Ich finde Felix einerseits sehr gehorsam und aufmerksam für so einen wilden Jungspund. Genau so war meine Hündin in dem Alter auch unterwegs, nur eben nicht so weit weg und ohne sich komplett zu verabschieden. Aber das Grundtemperament erkennt man wirklich wieder.
Andererseits sehe ich da auch, dass du ihn mit der ständigen Ansprache vielleicht bißchen zu sehr an die Kante bringst - das hätte ich damals nicht riskiert. Ich war mit ihr auf den offenen Feldern, also einer vergleichbar weiten Fläche, immer sehr ruhig unterwegs, hab sie möglichst machen lassen, nur ab und an mit oder ohne Pfiff die Richtung gewechselt, damit sie aufmerksam blieb, und das Ranrasen ruhig belohnt, mit einem knappen "gut so" und einem Häppchen. Hätte ich deine Begeisterung gezeigt, wär sie gleich auf eine Mitfreu-Runde losgeschossen. Ich hab mich also sehr um Ruhe bemüht, hätte - nur zum Beispiel - den Hund nicht dauernd aus demselben Vorwärts rangerufen, was ja doch viel Hektik bringt, sondern eher mal ein Stück die Richtung gewechselt.
Unsere Möven waren ja Krähen, und auch da habe ich nie ausdrücklich zum Jagen gepusht, sondern sie im Gegenteil erst hingesetzt, sobald sie aufmerksam wurde. Dann mußte sie einen Moment still sitzen und durfte dann auf OK losgehen. Natürlich mit Belohnung fürs Wiederkommen, so daß sie gleich einen großen Bogen wieder auf mich zu rannte.
Was ich eigentlich meine: Ich wäre an deiner Stelle vielleicht deutlich dosierter mit der Stimme und mit Aufforderungen. Hätte ich mit meiner kleinen Rakete so viel so "anregend" gesprochen, wäre die vermutlich in eine derart hohe Erregungslage gekommen, dass ich sie irgendwann auch nicht mehr gehalten hätte. Ich hab mich immer sehr um eine Art ruhiger Konzentration als Grundstimmung bemüht - so, wie man ein sehr hochblütiges Pferd reitet.
Aber ich hatte natürlich auch keine Familie parallel laufen, und dieser Hund hat zeitweise zwei Erwachsene gut ausgelastet....