Beiträge von terriers4me

    Dass der Airedale das tat - also das Amselfangen - war ausschließlich meiner damaligen Blödheit zuzuschreiben.

    Die Hündin war als Junghund hoch jagdtriebig, aber so unglaublich brav dabei, dass ich in meiner Halterschlauheit gedacht habe: "Du kannst einen Terrier nicht immer nur deckeln, dann explodiert das Ganze irgendwann - also erlaub ihr als Ausgleich für den tollen Gehorsam das Nachspurten hinter Amseln, die können ja wegfliegen..."

    Tja - als sie dann die erste hatte, hatte ich wieder was dazugelernt: Amseln fliegen eine Zeitlang waagerecht zum Boden - und die nutzt der große Hund, um sie auszurennen und sich hochzuschnellen...

    Dumm gelaufen, ich mußte sie fortan von der tollen Beute immer ausdrücklich abrufen, bevor es brenzlig wurde, aber ein paar Amseln hat sie schon noch erwischt. Andere Vögel haben sie übrigens keinen Deut interessiert.

    Wenn du außer den eigenen auch noch oft andere Hunde um dich hast, könntest du mit einem Airedale auch gut bedient sein: die sind zwar im Umgang mit Artgenossen ruppig und oft dem anderen gegenüber dominant, aber nicht so total und ernsthaft ablehnend gegen Fremde wie andere Hundetypen.

    Ich hatte jahrelang zu meinem Hund zusätzlich die Airedalehündin der Nachbarn hier, und die war im Umgang nicht so ein Engel wie meine, aber doch alles in allem sehr verträglich. Sie verlangte zwar grundsätzlich erstmal Unterwerfung von allen anderen - notfalls sehr nachdrücklich - aber dafür war sie dann auch absolut bereit, mit jedem anderen Hund freundlich und friedlich umzugehen.

    Als ich dann auf den Russell kam, war dieser Airedale schon eine ältere Hündin, und die Kleine kam direkt in ihr Revier. Aber nach anfänglichen Irritiationen hat sie sich dann mit einer Engelsgeduld von dem jungen Zwerg rumzausen lassen, ihn bespielt und beschützt. Auch da kann dieser Terrier-Hang, nie ganz erwachsen zu werden, wirklich sehr nett und nützlich sein.


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    Brandenburg ist, glaube ich, auch das Haupt-Airedale-Nest mit den tollen alten DDR-Linien?
    Da kam meine Hündin auch her, und ja: der Hund war manchmal fast zu schön, um wahr zu sein. Es klappte einfach alles - und ich bin sicher nicht die Superausbilderin. Airedales haben einfach, wenn sie denn gut sind, einen absoluten Traumcharakter - vorausgesetzt, man mag ein bißchen Spaß bei der Arbeit!

    Stimmt schon, ein bißchen kasperiger und eigensinniger ist ein Terrier fast immer unterwegs, da war meine engelsbrave Hündin wohl eine echte Ausnahme. Den zusätzlichen Kick muß man einfach mögen.

    Selbst wenn man sich diesen hier ansieht...

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    ...der allerletzte Schäferhunde-Ernst fehlt da natürlich schon - aber was für ein toller Hund!

    Was mir zu deiner Eingangsfrage übrigens noch einfällt: Ich hab vor Jahren mal einen alten Tiermediziner kennengelernt, der zu DDR-Zeiten und noch lange darüber hinaus nur Airedales als Jagdhunde führte und absolut auf sie schwor. Er sagte, sie seien vielleicht in einigem nicht so super wie ausgesprochene Spezialisten, aber dafür könne man jederzeit alles von ihnen verlangen.

    Und Airedales haben noch den zusätzlichen Vorteil, überhaupt keine Moderasse zu sein, werden also eher sorgfältig und nicht als Massenware gezüchtet. Hoffentlich, hoffentlich bleibt das so!

    Ich hab meine prächtige Hündin ja auf sehr traumatische Weise verloren, während einer Giftköder-Serie im hiesigen Hundewäldchen. Sie war eines der Opfer - und das einzige, das diesen Horror (es war ein Schwermetall, vermutlich Thallium) beinahe überlebt hätte. Die anderen Hunde waren binnen 24 Stunden tot, sie hat zwei Monate geschafft und hätte sich fast erholt, bis der Rückfall kam. Jedenfalls haben die Ärzte in der Klinik gesagt, dass ihnen kaum je ein körperlich derart fitter und robuster Hund unterkommt.

    Was wahrscheinlich - siehe oben - auch daran liegt, dass die Zucht noch sehr Liebhabersache ist, und der LZ-Airedale noch weitgehend das geblieben ist, was er mal war: ein Hund ohne körperliche Übertreibungen - einfach ein rundum praktischer, toller Athlet.

    Das Trimmen war für mich immer einer der ganz großen Vorteile dieses Hundes. Ich hab's selbst gemacht, jede Woche einmal kurz, und hatte dann einen erwachsenen Hund, der wirklich nicht haarte und dessen Drahtbürstenfell man selbst nach einem Matschausritt mit einem einzigen Handtuch trockenkriegte. Allerdings war meine Hündin selbst für einen Airedale extrem rauh- und kurzhaarig, ohne diese langen Beinflusen.

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    Zusätzliches Bonus: Sie LIEBTE Trimmen, von Anfang an. Das konnte man ihr immer als Extra-Belohnungszuwendung verkaufen, und sie genoß jede Minute.

    Ach verdammt - noch ein paar Erinnerungen, und ich bestell mir einen Welpen...*seufz*

    Hier ist sie etwa ein halbes Jahr und lernt gerade die Ponys kennen. Sehr airedaletypisch: mit diesem breiten Terriergrinsen auf alles Neue zugehen und den größtmöglichen Spaßfaktor rausholen. Aber immer clever und brav dabei: dass da von Pferd & Mensch Abstand gewünscht war, kein Schnappen oder Scheuchen, hatte sie sofort kapiert und hielt sich fortan dran.


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    Von "stur" war bei meiner Hündin übrigens absolut nicht die Rede, die war eher einen Tick zu sanft und zu sensibel, aber kooperationsbereit ohne Ende. Die hätte man zu so ziemlich allem ausbilden können. Ich hatte sie am Pferd, und da wie auch sonst während der "Arbeit" hatte sie ihren starken Jagdtrieb völlig im Griff.

    Ansonsten war sie ein fröhlicher, körperlich enorm fitter Terrierkasper, freundlich zu allem und jedem, trotzdem mit einem ziemlich ausgeprägten Wach- und Schutztrieb. Aber eben alles bestens handhabbar durch den zuverlässigen Gehorsam und das grundsätzlich so freundliche Temperament.