Beiträge von terriers4me

    Dem Reiter rät man, sein Pferd geduldig an möglichst viele wechselnde Umweltreize zu gewöhnen. Was zum Beispiel in meinem Fall bewirkt hat, dass der Isi, der Hunde gut kannte (wir hatten selbst oft einen dabei), trotz des jiffenden Schäfers an der Hinterhand erstmal ruhig im Schritt weiterging und für mich regelbar blieb. Für ein Fluchttier schon eine hohe Hausnummer. Bei einem echten Tutnix wäre da nichts weiter passiert.

    Als die Situation dann allerdings eskalierte, weil der Hund zu schnappen anfing, hat das Pferd sich sehr gezielt und "bedacht" gewehrt - nicht anders als ein Hund, der plötzlich ernsthaft attackiert wird und zurückbeißt.

    Ja, die Situation kenne ich, allerdings als Reiter, dessen Pferd von einem jungen Schäferhund bedrängt wurde, den wir im Schritt passierten. Angefangen mit Verbellen, dann Anspringen an der Hinterhand und jiffendes Nach den Fesseln-Schnappen - also das ganze Hüte (Jagd-)ritual. Herrchen stand ein paar Schritte abseits und fand das urkomisch.

    Mein Pony war ein supercooler Islandwallach, trotzdem schwitzt du in so einer Situation Blut und Wasser, weil es so unglaublich gefährlich ist. Viele Pferde haben noch die Wolfsängste ihrer Vorfahren "drin" und neigen dazu, bei Hundeattacken panisch und entsprechend kopflos wegzurasen. Ich überlasse es deiner Phantasie, was da alles passieren kann.

    Mein Wallach hat die Lage dann sehr schnell gelöst, ist einfach stehengeblieben und hat ruhig und gezielt nach dem Hund geschlagen. Getroffen hat er Gottseidank nicht, weil der Hund auswich, aber der Schäfer ist auf dem Bauch zu seinem Besitzer zurückgekrochen und hat so geschrien,dass ich dachte, ihm ist Gottweißwas passiert. Dem war also absolut klar, dass das Pferd es sehr ernst gemeint hatte.

    Wir haben dann noch nachgesehen, und keinem der Tiere war was passiert. Der Hundebesitzer redete von "wollte doch nur spielen", aber das hat sich definitv anders angefühlt. Wir haben die beiden dann noch öfter getroffen, und er hat den Hund immer rangerufen (das ging sehr wohl) und angeleint, sobald wir am Horizont auftauchten. Notfalls bin ich erstmal stehengeblieben, bis er ihn hatte.

    Fazit aus Reitersicht: Das ist eine der gefährlichsten Situationen, die dir draußen überhaupt begegnen können, und in dem Moment hast du so dermaßen zu tun, dass du selten Zeit hast, dich auch noch um den Hund zu kümmern.

    Aus Hundebesitzersicht: Ich wäre heiß froh, überhaupt noch einen Hund zu haben. Mir war damals absolut klar, dass das Pferd, wäre der Hund nicht geflohen, Ernst gemacht hätte - du mußt also jederzeit damit rechnen, statt eines panisch fliehenden Pferdes auch mal einen Kandidaten zu treffen, der das Angreifer-Problem endgültig löst.

    Ich würde da mit dem Hund sehr intensiv über schlichten, altmodischen Gehorsam arbeiten: Kommen auf Ruf oder zumindest Stoppen auf Kommando so lange trainieren, bis das wirklich sitzt - und vorher Leine dran.

    Fettfutter mache ich immer selbst, weil das so viel günstiger ist: grobe (Futter)haferflocken, gemischt mit feinen Haferflocken (für Rotkehlchen und Zaunkönig). Auf 5-6 Pfund davon eine Stange Kokosfett auflösen, Haferflocken übergießen und alles so lange umrühren, bis die Flocken gut fettig sind. Abgekühlt geht das bei Vögeln aller Größen reißend weg.

    Meisenknödel hab ich früher auch selbstgemacht, aus Rindertalg und Haferflocken, weil das so schön sauber ohne Reste gefressen wird - das ist mir aber zu aufwendig geworden, seit ich einen ganzen Spatzenschwarm durchfüttere.

    Geniales Foto! Das Kalb hat entschieden was und erinnert mich sehr an einen Hund, den ich in den Ferien mal gesittet habe, eine schokoladenbraune, kurzhaarige Mischung aus Rottweiler und Bernhardiner. Ein junger Gigant mit Klotzkopf, unbegrenzter Menschliebe und SEHR begrenztem motorischem Geschick. Wenn der sich freute, ging man auch besser in Deckung, zumal er einen nicht nur umbolzte, sondern dann auch noch begeistert und ausgiebig vollsabberte.

    Er hatte allerdings auch einen sehr passenden Beruf: Er gehörte einem Schlachter, bewachte den Betrieb (da reichte schon die Optik) und trieb Rinder auf den und vom LKW. Machte er wohl alles absolut super, und ich drücke fest die Daumen, dass sich für dein Elefantenbaby auch noch ein so perfekt passendes Tätigkeitsfeld findet!

    Da du jetzt eh nur abwarten kannst, würde ich mich an deiner Stelle mit der Statistik beruhigen: Die Chance, dass Rocky dir auf dem nächsten Spaziergang überfahren wird, ist -zigmal größer als die, dass diese eine Scheibe Schinken Aujetzky auslöst. Sprich: Mit der größten Wahrscheinlichkeit wird überhaupt nichts passieren - weder das eine noch das andere.

    "Wir haben eben jetzt Lehrgeld bezahlt...."

    Das finde ich eine sehr vernünftige Einstellung, und wenn du jetzt noch Konsequenzen daraus ziehst, bringt dich der ganze Ärger vielleicht noch ein gutes Stückchen weiter.
    Ich würde nämlich keinem Hundehalter glauben, der mir erzählt, noch nie irgendeinen dicken Sch*** gebaut zu haben, zumal in einer Streßsituation - die Frage ist wirklich, wie man dann damit umgeht.