Ich hab nur eine ganz spezielle Single-Rücksicht genommen: Ich habe bei der Anschaffung auf den spontanen Griff verzichtet und mir sehr gezielt eine Züchterin ausgesucht, von der ich weiß, daß sie nicht nur verspricht, ihre Hunde im Notfall lebenslang zurückzunehmen, sondern das auch wirklich tut. Überdies eine, die gut genug im "Geschäft" ist, auch ihre Rückläufer schnell gut unterzubringen. Ich wollte nicht, daß mein Hund jemals ohne "soziales Netz" dasteht, wenn mir was passiert.
Ansonsten leben wir einen stinknormalen Hunde-Alltag: der Terrier lebt mit mir, nicht ich mit ihm.
Für mich waren's erst ein Pudeldackelterrierschnauzer, 14 Kilo, dann ein Airedale, 24 Kilo - beides Hündinnen, beide ein absoluter Traum am Pferd. Wenn die einmal "im Dienst" waren, hat die nichts anderes mehr interessiert. Die Mixhündin lief allerdings lange nicht so gerne und ausdauernd wie die Terrierin - dafür war die besser in allem möglichen Spielkram:
Glaubt ihr nicht, daß das eher ein Sperber als ein Habicht war? Vor dem hab ich hier auch sehr Manschetten, weil ich weiß, wie sicher der Bursche sich auch in engen Gärten bewegt. Sperber jagen inzwischen ja längst innerstädtisch, und ein Weibchen hab ich hier tatsächlich schon mit einer Ente gesehen.
Wollte ich auch gerade schreiben: Keine Box heißt doch nicht automatisch: Anspruch auf Bettplatz? Stell ihnen ein gemütliches Körbchen ins Schlafzimmer und schmeiß sie raus aus dem Bett - dann haben sie immer noch genug Möglichkeiten, es sich gemütlich zu machen und in eurer Nähe zu sein, wenn sie möchten.
Ich lasse zwar inzwischen die katzengroßen Russells auf die Bettdecke, aber Größeres käme mir persönlich da nicht in Frage, weil ich das dann doch eklig fände - die haben immer schön in ihrem Korb oder sonstwo gepennt und hatten keine Probleme damit. Hauptsache in der Nähe!
Das geht ganz schnell. Ich hab erst beim dritten Welpen gelernt, daß es Hunde gibt, die nachts gern mal den Schlafplatz wechseln, so nach dem Motto: Bis Mitternacht allein und erwachsen im Wohnzimmer, dann wird's mir doch unheimlich und ich brauche Nähe.
Am Anfang saß ich bei jedem Tapptapp senkrecht im Bett, das war aber sehr schnell vorbei. Allerdings hab ich den letzten Welpen zeitweise mit ins Schlafzimmer gesperrt, weil die Kleine es grandios fand (siehe oben: erwachsen!), unten im Haus zu wachen und bei jedem nächtlichen Passanten vollen Axtmörder-Alarm zu geben. Sowas braucht man echt nicht!
Aber auch in Schlafzimmer wechselte sie noch regelmäßig: Körbchen, Teppich, Bett - und komischerweise hab ich diese regelmäßigen, ruhigen Ortswechsel ganz schnell verschlafen, war aber bei diesem nervösen "ich muß mal!"-Getrippel trotzdem wach. Holzfußboden hat da echt was!
Ich hab bis jetzt acht Welpen aufgezogen, von gelassen bis raketig, und bei keinem eine Box gebraucht - das aber nur nebenher. Sie sind alle im normalen Tagesablauf "mitgelaufen", und der schloß auch ein, daß sie sich irgendwo hinpackten, wenn sie müde waren und friedlich schliefen.
Hättest du einen davon in einen Kiste gesperrt und in ein dunkles Zimmer weggesperrt, hätte er mit Sicherheit auch Zetermordio geschrien - meiner Meinung nach völlig zu recht. Welpen sind total aufs "Dabeisein" programmiert und können deshalb auch im Getümmel bestens pennen. Unter Spannung setzt du sie erst mit dem gutgemeinten Wegsperren.
Kann es sein, dass du es mit dem Zwerg generell ein bißchen sehr gut meinst - so mit "Kopfarbeit", Auslasten und dem ganzen pädagogischen Vollprogramm, und daß das für den Mini schlicht zu viel ist, weil es ihn latent unter Strom hält? Wenn du ihn dann auch noch in die Trennungs-Streßsituation wegpackst, ist es doch klar, daß er ausflippt. Und da muß ich Bubuka recht geben: lernen kann er dann echt nichts mehr, von Resignation mal abgesehen.
Kannst du nicht mal versuchen, den Kleinen einfach ganz easy mitlaufen zu lassen? Kein Programm, nur "Dabeisein ist alles"? Dann sollte er eigentlich auch regelmäßig zur Ruhe kommen, wo, ist doch erstmal völlig egal.
Ich hab zum Beispiel die bisher Lebhafteste von allen ihren Platz einfach selber wählen lassen: Sie wollte den, von dem aus sie alles im Haus überwachen konnte, also "dabei" war, ohne jedesmal hinrennen zu müssen. Dahin bekam sie einen alten Einkaufskorb als Welpenzentrale, und da hat sie sehr zufrieden zugesehen oder gepennt und war durch diese "ruhige Dabeisein" wunderbar ausgeglichen. An dem Platz ist sie dann auch ganz problemlos alleingebleiben:
Hast du mal nachgesehen, ob irgendwo oben-hinten zwischen den Zähnen oder vielleicht sogar am Rachen oder in der Nase ein kleiner Fremdkörper stecken kann, ein Holzsplitterchen, ein Stück Kauknochen, eine winzige Grasgranne - irgendwas? Das hab ich bei meinem kleinen Holzkauer meist nur am Sabbern gemerkt: Fremdkörper gezogen, Sabbern/Niesen vorbei. Ich drück euch die Daumen, daß es nichts weiter ist!