Beiträge von terriers4me

    Falls es was zur Klärung beiträgt: Meine erste Hündin kam anno dunnemals, als das noch niemanden beunruhigte, von einem Paar kettenrauchender Tiermedizin-Studenten, war der weitaus gesundeste Hund, den ich bisher hatte und starb schließlich an altersbedingtem Herzversagen. Ihre beiden Schwestern übrigens desgleichen, und ebenso die Kitten, die in diesem Haushalt großwurden.

    Ich würd's also nicht weiter eng sehen - aber ich komm eh nie ins Finale von "Deutschland sucht den Superhundehalter".

    Na Dankeschön - das hab ich aber anders erlebt: Hund frei, mit Schlepp ansausender Zwergpudelfreund hat ihn schneller eingewickelt, als jemand eingreifen kann, springt dann spielauffordernd los und zieht den Terrier an allen vier Beinen "zu" - und los geht die Klopperei. Ging deutlich schneller, als ich's aufschreiben kann.

    In unserem Falle verlief's noch recht glimpflich verlief, weil nur der Terrier leicht verletzt wurde: Brandwundenratscher von der Pudel-Schleppleine unter der Terrier-Achsel. Bei zwei Schäfern waren das Ergebnis exakt derselben Situation eine Fleischwunde plus der Schleppleinen-Verbrennung innen am Oberschenkel des ursprünglich freien Hundes.

    Im dritten Fall ,den ich nicht nur vom Hörensagen kenne, sondern gesehen habe, zog sich die Schleppe in der durch sie ausgelösten Klopperei so um beide Hunde, daß die vor Panik kaum zu trennen waren & eine Besitzerin eine schöne Angst-Bißwunde kassierte.


    Ganz zu schweigen davon, daß die Prügeleien heftig waren, weil sich offenbar beide Hunde "unfair" attackiert fühlten und selber entsprechend zornig hinlangten. Und Situationen, wo es beinahe zu Ärger kam, weil mein Hund nicht eingewickelt werden mag, hatte ich mit Schlepp- & Flexiträgern mehrmals. Mir reicht's jedenfalls dazu, meinen Hund nicht mehr zu Schleppleinenträgern zu lassen, egal, ob frei oder angeleint.

    Was ja auch kein Problem ist - man kann das Ding zum Begrüßen/ Spielen fix ausklinken, oder, wie es die TS gemacht hat, hochheben & weitergehen - wobei wir wieder bei der Hundehalter-Höflichkeit angekommen wären.

    Schleppleine IST zwar gefährlich, aber so what? In diesem Fall lag der Fehler eindeutig bei den anderen, die ihre Hunde hätten rufen & kurz festhalten müssen, wenn sie schon einen Weg blockieren, der schließlich nicht ihnen gehört. Du hast deinen ja auch kurz genommen, also hätte man einander völlig problemlos passieren können. Das simpelste Gebot zwischenmenschlicher Rücksicht - also mach dir bloß nix aus dem Genöle von jemandem, der es nicht mal soweit bringt.

    Nur paß wirklich auf, daß dir kein Fremdhund in die lange Leine gerät - die Beißereien, die sowas auslösen kann, sind wirklich nicht von Pappe.

    Eben - zu sagen, das es ohne Füttern so gut geht, heißt doch nicht, daß man sich selbst als Supererzieher rausstellen will.

    Es bedeutet einfach, daß Welpen eine so wunderbare Weltentdecker-Neugier mitbringen, daß sie netterweise bereit sind, das, was wir als Gehorsam haben möchten, erstmal bereitwillig in ihren Spielplan einzubauen. Das ist eine Grundhaltung, die jedes normale Hundebaby mitbringt, und auf der man wunderbar (und ohne der begnadete Pädagoge zu sein) einfach aufbauen kann. Geht's dann an die härteren Nüsse, sitzt dieses "ich hör auf meinen Menschen" wenigstens schon so gut wie von selbst.

    Zitat

    Nun ja, da ich hier von Motivationen spreche, glaube ich, dass das Spiel mit Hundefreunden bei vielen Hunden höher bewertet wird als ein "Feeeeeiiiin" vom langweiligen Menschen nebendran.

