Das fand ich übrigens immer interessant - stammt nicht von Hassern, sondern von eingefleischten "Katzenleuten":
Beiträge von terriers4me
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Zäune für Katzen müssen ja nun nicht solche Befestigungen sein ,dass sie genehmigungspflichtig sind. Da gibt es deutlich dezentere Lösungen, wenn man nur ernsthaft will. Bekannte haben einen Teil ihres Stadtgartens per Elektrozaun abgesichert und für die Katzen toll eingerichtet, mit Kletter- Versteck- und Aussichtsgelegenheiten.
Kurz: Sie haben für ihre Haustiere getan, wozu jeder Hundehalter verpflichtet ist. Sie sind, soweit ich weiß, mit dieser Lösung bisher sehr glücklich - endlich keine überfahrenen oder verschwundenen Katzen mehr. Und genehmigungspflichtig ist da nichts. Aber ist schon klar - Tür auf und Augen zu kostet deutlich weniger Geld, Zeit und regelmäßigen Aufwand.
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"Aber ich bin festeweg der Meinung, dass eine Katze nur mit Freigang eine glückliche Katze ist."
Du glaubst gar nicht, wie glücklich meine alte Stute mit Freigang wäre - die ist auf Island in den Bergen aufgewachsen, ohne Zäune, und hat sich jahrelang mit jeder Begrenzung schwergetan. Auch mit Dreißig wäre sie mit dem unbegrenzten Freigang, der dem Naturell des vagabundierenden Steppentieres Pferd nun mal entspricht, sicher glücklicher als mit den zwanzig Hektar, die ihr immerhin zur Verfügung stehen.
Kriegt sie aber nicht, ebensowenig wie das Lauftier Hund, weil sie nun mal als Haustier gehalten wird, und wir uns da mit gesellschaftlichen Restriktionen abfinden müssen. Wie jeder, der Tiere hält - von der Maus bis zum Milchvieh. Weshalb ausgerechnet die Katze, als einziges Haustier überhaupt, sozusagen von Natur aus davon ausgenommen sein soll, hat sich mir noch nie so richtig erschlossen.
Wenn ich mein Haus(bedeutet: Luxus-)tier nur auf Kosten anderer und der Umwelt glücklich machen kann, habe ich vielleicht einfach nicht die Voraussetzungen, es zu halten? Das ist jedenfalls die Überlegung, die mich von der Katzenhaltung im städtischen Umfeld abhält.
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Wir hatten hier im Sommer leider den Ernstfall, den ich zu vermeiden versucht habe, seit mein (nach einigen bösen Erfahrungen mit Freigängern, siehe weiter vorn im Thread) katzenhassender Terrier hier lebt.
Auf unserem hoch und fest eingezäunten Grundstück leben auch noch Zwerghühner, die für mich absolut Haustier-Status haben. Probleme mit Katzen habe wir da inzwischen eher selten, normalerweise ignoriert man einander, und die Miezen wissen genau, dass mit dem Terrier nicht gut Kirschen essen ist und meiden das Grundstück.
Bis zu diesem Sommernachmittag: Entsetzliches Geschrei von den Hühnern, ich stürze raus und sehe, dass sich eine neu zugezogene Katze im totalen Jagdmodus an die kleinste, zu der Zeit heftig humpelnde Henne anschleicht. Zeitgleich mit mir schoß auch der Hund aus der Tür - und hatte die Katze am Wickel, bevor ich noch irgendwie reagieren konnte.
Zum Riesenglück für alle ist ein guter Russell ein nicht tötender Fuchsjäger, sprich: er hat sich nicht sofort in die Katze verbissen und geschüttelt, sondern es erstmal mit schnappenden Vorstößen versucht. Was mir die Luft ließ, mich zwischen die Tiere zu schmeißen, und der Katze den kleinen Moment, zu fliehen, bevor es ganz ernst wurde.
Also alle nochmal Glück gehabt, alle Tiere unversehrt. Aber ich hab hinterher, mit ziemlich zitternden Knien, schon etwas gegrübelt: Hätte die Katze in unserem Garten Irmchen, das Huhn, getötet, der Terrier die Katze verletzt, die Katze im Gegenzug den Hund - wer hätte da nun eigentlich für was gehaftet?
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Pfefferspray, damit du deine Hunde im äußersten Notfall wenigstens retten kannst. Ich hätte früher, zu Großhundezeiten, nie gedacht, dass sowas notwendig sein kann, hab aber nach ein paar sehr unschönen Situationen auch eines dabei.
Gebraucht hab ich's in vielen Jahren noch nie, dem einen oder andere idiotischen Halter gezeigt sehr wohl. Bei der Aussicht, dass ihr Fiffi auch mal was abkriegen könnte, war dann die Leine regelmäßig dran.
Gekauft hab ich's übrigens nach mehreren Begegnungen mit einem sehr, sagen wir mal: eigenartigen älteren Herren, der auf die Griffigkeit und Hundeunverträglichkeit seines Doggen-Staffordmixes superstolz war und regelmäßig möglichst dicht auf uns zuging und fragte: "Was meinen Sie wohl, was passiert, wenn ich den jetzt mal richtig auf Ihre Katze schicke?" Gemeint war mein junger Russell, und bei jeder Begegnung konnte er den Hund schwerer halten.
