Wenn sie sich in einer unangenehmen Situation schon mal von selbst hinter dich stellt, dich also als Schutzinstanz akzeptiert, ist das doch schon toll! Sobald sie gemerkt hat, dass sie sich auf diesen Schutz verlassen kann, wird sie auch viel selbstbewußter werden - mit solcher Unterstützung im Rücken kann man die Welt ja viel unbesorgter erkunden!
Beiträge von terriers4me
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Das richtig Ärgerliche und Frustrierende an der Geschichte mit dem Pudel ist für mich die totale Beratungsresistenz, die sich da zeigt. Die ganze Konsultation mit Rütter stand unter dem Motto: "Sieh's nicht als Spielzeug oder 'Baby', sieh deinen Hund als Hund." Endlos und endlos wiederholt - und total ignoriert.
Hätte die Dame das, was ihr so dringend geraten wurde, auch nur einen Moment getan, hätte sie auch nur andeutungsweise überlegt, wie ihre sicher gutgemeinte Aktion aus Sicht des Hundes aussehen muß, wäre das Pudelchen noch am Leben.
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Merk dir schon mal fürs weitere Hundeleben: Dein Hund muss NICHT mit jedem Hund Kontakt haben, der des Weges kommt - das ist schlichtweg eine menschliche Modeerscheinung und bringt den Hunden im besten Fall genau garnichts, im schlimmeren Streß, wie ihr ihn gerade erlebt habt, und im schlimmsten eine Klopperei.
Je besser du die Kontakte dosierst, also sozusagen nach Situation, Verträglichkeit und Manieren "vorsortierst", desto entspannter wird das alles für Moana. Ihr Lerneffekt ist dann nämlich: "Wenn Frauchen bei mir ist, passiert mir nichts, was ich nicht bewältigen kann" - und das überträgt sie dann auch bald auf andere Lebensbereiche, wird also an deiner Seite generell selbstbewußter.
Ranstürzende Riesen im Doppelpack, im Lästigkeitsfaktor noch potenziert durch einen grabschenden Besitzer, sind da nicht zweckdienlich. Ich würde in Zukunft entweder samt Hund ungerührt weitergehen, oder, wenn du den Kontakt überhaupt nicht vermeiden kannst, einen Schritt vor Moana gehen und die Neuankömmlinge erstmal freundlich "einbremsen".
Es ist ja selten so, dass die anderen Hunde gleich Böses vorhaben. Meist sind es einfach nette Trampel, und da bin ich bei meinem kleinen Terrierwelpen mit dieser Methode immer gut gefahren. Wenn sie darauf nicht reagieren, kannst du immer noch deutlicher werden und energischer abblocken. Tust du das gleich von vorneherein, birgt das die Gefahr in sich, dass Moana lernt, jeden auf euch zukommenden Hund mit Ärger zu verbinden - und das wollt ihr ja gerade vermeiden.
Klar kannst du sie auch erstmal auf den Arm nehmen, wenn ihr das mehr Sicherheit gibt, aber da läufst du wieder Gefahr, Hundebegegnungen gleich von vorneherein zu dramatisieren. Das mußt du einfach je nach Einzelfall abwägen - das Gefühl dafür bekommt man ziemlich schnell.
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Ich mache das ein bißchen von der Hundegröße abhängig: Bei einem quirligen Kleinen habe ich es lieber, wenn er ein bißchen vor mir läuft. Da habe ich den gesamten Hund mit seiner Körpersprache gut im Blick, ohne mich dauernd nach hinten-unten umdrehen zu müssen. Außerdem ist die Gefahr geringer, dass er mir bei einem Seitensprung zwischen die Beine gerät.
Einen Großen führe ich lieber enger, da sind Kopf und Ohren eh im Blickfeld, und ich habe gern die Möglichkeit, ggfs mal zeitnah ins Halsband greifen zu können.
Aber generell noch eine Stimme für: ein bißchen vorweg ist überhaupt kein Problem, solange die Leine locker bleibt.
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Ich würde mal wagen, es zu generalisieren und zu sagen: Der Wolf gehört überall da hin, wo er noch Teil eines natürlichen Ökosystems sein kann - und hat da nichts verloren, wo er (zwangsläufig) über Jahrhunderte gewachsene ländliche Strukturen bedroht.
Was ich interessant finde ist, dass gerade Länder, die diese Bedingungen noch zu bieten haben, wie z.B. Kanada Wölfe in Siedlungsnähe trotzdem noch so scharf regulieren. Die werden schon wissen, warum - und bei uns, in einem der am dichtesten besiedelten Länder Europas, soll alles easy von selbst laufen?
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Hier auch ein: Hund kommt, im Gegensatz zu allen Vorgängern, fast nirgendwohin mit, da diesem hochreaktiven Tier der Streß meist zuviel ist. Selbst im Urlaub (da ist sie immer dabei) bleibt sie im vertrauten Ferienhaus einfach ruhiger und zufriedener allein, als z.B. mit uns in einem vollen Restaurant zu liegen. Sie kann's und benimmt sich gut, aber man merkt ihr die Dauerspannung doch sehr an.
Damit bin ich in meiner Hundehaltung von einem Extrem ins andere gewandert. Meine erste Hündin liebte Stadtbummel mit Menschenkontakten über alles und war überall und immer dabei. Die Nachfolger hab ich mitgenommen ,soweit ich dachte, es macht dem Hund auch Freude oder ist ein gutes Training - und das jetzige Mega-Landei darf eben zuhause bleiben.
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LOL - genau über den Punkt haben wir natürlich auch schon intensiv diskutieren müssen...
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"Wohin sind wir in diesem Haushalt bloß gekommen?! Nicht mal in der eigenen Küche kann man noch in Frieden betteln...."
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Ich hab damals, 2007, zu den ersten gehört, die von dem ersten Wolf auf dem Rheinmetall-Schießplatz erfahren habe, und was war ich begeistert!
Die Faszination dieser Tiere sehe ich auch nach wie vor, sehr sogar - aber inzwischen leider auch die harte Realität. Und die lautet nun mal: Wölfe in größerer Zahl(!) sind mit einer Kulturlandschaft, wie wir sie seit Jahrhunderten kennen, einfach nicht kompatibel.
Und da ich diese Kulturlandschaft, sprich: verbreitete Weidetierhaltung ohne ständig nachzurüstende Hochsicherheitstrakte, einfach nicht geopfert wissen möchte, bleibt mir leider nichts übrig, als auf eine ständige Regulierung der Wolfzahlen zu hoffen.
Das Tier an sich finde ich übrigens immer noch toll - das Management der Gefahren, die nun mal von einem Spitzenprädator ausgehen, dafür um so erschreckender.
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Pferde nachts reinholen ist hier im Wolfsgebiet ja schon Standard geworden, und inzwischen sind wir in einigen Ecken so weit, dass Islandstuten in Hallen abfohlen müssen, damit die Neugeborenen nicht gerissen werden - schon eine Mordseinschränkung und Streß für die bisher artgerecht draußen gehaltenen Tiere.
Inzwischen allerdings laufen auf einem Hof, den ich gut kenne, die Wölfe schon tagsüber die Zäune ab. Hätte uns jemand vor zehn Jahren gesagt, wo wir inzwischen gelandet sind, hätten wir das lachend als blanke Spinnerei abgetan. Menschliche Fantasie eben...