sicher fühlt. Bei einen der, wie eurer, von der großen weiten Welt ja noch nichts kennenlernen durfte und garantiert auch keine Mutterhündin hatte, die ihm zeigen konnte, daß Schlafplatz nicht gleich Toilette ist, kommt da im Moment eben nur das engste Zuhause in Frage. Da frißt einen wenigstens keiner!

    Draußen ist er viel zu angespannt. Da er sich aber - siehe oben - dort zum Pinkeln zu unsicher fühlt, hält er angespannt ein (das kann er in engen Grenzen auch schon in diesem Alter), bis er endlich das rettende Zuhause erreicht hat - und da wird dann erleichtert losgepinkelt, was die Blase nur hergibt. Ich hatte mal einen bei einem sehr alten Herrn auf dem Hof großgewordenen Fünfmonatsjunghund, der das ganz ähnlich sah: total stubenrein, aber nur der Garten war das Klo. Unbedingt.

    Was für euch ansteht, ist also klar: Ihr müßt dem Zwerg jetzt mit ganz viel Zeit, Ruhe und Routine vermitteln, daß es draußen genauso ungefährlich ist wie drinnen, er also auch da unbesorgt pinkeln und koten kann. Das heißt konkret: Ganz langsame, ruhige Trödel- und Schnüffelspaziergänge zu möglichst immer demselben, sehr ruhigen Platz, etwa einem Stück Gras hinter Büschen. Da steht (am besten sogar sitzt) ihr dann wie die verkörperte Langeweile rum, bis es sogar dem Lütten langweilig wird und er sich genug entspannt, um sich lösen zu können. Was natürlich euer helles und freßbares Entzücken hervorruft! Das kann am Anfang dauern, klappt aber wirklich immer, weil ein Welpe eben noch nicht so unbegrenzt einhalten kann wie ein Großer.

    Also viel Geduld und viel Glück!

    Zitat

    ich gehe extra um 21.00 Uhr,
    ohne Leine an der Straße, wenn ich jedes Auto kommen hören kann.

    Dann werdet ihr wohl nicht mehr lange Probleme haben: so ein flitziger, reaktionsschneller Zwerg ist blitzschnell durchgestartet und weit weg, und ebenso blitzschnell plattgefahren. Da hat ein Autofahrer im Dunkeln ebensowenig Chance wie dein Hund.
    Die anderen haben leider recht: Mehr ist da tatsächlich nicht zu sagen.

    Ich glaube, wenn dein Rüde im Sozialverhalten in Ordnung ist und zu der Sorte gehört, die gern pädagogisch tätig wird, brauchst du dir überhaupt keine Sorgen zu machen. Dann wird er sich mit einem kleinen Welpen so situationsangepaßt und "verständig" verhalten, daß du staunst. Bei einer Hündin würde ich eher befürchten, daß ihr mal der Geduldsfaden reißt.

    Ich hab einen großen Schäferboxer kleine Welpen und Katzen perfekt mit aufziehen sehen, ohne daß es je ein Problem gab. Und meinen Achtwochen- Dreikiloterrier haben wir sofort Nachbars großem Schäfer vorgestellt. Hier siehst du die erste Begegnung, streng nach Hundeprotokoll:

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    Auch dieser dreijährige Rüde, der mit solchen Zwergen überhaupt keine Erfahrung hatte, hat sich auf Anhieb völlig passend verhalten: zum Spielen hat er sich regelmäßig hingelegt und die kleine Wilde so gleichzeitig eingeladen und sicher ausgebremst:

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    Heute, wo Fräulein Terrier längst erwachsen ist, ist der Schäfer immer noch der heiß geliebte, heiß verehrte "Vater" und Chef. Er setzt zwar schon seine volle Autorität ein, wenn die Kleine frech wird, aber nie seine Kraft. Sprich: viel Gebrüll, aber nie einen Kratzer.


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    Gefährlich wird es in so einer Konstellation höchstens dann, wenn der Halbstark-Zwerg draußen so wild tobt, daß die Großen kaum noch ausweichen können. Da wirst du schon aufpassen müssen, gerade bei einem langrückigen Dackel.

