Ich hab mir lustigerweise in mehr als 40 Jahren Hundehaltung noch nie einen Welpen selbst ausgesucht. Es waren dreimal die Hündinnen, die im Wurf noch übrig geblieben waren, einmal ein Rüde aus einem eigenen Wurf, der sich selbst entschlossen hatte, zu bleiben und sich entsprechend an meinen Vater hängte. Die vierte Hündin hat mir eine Freundin buchstäblich vor die Tür gesetzt. Und: es wurden alles absolute Traumhunde.
Ich würde es also, wenn ich die Rasse/die Blutlinie/die Eltern generell mag und mit dem Züchter halbwegs kann, nicht so eng sehen mit dem Aussuchen - die Bindung kommt eh später, und die klappt offenbar, wenn die Grundlage stimmt, auch ohne spontanes "Verlieben", sogar ohne Besuch vorab.
Meine Erfahrung geht sogar eher ins Gegenteil: beim ersten Hund aus einem Mixwurf habe ich mich spontan in einen entzückenden, fröhlichen, hellen Wuschel verguckt und war sehr enttäuscht, dass die schon weg war. Bekommen habe ich die ernste Schwarze, die keiner gewollt hatte, die ich mir nie ausgesucht hätte, die mir dann aber (ich hab den Wurf täglich gesehen) sehr schnell klar machte, dass sie mich für ihren Menschen hielt.
Sie wurde dann ein Traumhund, von dem die ganze Familie heute noch schwärmt. Die fröhliche, hübsche Schwester, die zu Nachbarn zog, erwies sich als nervös, ängstlich, ziemlich dumm und überhaupt nicht der Hund, mit dem man viel hätte anfangen können. Soviel zur Liebe auf den ersten Blick...