Beiträge von terriers4me

    Das mit dem Ruhehaben hat bei beiden Russells gut geklappt, weil der Hund aus anderen Zusammenhängen die Grenzen kannte und ganz genau wußte, WENN ich ihn mal wegschicke, ist mir das ernst.

    Die Kerle sind so intelligent, daß sie den Unterschied zwischen echtem Ernst und Augenzwinkern (übersetzt: da ist noch was zu machen!) ganz schnell raushaben. Du mußt wirklich meinen, was du sagst, und WENN du einmal was sagst, mußt beim Durchsetzen auch sturer sein als dein Terrier. Das ist das einzige, was auf die Dauer hilft.


    Daher auch der Rat, die unerläßlichen Grundsatzdiskussionen anderswo auszufechten. Es nervt weniger, dem Hündchen über Situationen, die du herbeiführst, ein ernst gemeintes "Nein" beizubringen, als die halbe Nacht damit beschäftigt zu sein. Nur ist dummerweise gerade der Wunsch nach deiner Nähe bei diesen Hunden einer der stärksten Antriebe überhaupt - und da würde ich mir ernsthaft überlegen, ob ich ihm das nicht gewähre, zumindest jetzt, wo er nach dem Wechsel noch unsicher ist.

    Ich würde diesen speziellen Fall etwas gelassener sehen: So etwa 98 % (meine persönliche Schätzung ist 99,9 %!)aller Russells schlafen irgendwann im Bett, weil sie einfach ein so enormes Bedürfnis nach engem Kontakt mit "ihrem" Menschen haben, daß das eines der am nachdrücklichsten verfolgten Ziele ist.

    Beim Umstieg von Groß auf Klein war ich erst auch recht entsetzt, weil bis dahin mein jeweiliger Hund brav im Korb geschlafen hatte, wohin er meiner Ansicht nach auch gehörte. Unbedingt, denn wo kämen wir denn hin, wenn...und so.

    Mein fünfmonatiger Russel-Neuzugang sah das anders - und kam in einer einzigen Nacht 43 (dreiundvierzig!)mal wieder an, bis Ruhe war. Dann hatte ich gewonnen und schlief erschöpft tief ein - nur um am nächsten Morgen einen selig schlummernden Jung-Terrier zwischen Kopfkissen und Wand zu entdecken. Der Zwerg hatte schlicht gelernt, sich so behutsam vom Fußende aus an der Wand entlang hochzuschleichen, daß ich nicht wach wurde.

    Ich hab dann aufgegeben, weil ein so kleiner und katzensauberer Hund im Bett nicht der Weltuntergang war, und wenn dem Zwerg (sonst superbrav und ohne Weltherrschaftstendenzen!) SO viel an diesem Platz lag - meinetwegen. Inzwischen habe ich gelernt, daß der Drang ins Bett offenbar genauso rassetypisch ist wie das Rattenfangen...siehe oben!

    Den nächsten Russell-Welpen bekam ich von einer toughen Jägerin nur unter der Voraussetzung verkauft, daß der Zwerg im Bett schlief: "Sie wissen, die brauchen ihr Kontaktliegen..."

    Und ein britischen Jagdterrier-Ausbildungsbuch endet tatsächlich mit den Worten: "Und ja, lassen Sie ihn in ihrem Bett schlafen - he needs that!"

    Insofern würde ich das heute locker sehen, den Zwerg ins Bett lassen und die unbedingt nötigen Grundsatzdiskussionen auf andern Schauplätzen führen. Spart eine Menge Nerven auf beiden Seiten.

    Unsere TÄ impft Nobivac T, alle drei Jahre.


    ...und nur so am Rande: Wir halten seit 1974 Hunde, im Großen & Ganzen durchgeimpft (Abweichungen bei Älteren & Kranken nach Rat des TA) - und außer Durchfall nach der Tollwutimpfung hat's hier noch nie irgendwas gegeben, das sich auf Impfschäden hätte zurückführen lassen. Bevor du dich im Internet von Leuten bange machen läßt, die du überhaupt nicht kennst, such dir lieber einen vernünftigen Tierarzt und besprich deine Befürchtungen da.

    Nun ja, ich hab's getan - vor Jahrzehnten, als ich noch so jung war, daß ich mir den endgültigen Abschied von meiner Super-Mixhündin einfach nicht vorstellen mochte, und wir sie auf dem Weg über einen Welpen von ihr möglichst bei uns "behalten" wollten.

