Beiträge von terriers4me
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Ich drück dir die Daumen, Chris, dass ihr bald wenigstens anständig bauen dürft.
Ansonsten sind die Probleme wohl überall die gleichen - meine Freundin hat ihre jeweils 20 Hektar großen Koppeln (!) mit einem enormen Aufwand eigentlich sensationell gut eingezäunt, weit über das, was üblich ist - aber bei Schnee ist das ja schon ohne Wölfe gern ein Problem. Und im Wolfs-Ernstfall finden die Experten dann sicher auch irgendwas, was sie als Tierhalterin doch noch falsch gemacht hat.
Es ist wirklich SO ein Trauerspiel - wer hätte das vor ein paar Jahren je für möglich gehalten?
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Darf ich auch mal nachfragen, obwohl das nicht mein Thread ist? Ich finde das Thema nur sehr interessant - meine Erfahrung beschränkt sich da ja auf den überschnappenden Jagdterrier, und der barst schlicht vor Selbstbewußtsein, brauchte einfach mal einen Dämpfer, und die Sache war gegessen.
Dass man bei einem unsicheren Hund viel, viel mehr zu tun hat, ist klar, denn ich habe selbst einen zum Überschnappen neigenden Terrier hier sitzen, der allerdings absolut nicht aggressiv wird, sondern einfach gern mal vor lauter Ablenkung den Kopf verliert.
Ich hab jetzt einfach eine Verständnisfrage. Du sagst einmal:
"Lege weniger Wert auf Gehorsam.."
und dann:
"Versuche ihr stattdessen so viel Sicherheit wie nur möglich zu geben. Baue viele ruhige Rituale auf."
Das zweite - Sicherheit durch ruhige Rituale - WÄRE für mich der Inbegriff von "Gehorsam": dem Hund durch ständiges, ruhiges Abverlangen von Dingen, die er schon leisten kann - zum Beispiel kurzes Stillsitzen - einen Rahmen zu geben und das dann langsam zu steigern. Ich fand das sehr hilfreich, weil es dem Hund geholfen hat, sich zu "sammeln" und auf mich zu konzentrieren.
Haben wir da einfach einen verschiedenen "Gehorsamsbegriff", oder würdest du auch sowas kontraproduktiv finden?
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Hier im Hamburger Raum hatten wir schon einen - der hat monatelang prima auf einem riesigen Rangierbahnhof gelebt.
Schon lustig, sich vorzustellen, dass genau diese kulturfolgenden, wenig scheuen Wolfstypen die Vorfahren unserer Haushunde sein müssen...
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"Dass Wölfe für den Nahrungserwerb lernen, Hindernisse zu überwinden, gehört zu ihrem natürlichen Verhaltensrepertoire und bildet die evolutionäre Grundlage für den Erfolg dieser Tierart."
...heißt doch wohl übersetzt, ganz offiziell von der Landesregierung: "Liebe Tierhalter, den ganzen Zaun-Scheiß könnt ihr euch schenken, weil's eh nichts bringt?"
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"Es gab zwischendurch eine Phase, da hat es geholfen bestimmt zu werden und sie dann ins Platz zu schicken. Das ging ne ganze Weile gut und musste auch gar nicht besonders laut sein."
Da würde ich schon mal als Hoffnungschimmer sehen: Sie war doch offenbar schon ansprech- und lenkbar, eine ganze Zeit lang, und das sogar recht gut.
Vielleicht kriegt ihr ja doch raus, was genau sich seit der Kastration geändert hat und woher der Rückfall kommen könnte? -
Und darauf reagiert sie überhaupt nicht, auch nicht, wenn du sie erstmal ruhig sitzen läßt? Dann hast du das ja auch durch - da hilft dann vermutlich wirklich erstmal nur der Maulkorb, so daß sie überhaupt keinen Erfolg mehr haben kann.
Mein Mitgefühl plus gedrückter Daumen & Pfoten hast du da auf jeden Fall - vom eigenen Hund zum Abreagieren benutzt zu werden, ist wirklich alles andere als spaßig.
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Übrigens hat besagter Terrier, wenn er besonders wütend war, statt unserer Klamotten dann mal kurz die Leine geschüttelt. Das haben wir ihm auch erlaubt - er war schließlich unser guter Kumpel, und dass er mit seinem Axtmörder-Temperament irgendwo hinmußte, leuchtete uns ja ein. Wir wollten nur keinesfalls selbst herhalten.
Im Grunde haben wir's damals also so gelöst, wie es dir hier auch schon empfohlen wurde: die Attacke selbst rigoros per "Sitz" abgebrochen und ihm dafür notfalls eine Ersatzbefriedigung erlaubt.
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Ich war vor vielen, vielen Jahren mit einem Deutschen Jagdterrier befreundet, der sich ähnlich benahm: Erregte irgend etwas seinen Unwillen (sprich: durfte er den Rüden/das Pferd/den Spaziergänger der ihm nicht in den Kram paßte, nicht attackieren), drehte er sich um, packte die Klamotten seiner Besitzerin und schüttelte sie tot - und zwar mit einer solchen Vehemenz, dass er es sogar schaffte, Stücke aus einem Pelzmantel zu reißen. Er ging nicht soweit, beschädigend zu beißen (das tat er nur bei Fremden), aber Klamotten haben da einige dran geglaubt.
Als meine Freundin und ich, damals kynologisch unbedarfte Teenager, mit ihm spazierengingen, haben wir ziemlich unpädagogisch gehandelt, als er uns das erste Mal anging: Wir haben den kleinen Wüterich am Geschirr gepackt, ins "Sitz" gezwungen und ihm mit sehr authentischer Empörung angedroht, dass ihm der Himmel auf den Kopf fallen würde, sollte er sowas noch EINMAL versuchen!
Wir haben Glück gehabt: Er hat's hingenommen und bei uns nie wieder mehr getan, als sich wütend umzudrehen und die Aktion auf ein "Spinnst du?!" abzubrechen. Sein Frauchen, die ihn regelmäßig mit "er ist eben jähzornig" entschuldigte, hat in den fast zwanzig Jahren, die dieser Terrier lebte, regelmäßig Klamotten eingebüßt.
Ich will dir hier keinesfalls zu Experimenten raten, die in die Hose gehen könnten, und bei mir trüge so ein Hund heute auch erstmal einen Maulkorb, ob er will oder nicht - aber bist du dir wirklich sicher, dass Feta überhaupt weiß, dass du ihr Verhalten nicht willst? Hast du ihr das irgendwann mal unmißverständlich klargemacht - oder ist das vor lauter Ursachenforschung irgendwie untergegangen?
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Dem würde ich mich anschließen - ich würde Wölfe sicher nicht wieder ausrotten wollen, sie aber schon so bejagen, dass sie generell Menschen als Gefahr begreifen und ihre "natürliche" Scheu vor Menschen und Menschennähe zurückbekommen.
Und darüber, dass ganze rinderfressende Rudel ebenso getötet, pardon: entnommen gehören wie die eigentlich bedauernswerten Hybriden sollte man mit etwas gesundem Menschenverstand eigentlich nicht diskutieren müssen.