Beiträge von terriers4me

    Freut mich ja, wie toll das Jakobskreuzkraut ist - seit meine beiden alten Stuten von einer Minidosis böse krank geworden (und es chronisch geblieben) sind, hab ich das nicht mehr so richtig lieb. Aber das lag sicher nur an unserer Tierhalter-Dämlichkeit.

    Von normalgroßen Hühnern wird Rosalie eher gewaltig eins auf die Mütze bekommen, die können sich Katzen gegenüber gut durchsetzen. Bei Zwerghühnern mußt du bei manchen Katzen offenbar doch aufpassen - siehe oben...

    Wenn ich meinen Terrier hühnersicher bekommen habe, sollte man das mit jedem Hund schaffen. Die Hündin war drei, als die Hühner einzogen, hätte es mühelos ins Finale von "Deutschland sucht den Superjäger" geschafft und hat sich angesichts der Beute direkt im Revier zuerst so aufgeregt, dass sie nur noch geschrien hat und man ihren Herzschlag durch die Rippen sehen konnte.

    Wir haben das genauso gemacht wie l'eau beschreibt: erst die Hühner eingewöhnen lassen, dann Hund an Leine dazu, jedes Jagdverhalten so rigoros abgebrochen, dass der Hund nicht daran zweifeln konnte, dass das hier ernst ist. Da ist auch schon mal was geflogen, wenn sie durchstarten wollte.

    Auf der anderen Seite habe ich jedes Abwenden, jede noch so kleine Kooperation nicht nur total gelobt, sondern so reich belohnt, wie der Hund es noch nie erlebt hatte. Also Prinzip: "Vergreif dich an den Hühnern, und dir fällt der Himmel auf den Kopf - sei friedlich, und dir fällt mehr in die Schnauze, als du dir je erträumt hättest."

    Das hat innerhalb von vier Wochen so gut geklappt, dass der Hund bei jeder Versuchung nur noch knapp ermahnt werden mußte, dann ganz schnell den Kopf zu mir drehte und ins Haus und vor den Kühlschrank raste: "Ich hab nicht zugegriffen - zahlst du bar?"

    Heute, nach sechs Jahren, behandelt sie die Hühnerschar absout freundlich und kollegial - aber nur die eigenen. Kommt eins dazu, muß ich wieder höllisch aufpassen, bis sie es akzeptiert. Der Burgfrieden gilt wirklich nur für die eigenen Mitbewohner.

    Newstart, du mußt nicht alle Hühner stutzen. Gemütliche Rassen wie meine Zwergwyandotten fliegen so gut wie gar nicht - die sind in sechs Jahren noch nie irgendwo drübergegangen, obwohl sie könnten. Aber wenn das Revier bietet, was sie möchten, machen sie sich schlicht nicht die Mühe.

    Dafür hat mir meine ganze Bande gerade einen Herzkasper beschert: Riesengroßer Hühneralarm, wirklich ein Wahnsinnsgeschrei. Ich dachte an Habicht, aber als ich nachsehen ging, pirschte sich Nachbars fette Puschelkatze mit zuckender Schwanzspitze an meine kleine Humpelhenne an, die mit ihrem Fußverband gerade sehr gehandicapt ist.

    Gleichzeitig mit mir hatte das auch der mitlaufende Hühnerschutzhund-Terrier gesehen, und bevor ich noch irgendwie reagieren konnte, hatte der die Katze am Wickel. Folgte ein entsetzliches Geknurre und Gefauche, aber gottseidank hatten beide Tiere so viel Respekt voreinander, dass sie sich dann nur aus einem halben Meter Entfernung anschrien. Den Hund hab ich gekriegt, die Katze haute unversehrt ab und hätte dem Ganzen noch fast einen slapstickhaften Abschluß verpaßt, weil sie in ihrer Eile als Zaun-Sprungbrett ausgerechnet den Bienenkasten wählte. Wenn die sich auch noch eingemischt hätten...

    Zum Glück ist nichts passiert, aber ich weiß nicht, wer gerade mehr durch den Wind ist: Ich oder die Hühner. Die sitzen zwar auf der Stange, zetern aber immer noch.

    Meine kleine Hündin hat übrigens in Raynas Alter Schuhe durchs Haus geschleppt, wenn sie allein war, auch mit einem Schub vor der ersten Läufigkeit. Da vertrug sie das Alleinsein wirklich besonders schlecht. Sie hat nie irgendwas zernagt, aber sowas ist schon die Vorstufe dazu. Bei ihr gab sich diese Aufregung tatsächlich mit dem Erwachsenwerden von selbst - aber bis dahin hatte ich ein ziemlich untypisch aufgeräumtes Haus.

    Ich hab nämlich ein bißchen den umgekehrten Weg gewählt: Empfindliches wie Kabel und Router hinter einen zerlegten Hundegitter eingesperrt, Schlafzimmertür zu und den Hund ansonsten laufen lassen, weil ich weiß, dass sie gern regelmäßig den Liegeplatz wechselt. Zum großen Glück hat das auch langfristig geklappt.

    Ich drück mal die Daumen, dass das bei Rayna auch nur am Hormonchaos liegt und ihr alles wieder in den Griff kriegt!

    "Ich würde sie erstens räumlich stark begrenzen beim Alleine sein. Und zwar derart, dass ihr auf diesem begrenzten Raum gar nichts Anderes einfällt als zu schlafen."


    Dass räumlich begrenzten Hunden nicht anderes einfällt als zu schlafen, halte ich aus aktueller bitterer Erfahrung für ein Gerücht. Was da, wenn der Hund eh schon gestreßt ist, nämlich viel näher liegt, ist, den Knast-Frust mit Bellen, Jaulen und Heulen abzureagieren.

    Sowas haben wir gerade in der Straße: zwei Hunde, die vormittags allein sind und dann eng eingesperrt werden. Die toben wie ein Paar Kojoten, bellend, schrill schreiend, immer wieder minutenlang im Chor heulend. Und das ausdauernd, über Stunden. Eine wirkliche Freude für die gesamte Nachbarschaft: So sind wir immer gut informiert, wie lange die Hundebesitzer gerade unterrichten.

    Natürlich wird euch nichts anderes übrigzubleiben, als eure Hündin sozusagen in Notwehr zu begrenzen, wenn sie ernsthaft randaliert - ein Allheilmittel ist das aber sicher nicht, sondern kann auch gewaltig nach hinten losgehen.

    Du schreibst ja selbst, der Streß im TH setzt ihr sehr zu. Vermutlich gehört sie zu den Hunden, die Streß durch Bewegung abreagieren - und das ist ihre einzige wirkliche Chance, regelrecht zu explodieren. Klar, dass sie die nutzt.

    Ich könnte mir gut vorstellen, dass das alles ruhiger wird, wenn ihr Leben bei euch in geregelten Bahnen verläuft - dass sie sogar jetzt ansprechbar bleibt, ist doch erstmal ein supergutes Zeichen.