Beiträge von terriers4me

    Ich finde es eine der großartigesten Seiten der Hundehaltung dass man eigentlich immer "Anfänger" bleibt, sprich: es immer noch enorm viel zu lernen gibt.

    Nach Jahren, der Zahl eigener Hunde und Hundeumgang bin ich eigentlich ziemlich "erfahren" - und doch war auch der letzte Welpe wieder ein totaler Neustart, habe ich vieles gelernt, was mir noch nicht klar war und kleine Siegen/Niederlagen verzeichnet, mit denen ich vorher nicht gerechnet hatte. Und ich wette: beider nächsten Hundebekanntschaft wird es wieder genau dasselbe sein.

    Generell, auf die Anzeigen bezogen, würde ich sagen, dass man den "Anfänger"-Status hinter sich läßt, sobald man einen Hund und sich selbst halbwegs treffend einschätzen kann und weiß, was geht und was nicht.

    Totale "Anfänger"-Aussage wäre für mich zum Beispiel: "Ach, ich nehm gern auch diesen schwierigen Hund, es ist ja alles nur eine Sache von Liebe und Erziehung"...

    Meine Airedalehündin war sehr professionell mit Igeln: die wurden richtig lehrbuchmäßig gestellt & LAUT verbellt, aber sie hat sie vorsichtshalber nicht angerührt.

    Nachbars Airedale dagegen war von der "KILL HIM!"-Sorte, und nie hatte ich mehr Wintergast-Igel im Keller als zu den Zeiten, in denen ich mit der Hündin und meinem ersten Russell unterwegs war. Die fanden im Herbst draußen jeden Igel, und wenn es dann wirklich ein untermaßiger Winzling war, war der Rücktransport immer ungemein spaßig: in der Jackentasche eine verflohte Stachelkugel, und rechts, links, in der Mitte, hinten, kurz: überall: zwei wie die Irren nach der Superbeute anspringende Terrier - da war echt ein Donnerwetter fällig, um überhaupt heil nachhause zu kommen...

    Mein Beileid - es tut entsetzlich weh, einen Hund zu verlieren, erst recht einen, der so kämpft. Aber du hast das einzig Richtige getan, auch wenn es die bitterste Pflicht für uns Hundebesitzer ist: du hast ihn nicht mehr sinnlos leiden lassen.

    Dein Hund wäre nie mehr gesund geworden, er hätte sich immer schlimmer gequält und wäre dann grausam an seinem Leiden gestorben. Die Entscheidung für seinen Tod lag also ohnehin nicht in deiner Hand, der war unabwendbar - du hast ihm nur den sanften und ruhigen Ausweg eröffnet, statt ihn leiden zu lassen.

    Ich bin mir sicher: irgendwo, irgendwie ist er dir jetzt sehr dankbar - und ich wünsche dir viel Kraft!

    Das waren schon ausgewachsene Vögel, die auf einer Parkwiese zu lange parallel in Bodennähe geflogen waren. Achte mal darauf - das tun sie wirklich gern. Die Jungen hört man ja schon von weitem betteln, da hab ich den Hund natürlich schleunigst gesichert.

    Als nächstes hatte sie dann raus, dass Amseln aus einem Rhododendron erstmal nicht nach oben kommen, weil die Blätter sie behindern - folglich versuchte sie, von hoch oben in die Büsche zu springen, um die Beute dann unter sich abzugreifen.

    Auch das hab ich natürlich unterbunden - und hörte dann später von einem amselkillenden Jagdterrier, der genau dieselbe Methode benutzte. Da mußten die Besitzer jeden Morgen erstmal ums Grundstück gehen, um die Amseln aus den Rhodos zu scheuchen, bevor die Hunde rausdurften...

    Ja, das gehörte zu dem ,was ich an ATs so toll fand: dass sie eben nicht generell mißtrauisch und ablehnend sind, sondern normalerweise freundlich und umgänglich - aber (ihrer Meinung nach) echt gefährliche Situationen eben doch sehr gut erkennen können und dann entsprechend reagieren..

    "Aber in der Beziehung Schutzbereitschaft, darf man einen AT nie unterschätzen, das habe ich schon gelernt."

    Das war auch eine meiner ersten Erfahrungen, da habe ich meine sanfte, menschenliebende Hündin erst völlig unterschätzt, weil sie jeden freundlich begrüßte, den ich ins Revier ließ. Bis sie dann die Zeugen Jehovas, die sich auf dem Grundstück mal diskret umsehen wollten, absolut professionell stellte und strammstehen ließ, bis ich auf das Knurren und Bellen hin dazukam und sie erlöste.

    Die waren wirklich blaßgrün im Gesicht und hatten allen Grund dazu - und ich wußte seitdem, wie tief das Bewachen und Beschützen auch im umgänglichsten Airedale sitzen kann.

    Was auch noch interessant ist: Der Airedale galt als DER Hund für Wilderer, weil er alles kann: Spur aufnehmen, verfolgen, zuverlässig töten und ebenso zuverlässig bringen - und das alles schnell und ohne großen Lärm.

    Airedales waren ursprünglich kombinierte Jagd- und Hofhunde in Yorkshire, im Tal des Aire.

    Begonnen hat das mit einer Kreuzung aus Otterhound und Terrier zur Otterjagd, für den weiteren Gebrauch wurden dann noch Bullterrier und Setter (für die gute Nase) eingemixt. Schließlich, um den Hund führiger zu kriegen, kam immer wieder ein guter Schuß Collie dazu. Das Ergebnis sollte dann eigentlich alles können, Jagen, Hofbewachen, sogar Hüten, Rattenbeißen - und natürlich den einen oder anderen Hundekampf am Wochenende.

    Daher die Allrounderqualitäten, mit denen er Karriere gemacht hat - ein "reiner" Terrier ist der Airedale eben nicht, eher ein Rundum-Gebrauchshund.