    OK, dann haben wir bisher eh von zwei verschiedenen Dingen gesprochen. Ich bezog mich die ganze Zeit auf den Anfangsthread: auf die allererste Welpen-Grunderziehung in der Hundeschule, also aufs ganz, ganz simple Rankommen ohne große Ablenkung, das erste "Sitz"...und so weiter.

    Und da bleib ich dabei, weil ich's selber oft genug gemacht haben: diese Basics und den Spaß am Mitmachen kriegst du ebensogut, sogar besser, über Lob und wenig gezielte Belohnung in die Zwerge als mit Dauerfüttern.

    Abrufen aus dem Spiel mit Hundefreunden fiele für mich dann schon unter die weiterführenden Schritte, da würde ich dann auch möglichst oft ein "weiterspielen dürfen" nach dem "Toll gemacht!" als Belohnung einsetzen.

    Natürlich sind alle Hunde anders, aber daß ein Lob (sprich: menschliche Aufmerksamkeit!) als Belohnung für die meisten Hunde unattraktiv ist, glaub ich schlicht nicht.

    Gut, Terrier sind extreme "Mitmacher", sehr menschenbezogen und reagieren daher auf Freundlichkeit vielleicht positiver als etwas distanziertere Hundetypen - aber einen Hund, dem beim normalen Alltagsüben eine verbale Bestätigung (die natürlich ab & an auch von Freßbarem unterstützt wird - aber eben nur ab & an!) egal ist, hab ich von der Dogge abwärts nur als Ausnahme erlebt.

    Im Gegenteil: meine vorherige Russellhündin nahm niemals Futterbelohnung, weil ihr Fressen total egal war, tat aber für echtes Lob eifrig alles, was sie eben überhaupt für einen Menschen tat.

    Ich gebe allerdings zu, daß es manchmal so anstengend war, diesen Hund immer "an der Stimme zu führen", daß ich mich beim nächsten Welpen ausdrücklich danach erkundigt habe, ob er auch wirklich schön gefräßig ist. Das erleichtert schon sehr vieles - aber wirklich existentiell notwendig ist das Gefütter meiner Erfahrung nach nicht.

    pardon - jetzt hab ich glatt vergessen, das Selbstverständliche zu schreiben: der Hund soll auf dem Leckerli-Umweg natürlich lernen, sich über DEINE REAKTION, dein "gut gemacht!" zu freuen und schon das als Belohnung zu sehen!

    Wenn du das hinkriegst, brauchst du kein Leckerli-Wettrüsten und eigentlich gar keine Futterbelohnung mehr, und es ist einfacher, als es sich hier schreibt, weil der "Normalwelpe" ja diese Riesenfreude an gemeinschaftlichen Unternehmungen mitbringt.

    Wenn du ihm das Lernen als Gemeinschaftsspiel verkaufst, findet er bald schon allein daran Spaß - das sag ich dir aus Erfahrung aus generell leckerlifreien alten Zeiten, mit einer Hündin, die eh nichts annahm und mit einer, die so streng auf die Linie achten muß, daß sich mehr als ein paar Häppchen ohnehin verbieten. Und es hat trotzdem immer geklappt!

    Natürlich gibt es den goldenen Mittelweg, und den wirst du ganz von selbst gehen, sobald du die Reaktionen deines Hundes erstmal einschätzen kannst: Immer mal wieder eine Belohnung auf Tollgemachtes, damit die Motivation erhalten bleibt, ansonsten ein knappes verbales Lob, auf das viele Hunde enthusiastischer reagieren als auf das ewig gleiche Leckerli. Und Selbstverständliches wird mit der Zeit selbstverständlich und nur ganz ab und zu mal wieder per Belohnung aufgefrischt.

    Wie gesagt: Das kommt ganz von selbst, wenn du den Hund lesen kannst und vor allem er dich - die vielen Häppchen am Anfang sollten ja eigentlich erstmal nur dazu dienen, den Welpen freudig ans Thema "Lernen mit Mensch" heranzuführen.