    Es gab drei Welpen ,die alle prima lange Hundeleben führten, einer davon wie vorgesehen bei uns, ABER: Keiner dieser drei hatte auch nur die geringste Ähnlichkeit mit der Mutter oder auch dem reinrassigen Vater. Bei jedem waren andere Vorfahren "herausgemendelt", optisch wie charakterlich. Und der Hund, den wir behielten ,war das Gegenteil seiner Supermutter: bildhübsch, unerwartet groß, entnervend schissig, enorm bewegungsbedürftig, körperlich anfällig und - vergleichsweise - ziemlich doof. Liebgehabt haben wir ihn trotzdem, fast fünfzehn Jahre lang, aber von dem, was wir erhofft hatten, hätte er kaum weiter weg sein können.

    Genau deshalb züchtet man natürlich mit reinrassigen, möglichst durchgezüchteten und geprüften Tieren: Hier ist die Chance, erwünsche Eigenschaften reproduzieren zu können, -zigmal größer und oft sogar wahrscheinlich.

    Mein Supermix dagegen war ein glückliches Einzelstück und ließ sich eben nicht reproduzieren - und auf genau das, Nachwuchs, der nur die unerwünschten Eigenschaften unbekannter ferner Vorfahren trägt - müßtet ihr euch auch gefaßt machen. Könnt ihr ausgerechnet solchen Mixen, vielleicht einem Dutzend davon, in Zeiten der Hundeschwemme wirklich ein glückliches Leben bieten, sobald sie keine süßen Knuddelwelpen mehr sind....?

    Zitat

    Der Tierarzt hat dem Hund weder aktiv Schmerzen, Leiden noch Schäden zugefügt. Er hat die Behandlung nur für den Fall abgelehnt, dass nicht bezahlt wird. Die Entscheidung, nicht zu bezahlen, hat der Besitzer getroffen und genau damit aktiv das verursacht, worüber er sich aufregt: dem Hund unnötiges Leid zugefügt.

    Die Verantwortung des Menschen = des Besitzers, das Wohlbefinden des Tieres zu schützen, liegt in diesem Fall mE darin, die notwendige Versorgung sicherzustellen. Dass das finanziell nicht möglich war, ist bitter, aber sicher nicht Schuld des Tierarztes.

    So ist es. Die Verantwortung liegt nun einmal beim Besitzer, und ich kann mir auch nicht vorstellen, daß das die ganze Geschichte ist. Denn keiner "unserer" Tierärzte hatte einen Patienten "einfach mal eben" leiden lassen, nur weil noch Geld ausstand - da würde ich schon gerne mal die andere Seite hören.

    Ein kerniger, pfiffiger, sportlicher Zwergschnauzer?

    Da geht der Jagdtrieb meist auf Ratte, Maus & Co, und die Zwerge sind wirklich amüsant - immer dabei, löwenmutig, robust und witzig. Auch keine Moderasse, so daß das Vermehrer-Thema weitgehend entfällt.
    Großer Nachteil allerdings: sie sind ausgeprägt bellfreudig.

    Ich würd's vermeiden, wenn ich nur irgend könnte, aber meine persönliche Bilanz ist auch mies. Ich habe eine Hündin mit acht Jahren, die andere mit zehn Monaten kastrieren lassen müssen - eine erblindete und starb an den Folgen, die andere ist leicht, wenn auch gut behandelbar, inkontinent, dauerhaarend und ziemlich "rüdig" geworden. Von dem täglichen Kampf ums Gewicht reden wir da gar nicht erst.

    Freiwillig würde ich also den Teufel tun. Allerdings ist das "Service"-Argument auch nicht ganz von der Hand zu weisen. Die bravste, unauffälligste, vernünftigste Hündin, die ich je hatte, verwandelte sich in jeder Läufigkeit von Professor Mc.Gonagall in eine hormonrasende Irre, die sich um nichts sonst mehr kümmerte und dann auch erzieherisch nicht beeinflußbar war. Extrem scheinschwanger wurde sie auch und litt dann sehr. Die wäre kastriert weitaus besser drangewesen.

    Aber das war eine Ausnahme, denke ich. Warte doch einfach in Ruhe die erste Läufigkeit ab - oft ist das viel, viel weniger schlimm, als man denkt. Es ist doch nur ein bestimmter Zeitraum - aufs Gewicht achten mußt du dagegen Tag für Tag, lebenslang. Nervt auf die Dauer erheblich mehr!