Beiträge von terriers4me

    Das ist eine sehr, sehr bittere Situation, und ich kann euch das so gut nachfühlen. Ich stand mit meiner blinden Hündin vor ein paar Jahren vor derselben Entscheidung, als bei ihr ein großer Tumor zwischen Milz, Leber und Magen entdeckt wurde. Ich habe mich zusammen mit der TÄ gegen eine OP entschieden, weil die diesem speziellen (blinden, stoffwechselkranken und sehr auf Routine und Geborgenheit angewiesenen) Hund einfach nicht mehr zumutbar gewesen wäre, und sie erlösen lassen, sobald sie Schmerzen bekam. Da war das "Ich will nicht mehr, bitte hilf mir jetzt" aber auch von einem Tag auf den anderen unmißverständlich deutlich.

    Trotzdem ist es eine schreckliche Entscheidung, für die ich euch nur viel Kraft wünschen kann. Denkt an den Hund, so wie er früher war und vergleicht - ist da wirklich noch Lebensqualität übriggeblieben, oder hat die Kleine ein friedliches Ende einfach verdient, bevor ihr nur noch Qualen bleiben? Und wenn es soweit sein sollte, laßt doch den Tierarzt zu euch kommen - das macht es für den Hund so viel leichter.

    Wenn das die Welpen aus dem Link sind, würde ich nicht mal einen nehmen, wenn ich 500 Euro dazubekäme.

    Abgesehen davon, daß der Mix nicht eben geglückt aussieht (das ist ja Geschmackssache), sehen die Kleinen schlichtweg Sch*** aus: stumpf im Fell, stumpf im Auge, ohne den Schmelz, den ein fitter Welpe rundum hat, einfach nur trübe und viel zu jung zum Abgeben. Eine Woche als ängstlicher Spontankauf wird da auch nicht weitergeholfen haben.

    Sicher kannst du dich jetzt darauf versteifen, dass gerade du vom Schicksal dazu auserlesen bist, so ein armes Würmchen zu retten und glücklich zu machen. Klingt ja so, als seist du ohnehin dazu entschlossen. Das ist dann eben der typische Vermehrerkauf mit allen Problemen die vielleicht lebenslang dranhängen - darüber mußt du dir vorher ganz klar sein.

    Ins Tierheim zu kommen wäre vermutlich das Beste, was dem Krümel jetzt passieren könnte: gründliche medizinische Versorgung und, "süß" wie der noch ist, freie Auswahl unter den potentiellen Besitzern.

    Gluckenknäuel haben wir auch zu bieten:

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    Ich muß die Damen schlichtweg machen lassen. Wenn ich sie auch nur kurz vom Nest nehme, veranstalten die so einen Höllenspektakel, daß es nicht mehr nachbarschaftskompatibel ist. Insofern: Gut Gluck!

    Hast du mal an einen Airedale gedacht, oder wären dir die zu groß?

    Eigentlich der perfekte Allroundhund, es gibt nichts, was die nicht können (problemloses Treppensteigen inbegriffen), Jagdtrieb ist durch die Gebrauchshunde-Gene über Training kontrollierbar. Meiner war perfekt am Pferd und, Zusatzplus: Haarte gut getrimmt überhaupt nicht und war auch sonst bestens sauberzuhalten.

    Ich habe mal bei einem ängstlichen, größeren Fünfmonatsjunghund die offene, glatte Holztreppe mit einer Rolle Wellpappe abgeklebt. Sah nicht sehr schön aus (daher hab ich die Chance genutzt, als die Familie im Urlaub war), aber nach einer Woche war das Problem Geschichte.

    Der junge Hund hatte sich einfach aus Neugier und dem Wunsch, mir zu folgen, da buchstäblich selbst rangetastet. Ich hab ihn gar nicht weiter beachtet, sondern in einfach seiner Zeit machen lassen.Als die Pappe dann kaputtgetreten war, hatte sie ihren Zweck erfüllt: der Hund lief die Treppe auch ohne anstandslos.

    ...und nicht verzweifeln, wenn ein Rest dieses Verhaltens immer bleibt. Das mußt du einfach managen und nicht an die große Glocke hängen, sprich: vorbei und fertig.

    In dieser Rasse ist zuviel Sensibilität schon bei gut gezogenen Hunden ein Thema. Für die Art der Jagd, für die Russells da sind (unter der Erde, gleichstarker Gegner, auf sich allein gestellt) braucht es ein enormes Reaktionsvermögen, wenn man heil bleiben will. Das ist den Hunden im Zivilleben oft im Wege. Du hast doch sicher schon gemerkt, wie rasend schnell dieser Hund im Vergleich zu anderen reagiert? Wie clever er darin ist, schlechte Erfahrungen möglichst nicht zweimal zu machen, und wie sehr er da auf Eigenständigkeit setzt? Genau so soll er eigentlich sein.

    Dumm nur: Einfach mal eben so vermehrte Russells, bei denen nicht mehr auf "Arbeitsnerven" geachtet wurde, haben nicht umsonst den Ruf, oft kläffig und schnappig zu sein. Die haben nur noch die Erregbarkeit, aber nicht mehr die innere Balance eines Arbeitshundes behalten. Da gibt es enorm oft Probleme mit Ängstlichkeit, die sie dummerweise mit Vorstoßen und Nachvornekläffen (ihrer ursprünglichen Jagdmethode! )abreagieren: Bevor du mich kriegst, hab ich dich mit Schnappen und Rückzug eingeschüchtert!

    Wenn du so einen erwischt hast, und dann noch mit Wanderpokal-Vorgeschichte, wirst du sehr, sehr viel Geduld brauchen, zumal diese Hunde ja auch noch wieselflink sind und es mit dem "hinter dich bringen" so eine Sache ist. Da helfen wirklich nur viel Vertrauen zu dir und ein möglichst gut sitzender Grundgehorsam - und das braucht beides Zeit. Viel Glück!