Beiträge von terriers4me

    Bei uns ist die kleine Extraschräge an der ganzen Sache noch die, dass mein Hund nur so hassig auf Katzen reagiert weil er zweimal von Freigängern im eigenen, umzäunten Garten angegriffen wurde.

    Das erste Mal hat er mit neun Wochen die neugierige Welpennase in einen Busch gesteckt, raus kam eine Krallenpfote und zog ihm einen tiefen Kratzer über die Nase, bevor die Katze floh. Der kleine Terrier schrie zwar, wollte aber sofort wütend hinterher.

    Weil ich ja weiß, dass Terrier zu dem neigen, was man so schön "Raubzeugschärfe" nennt, hab ich immer großen Wert darauf gelegt, dass meine anständig mit Katzen klarkommen. Also auch mit diesem Welpen geübt und geübt, dass Katzen eigentlich ok oder zumindest neutral sind, und so halbwegs ging's dann wieder. Nicht so gut wie bei den Vorgängern, aber immerhin.

    Bis eines Sommermorgens eine dicke Katze hier auf der Einfahrt saß und, bevor ich noch reagieren konnte, aufgeplustert und fauchend auf den kleinen Hund losging. Ich habe noch nie einen Hund so rasend schnell so explodieren sehen. Die Katze kam gerade noch über den Zaun, und für den Terrier war fortan alles klar: Katze = FEIND!

    Da half dann auch kein Erziehen mehr, die Lektion saß. Seitdem habe ich meinen ersten echten Katzenhasser an der Leine, und der Hund meint das leider ernst. Ich finde das extrem nervig: Ich muß jetzt ein Hundeleben lang andere Katzen vor einem Problem schützen, das uns Freigänger erst eingebrockt haben.

    Die Vorstellung, dass einem der eigene Hund - trotz Zaun - morgens mit abgebissener Pfote entgegenkommt, ist schon sehr kraß!

    Ich glaube, in einem so bedrängten Dorf würde ich mich zumindest dick mit Silvesterkrachern eindecken, wenn ich die Wölfe schon ständig am Gartenzaun habe - aber die sensiblen Tiere so zu erschrecken, dürfte wohl auch verboten sein?

    So ähnlich wie das Sprichwort: "Ein Russell ohne Macke ist keiner"?

    Ansonsten erzählt bitte mal lauter fürchterliche Dinge über eure Hunde! Ich leide immer noch unter dem Hormonschub von meiner Bully-Begegnung neulich - UND ICH BRAUCHE GERADE KEINEN ZWEITEN HUND!

    (Aber der kleine Panzer war soooooooooo süß! *SEUFZ*)

    Ich arbeite zuhause, hatte also das Glück, rundum bei dem neuen Welpen zu sein, und natürlich ist der erstmal der Mittelpunkt. Dafür hab ich mir so ein Hundebaby auch geholt, ich will möglichst viel von dieser kurzen, goldigen ersten Zeit haben.

    Insofern: Mittelpunkt ja, ABER der Trick dabei ist, den Welpen das nicht merken zu lassen. Das klingt in der Theorie schwierig, ist aber ganz einfach: Man lebt einfach das normale Leben weiter, bezieht den Zwerg sofort so weit wie möglich ein, sagt aber auch mal deutlich Nein.

    Dabei sind Sachzwänge sehr hilfreich: Ich MUSSTE von Tag 1 an stundenlang normal arbeiten, also hab ich dem Welpen ein Kuschelplätzchen mit Kauspielzeug unter dem Schreibtisch gemacht. Nach dem Morgenspaziergang stand ich erstmal, von Pinkelpausen im Garten abgesehen, nicht mehr zur Verfügung.
    Ich war da, aber Stören brachte nur einen Anraunzer plus Wegschieben, kein Spielchen. (Wie gesagt: es ist echt hilfreich, wenn man darauf einfach nicht eingehen kann - hat man Zeit, läßt man sich eher überreden) Der Welpe hat fix gelernt und als gegeben hingenommen, dass da alles Jammern und Zappeln nichts hilft, sondern dass Schreibtisch eben gleich Pause ist.

    Ganz ohne Box & Co. sah es unter meinem Arbeitsplatz dann bald so aus - und da liegt der Hund heute noch:

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    Angesichts der doch etwas schrägen Rechtslage muß ich hier gerade ein bißchen grinsen: Angenommen, unsere Katzen-Episode in letzten Jahr wäre nicht gut ausgegangen, hieße das Problem: Hund schnappt sich Freigängerkatze in eigenen Garten, während die gerade dabei ist, sich die Haustiere der Hundehalterin zu schnappen...

    Angesichts all der Möglichkeiten, sowas rechtlich einzuschätzen, lacht doch sicher das Juristenherz!

    Hier ist das Landeshundegesetzt von NRW, meines Wissens das schärfste in Deutschland. Selbst das schreibt nur vor:

    "Pflichten(1) Innerhalb eines befriedeten Besitztums sind gefährliche Hunde so zu halten, dass sie dieses gegen den Willen der Halterin oder des Halters nicht verlassen können."

    Quelle: Gesetze und Verordnungen | Landesrecht NRW

    Also selbst für "gefährliche" Hunde endet die Pflicht des Halters beim Zaun - nix mit Büsche absuchen, Maulkorb & Leine, bevor der Hund den eigenen Garten betritt...

    Hat sich hier einer - auch nur einer! - je für "drauf schicken" ausgesprochen?!

    Wir reden hier von Unfällen, die nun mal passieren können, sobald sich Katzen ungebeten in fremden(!) Gärten aufhalten.

    Ich erkenne absolut an, dass ich die Allgemeinheit vor meinem Hund zu schützen habe. Daher zäune ich sicher ein, habe draußen ein Augen auf den Hund und sogar ein "Vorsicht Hund"-Schild draußen, damit sich niemand vor einer Bellattacke erschrickt.

    Das ist meine Verantwortung, und das ist OK. Aber ich bin nicht bis ins Letzte verantwortlich für eine Katze, von der der Besitzer meint, dass sie zu ihrem Lebensglück unbedingt durch fremde Gärten stromern muß. Das ist immer noch der Halter - und wenn da jedes Risiko ausgeschlossen werden soll, muß er seine Katze eben absichern. Wie, ist nicht meine Sache.

    Das ist hier gottseidank anders - irgendwie hat es sich unter den Freigängern rumgesprochen, dass der Hund, obwohl kaum so groß wie ein dicker Kater, es absolut ernst meint. (Übrigens auch erst seit der Attacke einer Katze auf unserem eigenen Grundstück, mit der das ganze lange "Sei nett zu Katzen-Training" buchstäblich mit einem Schlag hinfällig war - aber das ist eine andere Geschichte).

    Insofern klappt das hier eigentlich recht reibungslos - und für die wenigen Ausnahmefälle pro Jahr suche ich sicher nicht -zigmal am Tag den Garten ab, bevor ich mit dem Hund kurz zur Mülltonne, zu den Hühnern oder sonstwohin gehe.