Beiträge von terriers4me

    Meine Airedale-Hündin, die mit fünf Monaten zu uns kam, hat das Treppen-Problem übrigens von Anfang an so gelöst:

    Externer Inhalt up.picr.de
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.


    ...und auch keinerlei Probleme davongetragen, ebensowenig wie unsere früheren Hunde, die alle von Anfang an Treppen stiegen, weil wir damals schlicht nicht wußten, dass sie es nicht sollen.

    Bei einer Rasse, die zu Gelenkproblemen tendiert, wäre ich sicher deutlich vorsichtiger - aber bei einem normalen Junghund und normaler Benutzung würde ich mir wirklich überhaupt keinen Kopf machen. Sind ja nicht alles so verrückte Terrier!

    Mein Terrierwelpe ist hier mit achteinhalb Wochen so ziemlich als erstes die steile Treppe ins Obergeschoß hoch- und wieder runtergerast und hat sich die als einen Lieblingsspielort ausgesucht. Noch schöner wurde es, als ich abgesperrt habe, da war dann auch noch Klettern im Spaß inbegriffen.

    Da es ein kleiner, leichter Welpe war, hab ich ihn dann machen lassen, und nach ein paar Tagen hat sich das dann auch eingependelt. Der Reiz der Neuheit war dahin und die Treppe wurde nur noch ganz normal mitbenutzt. Getragen hab ich das Hündchen so gut wie nie - immer, wenn ich mich dazu anschickte, war es schon oben bzw. unten.

    Der Hund ist heute neun und hat vom frühen Treppensteigen keinerlei Schäden davongetragen. Bei einem halbwegs bemuskelten halbjährigen Junghund, der keiner Riesenrasse angehört, würde ich mir da überhaupt keine Gedanken mehr machen.

    Was mich auch immer wundert ist, wie total vergessen wird, das hinter jedem der den Wölfen so selbstverständlich zugesprochenen Weidetier auch ein Besitzer steht.

    Das ist Eigentum, ob das nun genehm ist oder nicht, und dass es irgendwann geschlachtet wird, ist absolut kein Argument. Deswegen verliert der Besitzer keinerlei Rechte. Es werden ja auch nicht alle Autos generell zum Abfackeln/Zertrümmern freigegeben, weil die eines Tages eh verschrottet werden.

    Aber über die Tiere anderer Leute kann man frei verfügen, weil Narrenfreiheit für die heilige Kuh Wolf ein höherwertiges Interesse ist? Werde ich nie verstehen - ich möchte immer noch selbst entscheiden, ob und wann MEIN Pferd eingeschläfert wird - auch wenn es schon 30 ist, keinen materiellen Wert mehr hat und ohnehin in absehbarer Zeit stirbt.

    "Tschihihihi, "entspannt" spazieren und "die Seele baumeln lassen" kenne ich auch nicht beim Gassi gehen ich halte das ja für einen kompletten Mythos
    Mit der Zeit wirst Du ganz von selber wesentlich aufmerksamer. Du wirst die Gegend scannen ohne dass Du das noch bemerkst."
    (sorry, ich bin irgendwie zu blöd zum korrekten Zitieren)

    Ein wirklich interessanter Punkt: Genau das IST für mich die Enspannung, beim Hundespaziergang ebenso wie beim Reiten: dass du sozusagen in die Welt eines ganz anderen Lebewesens eintauchst und sie mit seinen Sinnen zu erfassen versuchst.

    Vielleicht baumelt die Seele dabei nicht, aber sie ist doch auf faszinierende Weise anderswo als im Alltag. Anstrengend ist das, glaube ich, nur am Anfang - je mehr man auf eine Wellenlänge kommt, desto selbstverständlicher wird es - und ich finde es auch nach Jahren immer wieder ein tolles Erlebnis, die Welt mit so anderen Augen zu sehen.

    Du glaubst gar nicht, wie gut ich dich beim Thema Leinenziehen verstehe. Ich hab im Laufe meines Hundehalter-Lebens sicher mehr als dreißig Hunden das Leinegehen beigebracht, eigenen Hunden, Welpen, Gassi- und Gasthunden, großen und kleinen, ohne größere Probleme. Ich bin oft mit mehreren Hunden gegangen, an lockeren Leinen - und ich habe schlicht nicht geglaubt, dass es dabei irgendeine echte Herausforderung gibt.

