Beiträge von terriers4me

    Pardon, zu früh abgeschickt: das da oben waren unsere ersten Spaziergänge - Trödeln bis zum Waldrand mit Hinsetzen & Weltentdecken. Der Welpe ist da achteinhalb Wochen alt.

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Das ist die heimische Zeitungslektüre auf dem extra aufgehobenen Hundeteppich - ich glaube, da sieht man ganz gut, dass der Zwerg dabei nicht sonderlich gestreßt ist.

    img]30046380ge.jpg[/img]

    ...und so wurde ein großer Teil des Tages verbracht - von einem selbstgewählten Platz aus alles im Blick!

    Ich kann mich Gaby da nur anschließen: Genießt die Zeit, sie ist, gemessen am ganzen Hundeleben, so kurz - und die kleinen Ungeheuer sind einfach so knallsüß!

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

    Meiner ersten Hündin hat "Bleib!" ziemlich sicher das Leben gerettet.

    Nach einem Jahrzehnt leinenlosen Lebens schoß dieser Inbegriff der Zuverlässigkeit auf einmal quer über die Ausfallstraße, weil auf der anderen Seite ein Eichhörnchen war. Nachdem das auf dem Baum saß, nahm sie sofort wieder Blickkontakt zu mir auf, und ich konnte sie mit "Bleib!" (erhobene Hand, die bedeutete "rühr dich nicht mehr!") auf der anderen Straßenseite quasi festpinnen, bis ich durch eine Lücke im Verkehr zu ihr konnte.

    Eine der Situationen, die sich wirklich einbrennen. Meine juvenile Dummheit dürfte inzwischen verjährt sein, ich habe seitdem NIE wieder einen Hund in Autonähe frei laufen lassen - und die Minuten, in denen mein geliebter Hund hinter all den Autos brav im "Bleib!" verharrte, gehören bis heute zu den längsten und qualvollsten meines Hundehalterlebens.

    Da habt ihr aber sowas von recht, Gammur und die anderen - ein gesunder Welpe an der Grenze zum Junghund, der 20-22 Stunden schläft, ist mir in mehr als 40 Hundejahren noch nicht untergekommen.

    Und das:

    "Ich finde es völlig unverständlich, wie einem vor lauter regeln und Reglementieren jegliche Leichtigkeit, Freude und Spaß am Welpen genommen werden kann"

    ..ist auch immer das erste, was mir bei solchen "er hat zu...!!" Vorträgen einfällt. Und die Besitzer, die sich guten Glaubens sowas aufdrücken lassen, tun mir dabei ebenso leid wie der bedauernswerte Welpe.

    Ich glaube inzwischen auch, ihr seid auf einem guten Weg - das Fingerspitzengefühl wirst du kriegen, sobald du die ersten Erfolge siehst.

    So wie jetzt: das ist nämlich ein sehr guter Gradmesser für den Spaziergang: kommt der Welpe danach schnell zur Ruhe und pennt erstmal entspannt, war die Dosis Außenreize genau richtig. Kaspert er zuhause endlos und nervös weiter, war's zuviel.

    Nochmal zum Thema "Kauen und Nagen": das wird hier ja nun gerade vorgeschlagen, weil es beim Normalwelpen den Streß AB- und nicht aufbaut und der Welpe sich damit auch alleine beschäftigen kann, ohne ständig vom Menschen gepusht zu werden - weil's letztlich entspannt, ohne zu überdrehen. Daher ist es bei uns ja auch die Ausnahme vom "im Haus wird nicht getobt".

    Ausnahmen mag es geben - ich hab zum Glück noch keine gehabt, also bisher nur gute Erfahrungen damit gemacht. Zumal der Welpe, wenn du den Spaß mit einem Wort wie "Beute" belegst auch gleich noch spielend den Unterschied zwischen "das darfst du haben" und "das ist tabu" lernen kann. Einem ohnehin schon überdrehten Hundekind auch noch diesen Auslaß für seinen Streß zu verweigern, halte ich für kontraproduktiv.

    Und noch ein Tip, ganz ernstgemeint: Vergiß die Fotos nicht! Über die Welpenmalheure, die dir jetzt als Weltuntergang vorkommen mögen, lachst du dich nämlich später gern kaputt. Siehst du ja an den ganzen Anekdoten hier.

    Einem Welpen das Schnappen von Sachen ganz zu verbieten, hat ebensoviel Zweck, als wenn du das Greifen bei einem Baby wegkriegen wolltest. Der Trick ist, den Zwerg so mit Erlaubtem zu versorgen, dass du ihm das Unerwünschte gut verbieten kannst, ohne gleich generellen Frust zu schüren.

    Du kannst den Zerlege-Drang nämlich ganz gut steuern: Sammele für den Zwerg alles gefahrlos Schredderbare, das im Haushalt so anfällt: Pappkartons, das Innere von Klo- und Haushaltspapierrollen, kleine Pappverpackungen, zusammengeknüllte Zeitungs- oder Werbematerialseiten. Sieh zu, dass es dem Hündchen immer mal wieder verlockend vor die Pfoten fällt, mit einem Wort wie "Faß" oder "Beute!", das den Spaß freigibt. Wenn der Zwerg darauf eingeht, machst du mit und lobst ihn für seine Tüchtigkeit - das war bei uns immer die geliebte Ausnahme von "im Haus wird nicht getobt"!

    Wir haben, bei Aufzucht von insgesamt acht Welpen, teilweise wirklich knöcheltief in Pappfetzen gestanden (und uns dabei über den eifrigen kleinen Schredder kaputtgelacht)- aber ansonsten tatsächlich einen heilen Haushalt behalten.

    Nun weißt du immerhin schon mal, wo das Problem liegt: der Welpe hat inzwischen gelernt, dass Haus sofort gleich Action ist. Das wirst du umkehren müssen: Spiel, Spaß und Weltentdecken draußen, drinnen muß es derart langweilig werden, dass der Hund gleich lieber pennt. Das geht ganz sicher nicht von heute auf morgen, ihr müßt ja alles bisher Gelernte umdrehen. Mit zwei Kleinkindern stelle ich es mir sehr schwer vor, das ruhige Umfeld hinzukriegen, dass der Welpe einfach braucht - er ist ja nicht "aggressiv", sondern dreht einfach völlig am Rad.

    Versuch es mal mit den guten Ratschlägen ,die dir hier gegeben wurden: atmet tief durch und geht - es ist ja zum Glück Sommer - mit dem Welpen zum Entspannen und Weltentdecken in Ruhe raus. Warum muß es denn da schon wieder der Dummy sein? Ein Welpe in dem Alter ist mit Frei-Rumbummeln, Dir-folgen und Grashalmebeschnuppern doch ausreichend beschäftigt. Frei rumtrödeln, auch über einen längeren Zeitraum, und sich dabei die richtige Mischung aus Anregung und Entspannung zu verschaffen, dass er zuhause überhaupt Ruhe geben kann, wäre jetzt eigentlich das Wichtigste für den Kleinen. Bloß, siehe oben: deine Kinder brauchen dich und deine Zeit sicher genauso nötig!

    Und, ganz ehrlich: wenn du deswegen selbst die Ruhe und Muße einfach nicht kriegen kannst, dich freudig, halbwegs entspannt und langfristig auf einen Welpen einzulassen, weil Kinder nun mal vorgehen müssen, würde ich über eine Trennung nachdenken, solange der Hund noch so jung ist. Das hier ist schließlich erst der Anfang - die schwierigeren Zeiten kommen noch.