Du glaubst gar nicht, wie gut ich dich beim Thema Leinenziehen verstehe. Ich hab im Laufe meines Hundehalter-Lebens sicher mehr als dreißig Hunden das Leinegehen beigebracht, eigenen Hunden, Welpen, Gassi- und Gasthunden, großen und kleinen, ohne größere Probleme. Ich bin oft mit mehreren Hunden gegangen, an lockeren Leinen - und ich habe schlicht nicht geglaubt, dass es dabei irgendeine echte Herausforderung gibt.
Dann kam meine jetzige Hündin - und an der bin ich schlichtweg verzweifelt. Eine Kombination aus hochreaktiv und dickschädelig, die zwar ebenso fix begriff wie alle anderen, was ich eigentlich wollte. Das Problem war nur: Sie wollte nicht. Ich will dich nicht damit langweilen, wie lange wir was versucht haben - ziemlich vergeblich.
Dass das Problem sicher irgendwie meins war, ist schon klar, aber das half mir praktisch auch nicht weiter. Irgendwann habe ich mir dann schlicht gesagt: "Was soll's - dieser Hund ist nun mal ebenso schlecht im Leinegehen wie ich in Mathe. Dafür macht er so viele andere Sachen absolut perfekt - also leben wir mit dieser einen Schwäche."
Und es klingt verrückt, aber: Seit ich mich damit abgefunden habe, dass ich hier nicht weiterkomme und eher darüber lache, wie blöd mich acht Kilo Hund regelmäßig aussehen lassen, läuft es entschieden besser. Ich bin ruhiger, prompt ist der Terrier ruhiger und fokussierter. Wir haben offenbar einen Kompromiß erreicht, mit dem wir beide leben können. Ein Knallfrosch wird sie bleiben, aber das ist dann eben so.
Damit will ich natürlich nicht sagen ,dass du jetzt schon in irgendeiner Weise aufgeben sollst - aber entspannen solltest du dich unbedingt. Man kann offenbar wirklich nichts Kontraproduktiveres tun, als zu verbissen an etwas heranzugehen, das nicht gleich klappt.