Beiträge von terriers4me

    " realistischerweise wird sich das zum "Rosenkrieg" auswachsen, wo in Kürze die Katzen nur der Aufhänger sind, dreckige Wäsche sich gegenseitig um die Ohren zu hauen. "Der hat gesagt!", "Die hat gesagt!" wird sich abwechseln, und Außenstehende werden keine Chance haben, die Wahrheit herauszufinden."

    Genauso wird's gehen und schließlich nach viel Streß im Sande verlaufen - insofern würde ich mich jetzt darauf konzentrieren, die armen Katzen wieder aufzupäppeln und auf den Ex keine Energie mehr verschwenden.

    Ja, jetzt wo du das sagst, ist es eigentlich völlig logisch mit der Winkelung - mein Airedale griff im Galopp tatsächlich derart weit vor wie ein Rennpferd, aber eleganten Pudeltrab hätte er nie hingekriegt. Da sah er immer aus wie ein Holzpferdchen.

    Die Frage, ob das eine Fehlentscheidung wäre, werden wir von hier aus nicht beantworten können. So entzückend dieser Jugendwahnsinn auch ist, es kann wirklich höllisch fordernd und anstrengend werden mit so einem Hund, und dann einfach chronisch nicht passen. Dann ist es wohl ehrlicher, die Konsequenzen zu ziehen, so lange der Hund noch so jung und anpassungsfähig ist. Ich würde es auch sehr schade finden, aber ich hatte neben so einer Rakete eben auch keine Familie zu managen und würde mir daher kein Urteil anmaßen.

    Ein Einzelfall wär es in diesem Alter sicher nicht - die Rückläufer, die mir "unsere" Züchterin dann und wann angeboten hat, waren alle um die zwei Jahre alt, und sie schwor Stein und Bein, dass die Hunde sich dann noch bestens umstellen können.

    Ich finde Felix auf den Videos ja so knallsüß, dass ich mir gestern auch noch ein paar Bilder aus unseren wilden Zeiten angesehen habe. Es geht nämlich wirklich ganz schnell, dass aus dem Junghunde-Streß Nostalgie wird - die Abschnitte eines Hundelebens sind ja nun mal kurz.

    Hier ist also mal ein "epic fail" für die Hundebesitzer-Schadenfreude: Meine Hündin zeigt normalerweise überdeutlich an: "Da ist Wild!", indem sie entweder die Nase hebt oder sogar vorsteht. Dann läßt sie sich, wenn man fix genug ist, noch prima sicherstellen.

    An dem Tag war ich aber auf Rügen und hatte mich bei unseren ortsansässigen Freunden erkundigt, wo kein Wild steht und der (damals zweijährige) Hund auch mal ordentlich flitzen könnte. Sie schickten uns zu diesem Hang direkt am Dorfrand ("da ist wirklich ab-so-lut nie was!"), und prompt stand mein Hündchen bilderbuchhaft vor.

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    Und da kommt meine Doofheit ins Spiel: Statt sie abzurufen, wollte ich lieber mal einen Schnappschuß mit diesem ulkigen umgekehrten Baum - ohne Wild konnte ja nix passieren.

    Das Bild kriegte ich dann auch, sogar zwei - und das zweite sah so aus:

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    Sekunden später konnte ich geschockt zusehen, wie der Jungterrier zwei Rehe aus den Büschen trieb und sich mit ihnen Richtung Steilhangkante absetzte. Ist alles gutgegangen, der Terrier war ebenso fix zurück - aber daraus habe ich gelernt, ein Gelände erst als "sicher" zu nehmen, wenn der Hund es anzeigt - nicht die da wohnenden Menschen. Und an genau dem Hang hat der Hund inzwischen auch noch einen dicken Fuchs und einen noch dickeren Dachs aufgestöbert - allerdings an der langen Leine!

    Ja, die steile Winkelung könnte neben dem Temperament tatsächlich der zweite Faktor sein - mein Airedale mit ähnlich steiler, auch noch etwas überbauter Hinterhand war auch am liebsten im Galopp unterwegs.

    Der Hund sah im Seitenbild dann allerdings auch aus wie ein Rennpferd, und von Russell heißt es ja auch, idealerweise ähnele er einem "miniature thoroughbred horse".

    Ich hab meinen ersten, mittelgroßen Mixhund mit 17 bekommen, mit 19 zum Studium in die fremde Großstadt mitgenommen und das als große Bereicherung empfunden. Prinzipiell würde ich also nicht die Riesenprobleme sehen, zumal, wenn du einen Partner hast.

    ABER: Den Tip, wegen der Treppe keinen zu großen Hund anzuschaffen, kannst du wirklich nicht ernst genug nehmen!
    Da geht es ja nicht nur um die Anfänge, du kannst jederzeit in die Lage kommen, den Hund tragen zu müssen, vielleicht sehr lange. Mein vorletzter Hund (25 Kilo) wurde mit kerngesunden 4 Jahren vergiftet, und ich mußte ihn fast ein Vierteljahr über Treppen tragen. Frag mich nicht, wie sich der eigene Rücken danach anfühlt. Die Nachfolgerin erblindete mit acht an einer sehr seltenen Krankheit, und das war am Anfang überhaupt nur zu managen, weil sie nur acht Kilo wog. Seitdem setzen Treppen für mich absolut die Obergrenze für Hundegröße.

    Also: vom Hund würde ich euch absolut nicht abraten, vom Goldie in dieser Wohnlage um so mehr - ich würde zum Einstieg auch in Richtung Spaniel oder Pudel gucken.

    Ja, genau so war das bei unseren frühreren,großen Hunden auch - der größte Teil der Runde ging im "Wolfstrab". Deswegen hab ich mich ja so gewundert, dass die Russells es anders zu halten scheinen, eher mit Stop & Go.

    Was meine Hündin absolut wörtlich nahm, wenn sie mit meinem herzkranken Vater ging, der langsamer unterwegs war. Dann paßte sie sich nicht generell seinem Tempo an, sondern erledigte ihre Hundearbeiten im gewohnten Speed und setzte sich dann mitten auf den Weg, um geduldig auf ihn zu warten. War er da, schoß sie wieder los - und wartete anschließend wieder.

    Ich finde, Felix macht das richtig toll in dem zweiten Video, dreht sich immer wieder zu dir um und bleibt brav auf dem Weg. Das hohe Grundtempo wäre mir gar nicht als solches aufgefallen - das find ich völlig normal.

    Wo wir gerade beim Tempo sind: ist das bei euren Terriern auch so, dass sie so ungern traben? Meine Hündin geht, wenn sie kann, Schritt oder gleich Galopp in allen Tempi. Traben tut sie eigentlich nur an der Leine, wenn sie sich mir anpassen muß, und dann sehr genervt.