Beiträge von terriers4me

    Ich kann es nur von der anderen Seite sagen: Ich hab drei Jahre lang die beiden Hunde einer Freundin mit meinem rausgenommen, damit sie keine acht Stunden alleine sein mußten. Die waren erst auch etwas unruhig, dann hat sich alles bestens eingeregelt. Allerdings hatten wir keine so dramatischen Situationen wie das Weglaufen, es dauerte nur einfach ein paar Tage, bis die Hunde kapiert hatte, dass der Tag jetzt anders läuft.

    Ich würde es davon abhängig machen, ob ich der Sitterin generell wirklich vertraue: hast du da Zweifel, brich die Sache ab. Wenn nicht, gib beiden noch ein bißchen Zeit - ein Hund ist ja wirklich ein Gewohnheitstier, und auch ein neues Ritual braucht einfach Zeit, um sich einzuspielen.

    Shiva benimmt sich doch in keiner Weise unfreundlich, sie macht einfach auf Hundeart klar, was sie hinnehmen kann und was nicht.

    Einen Welpen akzeptieren bedeutet für einen erwachsenen Hund ja nicht, ihm alles durchgehen zu lassen - da werden die Grenzen schon sehr unmißverständlich aufgezeigt. Und auch wenn der Welpe mal schreit, nimmt er keinen Schaden dabei.

    Da fängt jetzt eure Aufgabe an: Zwingt sie nicht, ständig alles selbst regeln zu müssen, bis sie von dem Kleinteil irgendwann wirklich genervt ist. Das ist ab jetzt eure Aufgabe.

    Ich hatte früher einen Airedale Terrier am Pferd, und der war wunderbar und paßte auch sonst sehr gut zu den Anforderungen: ein kerniger, ernstzunehmender Hund, ohne zu massiv zu sein, kein Brocken, aber auch nicht zu klein, fröhlich, aber kein aufdringliches Trampel, kinderfreundlich und immer für alles zu haben, was man von ihm möchte. Kann, da eine sehr gesunde Rasse, jedes Tempo und so ziemlich jede Entfernung am Pferd mitlaufen.

    Und, Riesenbonus: gut getrimmt und mit geschnittenem Beinhaar kommt der Airedale dem Ideal des nicht haarenden, kaum Dreck einschleppenden Hundes sehr nahe.

    Aber - und das ist ein großes Aber! - er hat Jagdtrieb, zusammen mit reichlich Temperament, einige Exemplare nicht zu knapp. Bei meiner Hündin war das kein Problem, weil die sehr leicht erziehbar und "im Dienst" total brav war, aber ich habe inzwischen auch andere kennengelernt. Das muß man wirklich vorher wissen und sich überlegen, ob man das zusätzliche Training auf sich nehmen will.

    Die meisten Kommandos ergeben sich im alltäglichen Zusammenleben ganz von allein. Eins haben wir von Anfang an gezielt draußen geübt, und das war "Komm!" Natürlich auch als Spiel verkauft, also Kommando nur gegeben, wenn der Welpe nicht abgelenkt war, mal ein paar Schritte weggelaufen, dass der Zwerg mich "jagen" konnte, eine schicke Belohnung für dieses besonders tolle Spiel, und dann immer größere Abstände beim Abruf.

    Der kleine Terrier, der ein enormer Bewegungsjäger ist, ging sofort begeistert darauf ein, und im Handumdrehen hatte ich auf "Komm!" einen regelrecht anfliegenden Welpen. Auf dem Foto ist die kleine Hündin etwa neun Wochen alt, und es war einfach süß zu sehen, wie sie sich für Aufgabe begeisterte, die sie da schon genau verstand und erfolgreich lösen konnte.

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    Eigentlich verhalten sich eure Hunde genau so wie es von einem Terrier (und wohl auch Teckel?) "berufsmäßig" erwartet wird: Sobald sie draußen sind, gehen sie allein auf Jagd.

    Solitärjäger ist ihr ursprünglicher Job - aber daran scheinen die meisten Leute nicht zu denken, wenn sie einen "intelligenten, unabhängigen" Hund und "keinen Sklaven" und "einen Individualisten" möchten. Das Ding ist nur: All diese Intelligenz und Eigenständigkeit sind beim noch etwas ursprünglichen Terrier zweckorientiert und aufs Stöbern und Jagen ausgerichtet. Das Leben mit einem weniger intelligenten, abhängigeren und unterordnungsbereiten Hund ist schon wesentlich leichter.

    Da muß man sich schon ganz schön was einfallen lassen, um den Hund auf sich zu lenken - und oft hilft doch nur die Leine. Ich bin jedenfalls heiß dankbar dafür, dass mein jetziger Terrier so wunderbar gefräßig ist und für einen guten Happen gerne (bis zu einem gewissen Grad!) kooperiert. Ihre Vorgängerin war absolut unbestechlich und ebenso selbständig - und da hätte man wirklich gleich mit einer Katze spazierengehen können.

    Ich füttere meine Hunde seit über 20 Jahren frisch, aber nicht nach der reinen BARF-Lehre. Gemüse gibt es hier gedünstet/püriert, damit es nicht nur Ballast ist. Auf eine Gabe von Reis/Hafer-/Hirseflocken würde ich nicht verzichten, zumal mein anspruchsloser Terrier von zuviel Protein sofort Hautjucken kriegt, einen Teil der Energie also besser anderswoher bezieht.

    Früher, bei einem größeren Hund, habe ich (über den Daumen) je 1/3 Fleisch, Getreide und Gemüse gegeben. Jetzt habe ich eine kleine Kastratin, die schon vom Hinsehen zunimmt, also gibt es (auch über den Daumen) halb Fleisch, halb Getreide/Gemüse, wobei der Gemüseanteil deutlich höher wird, sobald sie zulegt.

    Dazu Knochenmehl (Knochen verträgt sie seit einiger Zeit nicht mehr), ein bißchen Leinöl und ab und zu ein rohes Eigelb - und der Hund ist tiptop in Form und hat aktuell beste Blutwerte.

    Klimperndes Halsband wäre tatsächlich eine Möglichkeit, und vor allem: Hast du mal in die Ohren gesehen/sehen lassen? Oft ist Kopfschütteln das erste Anzeichen dafür, dass es da Probleme gibt, auch tiefer im Gehörgang, wo man es von außen nicht sieht.

    Ich durfte mal einen Araber reiten, der die Angewohnheit hatte, aus jeder Gangart schnaubend einen Riesensatz über jede Wildschweinspur zu machen, die den Weg kreuzte. Da man das als Reiter natürlich nie voraussehen konnte und es in der Göhrde reichlich Sauen gab, war das, gelinde gesagt, eine sehr unbequeme und gefährliche Angewohnheit.

    Insofern könnte ich mit sehr gut vorstellen, dass sensible Pferde bei Wolfsgeruch erst recht auf kreative Ideen kommen. Werden wir sicher bald erfahren!