Ruhe muß nichts mit dem Lautstärkepegel zu tun haben. Ich sag's jetzt mal superlaienhaft: Es kommt darauf an, dem Hund zu vermitteln, daß in einer bestimmten Situation nichts Spannendes mehr passiert, er also genausogut pennen kann, ohne was zu verpassen - egal, welche Situation das ist.
Gemerkt hab ich das an meiner ersten Terrierpudelschnauzerdackel-Hündin, die allerdings schon von Natur aus ein enorm gelassenes Nervenkostüm mitbrachte. Diesen Hund hab ich mit 17 bekommen, und von da an hat sie mich über Schule, Studium & Berufsanfang begleitet. Die brauchte - auch wenn mir das damals noch nicht so klar war - als Zeichen nur ein "Frauchen konzentriert sich anderweitig", und prompt rollte sich sich auf meinen Füßen zusammen und schlief, egal, ob im Seminar oder später sogar in der lauten Redaktion. War mein - oder jemandes anderen - Interesse wieder bei ihr, war sie auch sofort präsent -da sie immer mitkam, hatte sie da ein ausgeprägtes Gespür.
Heute würde sie wohl zu den Hunden gehören, die einschlafen, sobald man sich dem Rechner zuwendet und beim Runterfahren sofort auf den Beinen stehen - aber sie hat mich jedenfalls wunderbar gelehrt, daß "Ruhe" weniger mit der Umgebung als mit der Gemütslage des Hundes zu tun hat.