Beiträge von terriers4me

    Zwingerhusten muß nicht, kann aber wirklich ziemlich fies sein. Meine vorherige Hündin hatte ein halbes Jahr akute Probleme und lebenslang mit den Folgen zu kämpfen. Angesteckt hat sie sich beim Spielen mit einem Setter, der mitten im Rennen plötzlich stehenblieb und bis zum Kotzen hustete. Kommentar der Besitzerin: "Der hat manchmal was im Hals". Wir sind natürlich sofort geflüchtet, aber, wie gesagt: die Folgen waren fies.

    Die Nachfolgerin hat mehrmals Zwingerhusten gehabt, nie wirklich schlimm, aber lästig ist es immer. Insofern würde ich tatsächlich die Rücksicht nehmen und mit einem Hund, von dem ich annehme, dass er infiziert ist, die "Hunde-Öffentlichkeit" meiden.

    Auch wenn sowas manchmal weh tut: Als hier das letzte Mal massiv Zwingerhusten umging habe ich, obwohl ich selbst gerade keinen Hund hatte, das Welpenbesuchen abgesagt. Hier vor dem Haus ist Hunde-Highway, und ich wollte der Züchterin nichts einschleppen. Die war heiß dankbar, denn sie hatte, abgesehen von den kleinen Welpen, noch eine trächtige Hündin im Bestand.

    Insofern: Ja, ich würde den Platz erstmal meiden.

    Und nochmal, aus dem offiziellen Statement der Stadt Hannover:

    "Der Hund wurde heute Vormittag in der Klinik für Kleintiere der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover umfassend untersucht. Beide Eckzähne im Oberkiefer waren gelöst bzw. aus dem Zahnfach herausgebrochen. Die entsprechenden Verletzungen waren frisch und sind vermutlich in der Zeit um den Beißvorfall am 3. April entstanden. Beidseitig besteht eine offene Verbindung zur Nasenhöhle."

    Schöne Vorstellung, dass die Tierschützer dann nichts Dringenderes zu tun hatten, als ein Tier mit solchen Verletzungen zur Selbstdarstellung öffentlich schaulaufen zu lassen und die Diagnose dafür 11 schmerzhafte Tage auf sich warten ließ.

    @Fenech, nur ein kurzes Halb-OT, weil ich gestern nicht mehr dazu gekommen bin.

    Was die bösartigen Pferde angeht: Ich will da nicht nur auf die teilweise gefährlichen Macken raus, die manchen Linien zugeschrieben werden, sondern auf mehr: Ich meine wirklich bösartige, bei Gelegenheit auch tötende Pferde. Die hat es immer unter Vollblütern gegeben, weil da Charakter in der Zucht wenig zählt, wenn sie nur schnell sind. Berüchtigtes Beispiel war zum Beispiel die Linie von Hastings, der selbst kaum handelbar war und von dessen Nachkommen einer schon als Fohlen (!) einen Stallburschen tötete. Oder in modernerer Zeit Halo, der nicht nur zu Menschen "sheer evil" war, sondern der auch noch das Hobby hatte, Vögel zu schnappen und totzubeißen.

    Ich will hier jetzt nicht ausufern - Google hilft da weiter. Was ich nur meinte: Ich glaube, dass massiv erhöhte Aggressivität durchaus angeboren sein kann - eben auch bei Hunden.

    Ich glaube auch schlicht nicht, dass kein Hund (übermäßig) aggressiv geboren wird.

    Sicher ist sowas die Ausnahme, aber es gibt diese Ausnahmen ganz sicher - sonst wäre der Hund das einzige domestizierte Tier, bei dem so etwas nicht vorkommt. Wenn man die Pferdezucht als Beispiel nimmt: Da gibt es ganze Linien die für ihr ausgesprochen bösartiges Temperament berüchtigt waren/sind.

    Und ausgerechnet bei den Hunderassen, die leider auch in den falschen Händen und aus den falschen Gründen vermehrt werden, sollen nur kleine Engelchen auf die Welt kommen? Ich fürchte, dass Chico, angeschafft als Waffe, gekauft aus weiß Gott welchen trüben Quellen, schon eine heftige genetische Belastung mitgebracht haben dürfte.

    In meinem Beispielfall mit dem Baby war vielleicht das Krasseste, dass die stolze Großmutter, meine Freundin, das völlig "psycho" von mir fand und wir richtig Streit hatten, weil ich Säugling und Terrier dann natürlich total getrennt hielt, bis der Hund kapiert hatte, dass das Baby ein Mensch war.

    Sie war wirklich ganz ernsthaft der Meinung, der Hund hätte es nur nett gemeint ("...hat doch so doll mit dem Schwanz gewedelt") und das Baby nur "freundlich begrüßen" wollen.

    Insofern ist mir an dieser Geschichte gleich doppelt klargeworden, wie hoch das Mißverständnis- und damit Unfallpotential sein kann - auch an Stellen, wo man es gar nicht erwartet.

    Ich hab den Schock meiner Hundehalter-Laufbahn gekriegt, als mein extrem kinderlieber Russell auf ein Neugeborenes mit massivem Jagdverhalten reagiert hat: Wedeln, Winseln, Fixieren, Hin- und Hertrippeln - der Hund hätte vor einem Rattenloch stehen können. Das war wirklich erschreckend. Nur wenig später, als dieses selbe Baby dann auf dem Schoß sitzend gehalten wurde, war der Hund zu ihm genauso entzückend, freundlich und rücksichtsvoll wie zu allen anderen Kindern.

    Sprich: Der Terrier, der vorher noch nie ein Baby gesehen hatte, hat das liegende, quäkende, strampelnde Neugeborene schlicht nicht als Mensch erkannt. Er hätte es behandelt wie eine Jagdbeute - ohne je zu ahnen, dass daran irgendwas falsch war. Diese völlig "unschuldige" Jäger-Konzentration darauf, sich das Baby zu greifen, hat mich damals tief erschüttert, und seitdem kann ich mir vorstellen, dass auf diese Weise entsetzliche Unfälle passieren können - einfach, weil der Hund nicht weiß ,was er da vor sich hat. Wir hatten hier im Ort vor Jahren so einen Fall.

    Im aktuellen Fall scheidet "Unwissen" allerdings aus - das Baby war ja schon sieben Monate alt, der Hund wußte also ganz genau, dass er da ein Familienmitglied vor sich hat.

    Hier in der Nachbarschaft wohnt ein Cavalier. Charakterlich ist der Hund entzückend und bringt alles mit, was du dir vom Mops erhoffst plus vielleicht mehr Sanftheit ein noch weicheres "Streichelfell" - aber gesundheitlich ist das arme Tier eine einzige Riesenbaustelle. Herz, Kopf, Augen, Gelenke, Rücken - ich weiß echt nicht, was da nicht angeschlagen ist. Und das ist eine ausrangierte Zuchthündin.

    Da müßtest du dich bei der Züchtersuche vorher auch sehr, sehr kundig machen - sollte es gesunde Cavaliere geben, müßten sie perfekt zu deinen Anforderungen passen.