    Dann kam meine jetzige Hündin - und an der bin ich schlichtweg verzweifelt. Eine Kombination aus hochreaktiv und dickschädelig, die zwar ebenso fix begriff wie alle anderen, was ich eigentlich wollte. Das Problem war nur: Sie wollte nicht. Ich will dich nicht damit langweilen, wie lange wir was versucht haben - ziemlich vergeblich.

    Dass das Problem sicher irgendwie meins war, ist schon klar, aber das half mir praktisch auch nicht weiter. Irgendwann habe ich mir dann schlicht gesagt: "Was soll's - dieser Hund ist nun mal ebenso schlecht im Leinegehen wie ich in Mathe. Dafür macht er so viele andere Sachen absolut perfekt - also leben wir mit dieser einen Schwäche."

    Und es klingt verrückt, aber: Seit ich mich damit abgefunden habe, dass ich hier nicht weiterkomme und eher darüber lache, wie blöd mich acht Kilo Hund regelmäßig aussehen lassen, läuft es entschieden besser. Ich bin ruhiger, prompt ist der Terrier ruhiger und fokussierter. Wir haben offenbar einen Kompromiß erreicht, mit dem wir beide leben können. Ein Knallfrosch wird sie bleiben, aber das ist dann eben so.

    Damit will ich natürlich nicht sagen ,dass du jetzt schon in irgendeiner Weise aufgeben sollst - aber entspannen solltest du dich unbedingt. Man kann offenbar wirklich nichts Kontraproduktiveres tun, als zu verbissen an etwas heranzugehen, das nicht gleich klappt.

    Fang erstmal klein an, das heißt, mit einer kurzen Aufgabe, gefolgt von Entspannung für beide. So, wie man mit einem Pferd kurz an einer Lektion arbeitet und dann die Zügel für eine Entspannungspause hingibt, die gleichzeitig Belohnung ist.

    Und mach dich vom Perfektionismus frei. Ein Hund, vor allem einer mit solchem Background, muß nicht gleich funktionieren. Ebensowenig mußt Du es. Vergiß nie: Der Hund ist zu deiner Freunde gekommen, nicht, um euch gemeinsam Streß zu machen. Also freut euch an den kleinen Fortschritten - je mehr ihr zusammenwachst, desto mehr werden dann auch größere daraus.

    Hier ist auch noch eine Stimme für gut gefettetes Leder, auch, weil ich nichts Nachhaltigeres kenne. Optimal genutzte Ressource, die im Gebrauch nur immer besser wird.

    Meine älteste Leine ist inzwischen an die 40 Jahre alt, butterweich und einsetzbar wie am ersten Tag. Die Leine, die ich für meinen jetzigen kleinen Zerrer im Einsatz habe, ist inzwischen auch schon an gut fünfzehn und mit einem Nachfetten (Lederöl oder Ballistol) im Jahr superangenehm in der Hand.

    Kunststoff und sogar Biothane haben mir, als der Hund noch jung und zappelig war, schon dicke Blasen eingetragen - Leder nie.

    Die Züchterin klingt wirklich etwas seltsam - aber davon, Eltern und Geschwister wiederzusehen, wird erstmal kein Welpe verstört. Meine erste Hündin hat vor und nach dem Einzug bei uns regelmäßig zwischen ihrem alten und ihrem neuen Zuhause gewechselt, weil die Züchterin und ich uns gegenseitig die Hunde gesittet haben. Sie ging auch nach der Abgabe weiterhin fast täglich mit beiden Eltern und einer Schwester spazieren, ohne dass sich das irgendwie negativ auf ihr Verhalten ausgewirkt hätte.

    Da muß schon noch mehr im Argen liegen, wenn der Welpe so reagiert - seit ihr vielleicht verstört und verärgert, weil ihr euch habt breitschlagen lassen, und übertragt das auf den Hund?

    Für mich wäre die unabdingbare Voraussetzung zu einem Zweithund ebenfalls ein zuverlässig gehorchender Ersthund, der als Vorbild und Fels in der Brandung dienen kann - sonst würde ich mir das nicht antun wollen.