Beiträge von terriers4me

    "Und wenn der Hund schon so nah dranbleibt - wo wäre da das Problem, eine Leine dran zumachen?! Sieht es dann für das Umfeld nicht mehr so beeindruckend aus? Ist die Leine so schwer und umständlich festzuhalten? Hat für mich mittlerweile auch was arg Albernes."

    Sehe ich heute ganz genauso. Damals war ich neunzehn und so dermaßen zum Platzen stolz auf das "unsichtbare Band" zwischen mir und diesem meinem ersten Hund, dass ich es einfach genießen und - ja! - auch vorführen wollte. Natürlich war es nüchtern betrachtet die absolute jugendliche Torheit.

    Ich denke, sowas wie "leinenlos" war früher auch noch leichter. Der Verkehr in der Stadt war zwar auch schon knüppeldick, aber vieles mit Hunden wurde noch lockerer gesehen. Ich hab meine Hündin zum Beispiel, wenn im Bus Leinenzwang war, angeleint und ihr dann die Leine gefaltet zum Tragen ins Maul gegeben. Ein schwarzer Hund brav "bei Fuß", der seine orangefarbene Leine stolz jedem präsentiert, der ihn ansieht - das erweichte selbst das Herz des härtesten Busfahrers.

    Ähnlich in Unigebäuden, die eigentlich Hundeverbot hatte: da hab ich ihr meine Aktentasche zu tragen gegeben, und auch da sind wir mit einem freundlichen Lachen überall durchgekommen.

    Ich kann mir kaum vorstellen, dass das heute noch so easy wäre!

    Es muß wirklich vom Hund ausgehen. Du kannst als Besitzer eines solchen Tieres zwar die Kommunikation verfeinern, bis du wirklich fast nur noch denken mußt, aber der Hund muß von sich darauf eingehen wollen.

    Ich hatte nach dieser Hündin noch vier Hunde, und mit keinem wäre so etwas möglich gewesen. Der Rüde, ihr Sohn, war schlicht nicht schlau genug, der Airedalehündin fehlte das ausgeprägte Selbstbewußtsein, und die Russells würden mir was husten. Die sind zwar noch ein Stück schlauer als meine erste Hündin es war, würden aber ihre Cleverness nutzen, um im Zweifelsfall eigene Wege zu gehen.

    Es gehört also schon ein besonderer Hund dazu - aber selbst den würde ich heute per Leine absichern.

    Ich bin teilweise soweit gegangen, mir nicht mal eine Leine einzustecken, wenn ich rausging - das war wirklich jugendliche Dummheit in Reinkultur. Aber wie gesagt: es ging mehr als ein Jahrzehnt bestens, bis...

    Da ich auch schon öfter gehört habe, dass solche Hunde im hohen Alter dann noch noch verunglücken (wie es meiner Hündin auch fast passiert wäre), frag ich mich, warum: Lassen die Sinne und Reaktionen des Hundes nach - oder wird man als Besitzer einfach zu nachlässig, weil man glaubt, für seinen Hund die Hand ins Feuer legen zu können?

    Ich hätte es echt getan, damals - und ich bin heute noch dankbar, dass wir den Preis dafür nicht zahlen mußten!

    Das geht meines Erachtens vor allem vom Hund aus, und ist daher nicht mit jedem Tier möglich. Mein erster Hund war auch von dieser Sorte - das sind Hunde, die dir soweit entgegenkommen, die selbst die feinsten Signale so deuten, dass du irgendwann das Gefühl hast, sie lesen deine Gedanken und reagieren darauf. Außerdem war das von Natur aus ein sehr ruhiges, ernstes und selbstbewußtes Tier, das sich auf seine jeweilige Aufgabe total einließ, ohne groß ablenkbar zu sein.

    Diese Hündin hat mich auch jahrelang nahezu leinenlos begleitet, auch in der Großstadt, und ich hätte sie und unsere Verbindung in meinem jugendlichen Leichtsinn für unfehlbar gehalten - bis sie elfjährig über eine Hauptstraße schoß, weil auf der anderen Seite ein Eichhörnchen war.

    Es ging dann nochmal gut, aber seitdem weiß ich, dass selbst der tollste Hund fehlbar ist - und als Lebewesen sein muß - und würde sowas, wie du es beschreibst, mit keinem mehr riskieren.

    Geht mir genauso - da ist inzwischen wirklich jedes Vertrauen weg.

    Der größte Wolf, der in D je geschossen wurde, ein älterer Rüde, hatte übrigens 85 cm Schulterhöhe, 1,70 m Nasen-Schwanzlänge und etwa 95 Pfund Gewicht. Das war der berüchtigte "Würger vom Lichtenmoor" , dessen Präparat wir uns als Kinder auf Schulausflügen in Hannover im Museum ansehen mußten. Toller Gruselfaktor!

    Nachkriegszeit: Das Monster im Moor | ZEIT ONLINE

    Glaubt man der Fama, war das ein Killer mit übernatürlichen Fähigkeiten - in Wirklichkeit wohl ein ganz normaler Wolf, der als Deckung für eine der größten Schwarzschlachte-Aktionen herhielt die es je gegeben hat. Not macht echt erfinderisch!