Meine Hündin ist erst im höheren Alter blind geworden, aber ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass das gut zu managen ist. Das Schlimmste war der erste Schock, und der bleibt einem immer schon blinden Welpen ja erspart - für den ist das alles Normalität.
Bei uns hat sich als Alltags-nützlich erwiesen, dass ich drinnen viel und draußen immer vor mich hingesprochen oder -gesummt habe. Man kommt sich zwar total blöd vor, aber der Hund weiß immer, wo man gerade ist. Zudem habe ich, außer den Warnkommandos wie "Vorsicht!" "Stufe!" und so weiter, dem Hund immer gesagt, wohin ich im Haus ging, also nach "oben" oder "unten". Dann konnte er in Ruhe entscheiden, ob es sich lohnte, mir mühsam über die Treppe nachzukommen, oder ob er lieber liegenbleib. Das trug sehr zur Entspannung bei, blinde Hunde sind sonst mehr "auf dem Sprung", um die Bezugsperson nicht zu verlieren.
Was meiner Erfahrung nach sehr hilfreich ist, sind unterschiedliche Untergründe im Haus/Garten - blinde Hunde orientieren sich stark nach Tastsinn. Ich habe zum Beispiel die Treppe, die nicht absperrbar war, damit entschärfen können, dass ich oben und unten je eine rutschfeste Matte auf den Holzfußboden gelegt habe. So wußte meine Hündin immer, dass die Treppe nahe war, bremste sofort ab und tastete sich vor, ohne dass ich da noch aufpassen mußte. Angeblich soll sowas auch mit Geruchssignalen gehen, aber das hat bei uns nichts geholfen.
Auf jeden Fall: es sind diese kleinen, praktischen Dinge, auf die man achten muß - im großen Ganzen kommt ein blinder Hund gut zurecht.