Nachdem ich dann die neu gekaufte Dose gezogen und geantwortet hatte: "Dann kriegt der Hund ne gute Dosis Pfefferspray und Sie ne Anzeige," ging er endlich andere Wege. Vorher hat er Kleinhundehalter regelrecht gestalkt.
Absolut gräßlich, zu sowas gezwungen zu sein - aber dank der Blödheit anderer Leute meinen Hund zu verlieren riskier ich einfach nicht mehr
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Da kann ich mich den anderen nur anschließen: Horch mal wirklich tief, ehrlich und nüchtern in dich rein: Macht dir der kleine Hund wirklich überhaupt keine Freude? Kannst du absolut nicht auch mal darüber lachen, was er so anstellt. Und vor allem: Wird dir nicht unwillkürlich warm, wenn du ihn ansiehst?
Wenn dem wirklich so ist, dann sei ehrlich, zieh einen Strich und gib ihn ab. Schnell, damit er anderswo noch eine echte Chance hat. Es ist einfach nicht jeder ein Hundemensch, und für den Welpen ist die Situation mit Sicherheit noch deutlich schlimmer als für euch. Der hat sich die Situation nicht ausgesucht und ist eurer Abneigung, die er sich nicht erklären kann und die er nicht verdient, hilflos ausgeliefert.
Was übrigens die Nacktschnecken angeht: Die waren auch bei meinem Welpen ein Lieblingskaugummi. Eingesammelt mit unermüdlichem Fleiß, angekaut, und sobald sie zu schäumen anfinden, als nette Spielaufforderung auf meinen Fuß geklebt. Fand ich auch nicht unbedingt so toll ,aber dann mußte ich doch immer über den Eifer lachen, mit dem dieser Zwerg am Werk war.
Wenn dich aber all dieser juvenile Unsinn (und mehr ist das nicht, was dein Hund anstellt) wirklich ernsthaft ankotzt, dann brich das Experiment Hund ab, bevor der arme Welpe ernsthaft Schaden nimmt.
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Dein Anforderungsprofil klingt schon sehr nach dem von vornherein idealen, gebrauchsfertigen Begleithund, der in jede Umgebung problemlos mitkommt - ob du den aus dem Auslandstierschutz geliefert bekommst, würde ich doch eher bezweifeln?
Was ich in meiner Umgebung so mitbekomme, sind fast nur Hunde, deren Eingewöhnungs-Aufwand den eines gut sozialisierten Welpen bei weitem übersteigt, und die oft nur sehr eingeschränkt "gesellschaftsfähig" werden. Das Ergebnis mag dennoch alle Mühe wert sein - aber hast du Zeit, Erfahrung und Geld genug, um auch so einen mühsamen, oft frustrierenden Weg zu gehen?
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Sieh es auch mal aus Hundesicht: Sich draußen zu lösen, erfordert immer auch ein gewisses Maß an Selbstbewußtsein und Vertrauen in die Umgebung. Geruchsmarken können jederzeit Freßfeinde anziehen, daher sind viele Hunde in unsicheren Situationen sehr vorsichtig damit, sozusagen ihre Anwesenheit preiszugeben. Klassisches Beispiel dafür ist der Welpe, der direkt nach dem Spaziergang erleichtert in die Wohnung pinkelt: endlich wieder ein sicherer Platz!
Euer Hund ist im Moment in einer sehr ähnlichen Situation: Die Welt hat sich völlig geändert, alles ist neu - und wer weiß da schon, wen man draußen auf seine Spur lockt, wenn man unvorsichtig ist? Ich denke, dieser Vorsichts-Faktor spielt im Moment auch noch eine Rolle, abgesehen davon, dass sie's eventuell noch nie richtig gelernt hat.
Ich würde, wie euch hier schon geraten worden ist, den Hund da wie einen Welpen behandeln, die Stubenreinheit von Anfang an neu üben und darauf setzen, dass sie sich eingewöhnen wird. Ein Garten ist da wirklich von Vorteil, den nimmt sie eher als "sicher" an.
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Wir haben abgesprochen, dass der Hund im Fall des Falles in der Familie bleiben kann. Aber sollte auch da was dazwischenkommen und auch noch die Freunde ausfallen, die sie ebenfalls nehmen würde, hat sie noch eine Absicherung: Im Kaufvertrag steht, dass ihre Züchterin sie lebenslang zurücknimmt und neu vermittelt. Dass ich von dieser speziellen Züchterin weiß, dass sie das für ihre Hunde notfalls auch wirklich mit viel Engagement tut, war für mich durchaus ein Grund, gerade da zu kaufen.
Ich kann verstehen, dass dich das beschäftigt - ich würde an deiner Stelle einfach mal mit Verwandten und guten Freunden über das was-wäre-wenn sprechen - vielleicht liegt die Lösung da näher, als du denkst. Nach menschlichem Ermessen geht es ja eh nur um eine gewisse Beruhigung für dich.
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Pardon - da war Murmelchen deutlich schneller, aber ich würde das bei so einem kleinen Hund wirklich in Betracht ziehen.