    Wegen der gesundheitlichen Probleme ist natürlich der Tierarzt zuständig, aber: Wieso um Gotteswillen stehst du nachts auf und schleppst dich & den vermutlich völlig verdatterten Welpen nach draußen? Da MUSS man als Mensch ja zwangsläufig kirre werden.

    Nimm die Kleine ins/dicht ans Bett, dann merkst du sofort, falls sie muß (normalerweise schlafen Welpen nachts schlicht und ergreifend durch!) und sieh zu, daß ihr beide vernünftig Schlaf kriegt. Dann sieht alles andere schon nicht mehr so kraß aus.

    Dasselbe mit dem Körbchen-Ding: Warum läßt du die Kleine denn nicht liegen, wo sie möchte, solange sie nix kaputtmacht oder in Gefahr ist? Vielleicht ist es ihr im Moment einfach zu warm in einem Korb, vielleicht möchte sie den Schlafplatz einfach mal wechseln - warum soll sie das denn nicht dürfen? Alleinbleiben klappt später übrigens auch besser, wenn der Hund einen Platz hat, den er wirklich mag.

    Setz euch beide einfach nicht so unter Druck. Du mußt mit dem Welpen nicht bei "Deutschland sucht die Supermutti" mitmachen - es ist einfach dein Hund, die sind normalerweise extrem anpassungsfähig und - willig, und du solltest sehen, wie ihr beide am entspanntesten klar kommt. Ihr habt alle Zeit der Welt.

    Regelmäßige Nachtwanderungen helfe da sicher nicht, sondern nagen höchstens an deinen Nerven und machen dir den Welpen auch noch wuschig. Also entspannt euch, und noch viel Freude an dem Zwerg!

    Natürlich nutzen Trost und auch Körperkontakt, sogar sehr.

    Meine plötzlich erblindete Hündin war die ersten Wochen - verständlicherweise - vor Angst völlig neben sich. Ohne Beruhigen und körperliche Zuwendung wie Auf den Schoß-Nehmen hätte sie wohl die "natürliche" Lösung gewählt: Sie hätte sich verkrochen und wäre weggestorben. Mit viel Gutzureden ließ sie sich dagegen Stück für Stück beruhigen und aus ihrer Angst regelrecht "rausziehen".

    Es muß allerdings - nicht nur bei Blinden! - Zuwendung von der Sorte "Ich bin bei dir, ich hab überhaupt keine Angst, also passiert dir auch nichts" sein.
    NICHT "Oh mein Gott, du aaaaarmes Schnuckelchen, ich leide ja so furchtbar mit dir". Sowas zieht tatsächlich nur weiter runter, weil der Hund ganz logisch schlußfolgert, wie gerechtfertig seine Panik sein muß, wenn sogar sein Mensch dermaßen rumwinselt. Musterbeispiele dafür gibt's in jedem TA-Wartezimmer, wenn Mensch und Hund um die Wette schlottern, während der Hund mit bebender Stimme "getröstet" wird.

    Aber wenn man das Beruhigen halbwegs "positiv" auf die Reihe kriegt, was nicht allzuschwer ist (wir selbst haben ja keine Angst vor Gewitter oder TA!), ist das bei vielen Hunden schon sehr hilfreich.

    NATÜRLICH habt ihr völlig recht und ein Kleinhund sollte ebensowenig pöbeln wie ein Großer, darüber brauchen wir doch überhaupt nicht zu diskutieren!

    Aber die (Hunde)welt ist nun mal, wie sie ist, nicht, wie sie sein sollte - und daher kapiere ich diese Leidenschaft nicht, mit der man sich über das Fehlverhalten anderer bis zur Weißglut aufregen kann. Ich würde meine Energie schlicht dafür aufheben, mit meinem Hund glatt aus solchen Situationen zu kommen und den Rest mit einem Achselzucken abhaken. Wenn andere Leute ihren Hund gerne keifend auf dem Arm haben, so what? Ich kann Idioten weder erziehen, noch will ich es auch nur - mir ist sowas längst egal, und ich arbeite daran, daß mein Hund es ähnlich sieht. Schont die eigenen Nerven nämlich ganz ungemein.