Beiträge von terriers4me

    Knurrt er denn auch, wenn du die Pfote zum Abtrocknen oder zum Krallenschneiden nimmst? Wenn du die Zehen mal einfach so spreizt und das Gelenk vorsichtig biegst?

    Wenn nein, was machst du anders?

    Ich gehe jetzt mal davon aus, dass du eine schmerzverdächtige Stelle nicht einfach grob angrabscht, sondern erstmal ganz normal hinfaßt. Also eigentlich überhaupt noch kein Grund für Theater - es sei denn, er traut der ganzen Sache grundsätzlich nicht. Was dann schon wieder ein ähnliches Problem wäre wie das Fixieren.

    Du schriebst doch im Eingangspost:

    "Wenn ich der Ursache auf den Grund gehen will, gibt es Spektakel...Wuffen, knurren..."

    So ganz easy klingt das nicht gerade, und damit hättest du doch schon mal ein erstes Trainingsziel: alles anfassen, alles kontrollieren, bis das ohne "Spektakel" geht.

    Wenn ich das richtig verstehe, geht es bei Newton ja offenbar nicht in erster Linie ums Wehtun, sondern ums Fixiertwerden - also eher um einen krassen Mangel an generellem Vertrauen als um riesige Schmerzempfindlichkeit.

    Du mußt selbst wissen, welches Ausmaß an Training du euch da zumuten willst, aber ich kann mich da auch nur den anderen anschließen: Tu, was immer du tun kannst, um diesen Wahnsinnsstreß zu reduzieren, und möglichst noch ein bißchen mehr.

    Denn du WIRST mit diesem Hund eines Tages in die Lage kommen, dass er regelmäßig behandelt werden muß - es wäre schon ein Wunder, wenn Newton ein ganzes Hundeleben lang jede Verletzung/Erkrankung erspart bliebe, die intensiven Tierarztkontakt erfordert. Das hat hier in 40 Jahren plus noch kein Hund geschafft.

    Selbst wenn der Hund wehleidig ist, einen Anlaß gibt es ja eben doch, er denkt sich die auslösenden Probleme ja nun nicht aus.

    Wenn mein junger Hund immer wieder unspezifisch rumkränkelte, beim Haustierarzt aber kaum zu handhaben ist, würde ich dringend Chris' Rat befolgen, in eine Klink fahren und ihn einmal auf links drehen lassen. Wenn nötig sediert. Wirbelsäule (vielleicht hat er da ja nur was blockiert, aber wie willst du das rausfinden/behandeln, wenn er sich nicht untersuchen läßt?), Gelenke (immerhin gehört er einer Rasse an, die da zu Problemen tendiert), Blut auf Entzündungszeichen, Zeckenkrankheiten...und so weiter. Dann weißt du wenigstens Bescheid - so oder so.

    Ich hab in Jahrzehnten Tierhaltung die Erfahrung gemacht, dass sich hinter fast jedem seltsamen Benehmen zum Schluß ein handfestes medizinisches Problem versteckt hat und bin mit so Diagnosen wie "ist eben wehleidig" echt vorsichtig geworden.

    Ich habe zweimal Erfolg damit gehabt, grünen Pansen und UltraSpur, ein Spurenelementepräparat, zuzufüttern. Den Hunden hatte also tatsächlich etwas gefehlt, Enzyme, Spurenelemente oder beides. Auf jeden Fall hörte das exzessive Kotfressen schnell wieder auf.

    Sind die süß, die beiden!

    Wirklich erstaunlich, dass die Hündin so entspannt aussieht - ein Quasi-Fremder im Körbchen ist ja sonst nicht gerade das, was würdige alte Hundedamen freundlich tolerieren.

    Das würde ich auch als Zeichen nehmen, dass da wohl gerade jemand mit einem Augenzwinkern runterguckt...

    Ich glaube,"Welpenblues" ist auch erst ein Thema geworden, seit Hunde so derart vermenschlicht und mit Erwartungen überfrachtet werden. Man will sich in den Welpen/Hund "verlieben", "es muß Peng machen", "die Chemie muß auf Anhieb stimmen", "Bindung" natürlich sofort, tolles "Bauchgefühl" ist ein Muß, und ein "Seelenhund" soll's dann möglichst auch gleich werden.

    Alles bitte sofort, was ja nichts weiter bedeutet als: der Welpe/Hund soll, wie ein Liebespartner, bedingungslos glücklich machen.

    An so viel Erwartung sind schon viele menschliche Partnerschaften zerbrochen, und wenn ein kleines Tier sie - am besten sofort - erfüllen soll, ist die Riesenenttäuschung vorprogrammiert. Sowas nennt man dann schlicht Realität.