Beiträge von terriers4me

    Ich fürchte mal, der Teil der Unterzeichner, der überhaupt ein bißchen Ahnung von Hunden hat, lebt in genau dieser Traumwelt:

    Heilig, heilig, heilig ist der Kampfhund - Ulm / Neu-Ulm - Kleintierpraxis Ralph Rückert

    Diese so gepolte Hysterie finde ich langsam ähnlich zum Fürchten wie die ganze Geschichte selbst. Ich hoffe bloß, da knickt niemand ein, und an dem armen, irreversibel versauten und entsprechend gefährlichen Hund wird nicht auch noch rumtherapiert.

    Dabei sieht ein Airedale ja noch irgendwie harmlos aus, so als brauner Teddy. Hier im Raum Hamburg war damals die Hysterie dermaßen, dass ein junges Paar schreiend (!) ein etwa vierjähriges (!!) Kind hochgerissen hat, als mein kleiner Jack Russell(!!!) mit etwa drei Metern Abstand vorbeilief.

    Weil die Leute nett wirkten, hab ich sie angesprochen - und erzählt bekommen ,sie wären Hamburger und hätten gerade in der ****-Zeitung gelesen, dass man Kampfhunde daran erkenne, dass sie weiß seien und oft einen schwarzen Fleck hätten -wie mein Hund eben. Und als dann so einer "auf ihr Kind zugerannt" sei, hätten sie eben Panik gekriegt.

    Das sind dann so die Momente im Leben, da weiß man echt nicht mehr weiter, irgendwie. Dabei waren die Leute, wie gesagt, noch sehr nett.

    Ich fürchte, der Hund hat schon genetisch ziemliche Probleme mitgebracht - kein "Züchter" mit auch nur einem Funken Restverstand würde einen Welpen in so eine Konstellation, in so eine Wohnsituation und ausdrücklich als Waffe abgeben. Ist also nicht schwer zu raten, als welchen Quellen er stammen dürfte und was da bei den Elterntieren Priorität hatte.

    Dazu, dass ein Hund schon mit einem halben Jahr (!) so extrem aggressiv ist, dass die Betreuerin (deren Job das ja gar nicht ist) die Behörden einschaltet, gehört meines Erachtens schon etwas mehr als eine nicht stattgefundene Sozialisation.

    Da bleiben wirklich nur Fassungslosigkeit und Mitleid.

    Danke Junimond - das wollte ich auch gerade nochmal verlinken, weil mich das wirklich schockt: SO früh hat es schon dermaßen deutliche Warnzeichen gegeben, dass diese Haltung nicht funktionieren kann - und keine Behörde hat reagiert.

    Das Unfaßbare an der Sache ist, dass hier ja offenbar alle hingeguckt und was unternommen haben - Betreuerin, Trainerin und immer wieder Nachbarn, sogar ziemlich von Anfang an und über Jahre - und nichts hatte amtliche Konsequenzen.

    Da kann man es den Leuten kaum übel nehmen, wenn sie bei der nächsten sich anbahnenden Hunde-Katastrophe tatsächlich wegsehen.

    Wenn man dem verlinkten, sehr sachlichen und moderaten Artikel folgt, hat in dieser Konstellation von vornherein keiner eine Chance gehabt - am wenigsten der Hund. Und irgendwann ist es dann einfach zu spät, wenn auch nicht immer mit so dramatischen Folgen.

    Falls es überhaupt etwas annähernd Positives den dieser Horrorgeschichte gibt, dann die Hoffnung, dass in Zukunft bei derart aus dem Ruder laufender Hundehaltung genauer hingesehen und das bedauernswerte Tier eher eingezogen wird - aber das ist wahrscheinlich zuviel Optimismus?

    Durch und durch traurig jedenfalls - und dem total verstört und krank wirkenden alten Hund kann man nun leider nichts mehr wünschen als einen schnellen und gnädigen Tod.

    Ich würde auch sagen: Glück gehabt, dem Hund hätte wesentlich mehr passieren können. Wenn er fortan einen deutlichen Respektabstand zu Pferden hält, war das mit Sicherheit eine sehr nützliche Lernerfahrung. Huf gegen Hund kann so schnell tödlich sein - ein mir bekannter Terrier ist bei so einer Gelegenheit in die Wirbelsäule getreten worden und war nicht mehr zu retten.

    So würde ich das das Ganze als "learnig by doing" abhaken, einfach beim normalen Umgang bleiben und in solchen Situationen noch mehr auf beide Tiere aufpassen.

    Daher trimme ich meinen Terrier an den Beinen kaum noch, sondern schneide da meistens. Beine-trimmen kann für den Hund tatsächlich unangenehm sein, weil da die Haut teilweise direkt auf dem Knochen sitzt (wie bei unserem Schienbein auch), und die Region deutlich empfindlicher ist als z.B. eine Körperstelle mit dickeren Muskeln.

    Ansonsten denke ich nicht, dass TS-Hunde alle Unangenehmes an den Pfoten erlebt haben. Ich denke, der Knackpunkt liegt woanders. Es ist eine ganz grundsätzliche Vertrauensfrage: Wer die Beine hergibt und festhalten läßt, macht sich wehrlos, weil er notfalls nicht mehr weglaufen kann.

    Es gehört also schon einiges an Vertrauen in die Situation und die Umgebung dazu, sich in eine so "ausgelieferte" Lage zu begeben - und dass TS-Hunde da oft skeptischer und ängstlicher sind, scheint mir nur logisch.