Beiträge von terriers4me

    Vor etwa zwanzig Jahren hat meine Freundin ihre beiden Rüden auf tierärztlichen Rat hin früh kastrieren lassen, beide waren unter einem Jahr alt. Sie haben wohl zu den Glücklichen gehört, denn beide waren in keiner Weise sozial auffällig haben gesund ein normales Alter erreicht.

    Was allerdings etwas schräg war: während die Dogge tatsächlich ein sexuelles Neutrum war, war der Terrier nicht nur weiterhin sehr an läufigen Hündinnen interessiert, er deckte auch, wenn er die Gelegenheit dazu bekam. Da war kein Unterschied zu einem intakten Rüden zu merken - so gesehen war die Kastration total überflüssig gewesen.

    Wir haben leider keine Badegelegenheit und spielen dafür abends noch eine richtig knackige Runde "Kill den Gartenschlauch/Wasserstrahl!". Dann darf der Terrier, der den Tag auf den Fliesen verdöst hat, endlich alles geben und ist hinterher von Nase bis Schwanzpitze triefnaß, gut runtergekühlt und sehr zufrieden. Und ich freue mich, dass so ein kleiner Drahthaar-Hund so leicht trockenzukriegen ist...

    Wir träumen dann alle mal mit - vielleicht hilft es ja doch!

    Das Schreien habt ihr sicher seiner Demenz zu verdanken - er weiß nicht genau, was anliegt, aber er weiß sehr genau, dass die Situtation gerade SCHEISSE ist, also besser zuviel Protest als zuwenig.

    Meine vorherige Hündin hatte beim TA auch immer ein kleines Special drauf: Wenn man sie nach dem Impfen/Spritzen wieder auf den Boden setzte, sackte sie mit einem jammervollen Winseln zusammen und fiel auf die Seite. Absolut furchterregend. Das erste Mal hab ich echt gedacht, jetzt stirbt sie mir an einem allergischen Schock - aber es war tatsächlich "nur" ihre Reaktion auf den Pieks und das Brennen danach.

    Drücken wir mal die Daumen, dass der Großvater aller Monks sich tapferer schlägt (er ist ja kein Terrier!) und hinterher drauf brennt, die sanierten Beißerchen richtig einzusetzen.

    Wenn du ganz sicher gehen willst, kannst du dir ja vorsichtshalber einen Platz sichern, an dem du den Rüden während der Stehtage unterbringen könntest, wenn die das zuviel wird. Früher, als die Hunde noch nicht kastriert wurden, war das in meinem Bekanntenkreis immer das Mittel der Wahl und für alle Beteiligten am streßfreiesten.

    Aber, wie gesagt, bei uns war nicht mal das nötig, es kommt wirklich auf die individuellen Hunde an. Ich drücke dir einfach mal die Daumen ,dass deine da zur unproblematischen Sorte gehören.

    Was übrigens auch noch gut hilft: Die Hündin so früh wie möglich in der Läufigkeit (am besten schon knapp davor) großzügig mit Chlorophylltabletten füttern. Gibt's in der Apotheke für Raucher & Co, zum Geruchsbinden. Die sind für Hunde völlig unschädlich und nehmen viel vom Läufigkeitsgeruch weg - was auch sehr praktisch ist, wenn man draußen Rüden trifft.

    Wir haben neun Jahre lang ein intaktes Paar gehabt, und wenn der Platz für eine strikte räumliche Trennung ausreicht, ist das alles nicht soo dramatisch. Der Rüde hat während der Stehtage mal geheult, aber es ist ja nur ein begrenzter Zeitraum.

    Wovon ich dir strikt abraten würde wäre, die Hündin während der Läufigkeit in Kontakt mit Rüden kommen zu lassen, egal, ob zeugungsfähig oder nicht. Dass das Bedrängtwerden für sie lästig ist, hast du ja schon gesagt bekommen - und bei zweien meiner Hündinnen wurden die Scheinschwangerschaften hinterher deutlich schlimmer, wenn sie viel Rüden (in unserem Fall Kastraten-) kontakte gehabt hatten. Das triggert die Hormone offenbar auch ohne Deckakt, jedenfalls bei manchen Hündinnen, und das kann man allen Seiten ja auch ersparen.

    Irgendwelche Sorgen ,dass du die Läufigkeit verpaßt, brachst du dir übrigens nicht zu machen - da wird der Rüde schon unmißverständlich deutlich werden.

    Vergiß nicht, dass Gemüse generell appetitanregend wirkt, so wie bei uns der Salat zum Essen. Es kann gut sein, dass sie bei reiner Fleisch- und Gemüsefütterung wirklich ständig hungrig ist, was natürlich die Probleme nicht gerade lindert.

    Ich habe jetzt den zweiten Hund, den ich aus Gewichtsgründen dauerknapp halten muß, aber davon, ganz auf KH zu verzichten, bin ich bei beiden schnell wieder abgekommen, weil die Hunde auf diese Weise dauerhungrig und irgendwie nie zufrieden waren.

    Ich nehme stattdessen wenig KH, aktuell einen EL Reis- oder Hirseflocken auf 8 Kilo Hund, und koche die mit möglichst viel Wasser auf und lasse sie ausquellen, so dass sie einen schönen dicken, sämigen Brei ergeben. Das Motto ist also: aus möglichst wenig Kalorien möglichst viel Magenfüller machen. Damit im Futter sind die Hunde deutlich satter und zufriedener und nehmen auch nicht zu.

    Ich drücke euch die Daumen, dass "nur" das Zeckenmittel die Ursache von Wilmas Problemen war und alles wieder gut wird. Falls nicht, würde ich doch mal in ein Blutbild investieren: Hormon- und Schilddrüsenprobleme gehen auch gern aufs Fell.

    Meine Hündin zum Beispiel wurde nach der Kastration unterseits kahl und blieb das (ohne weitere Beschwerden) über Jahre. Wir haben das immer auf den Hormonmangel geschoben. Erst als eine SDU diagnostiziert und eingestellt wurde, wuchs das Fell plötzlich nach, sozusagen als positive Nebenwirkung. Jetzt bin ich natürlich schlauer und würde bei Fellproblemen gleich auch in dieser Richtung suchen.

    Was du da beschreibst, ist keine Menstruation (die gibt es beim Hund nicht), sondern ein ganz normaler Läufigkeitsverlauf: Blutung, Aussetzen der Blutung während der Stehtage, Wiedereinsetzen nach ungefähr einer Woche.

    Zwei Dinge, auf die du jetzt noch achten solltest. Zum ersten: Ist auch die jetzige Blutung von normaler Konsistenz, also nicht eitrig oder übelriechend - das könnte auf Gebärmutterprobleme hindeuten.

    Und, natürlich: KEIN Kontakt zu Rüden, bis die Läufigkeit komplett vorbei ist! Das kann man wirklich nicht ernst genug nehmen.