Beiträge von terriers4me

    Hier gibt's eigentlich nur drei Regeln, an die sich jeder Hund halten muß:

    1. "Komm!" heißt auch Komm, nicht irgendwann mal, sondern zuverlässig und sofort.

    2. Du mußt dich von mir immer, überall und allen Umständen anfassen/behandeln lassen, und ebenso immer, überall und unter allen Umstanden rausrücken, was immer du gerade im Maul hast.

    3. Tierische Mitbewohner, in unserem Fall die Hühner, werden nicht gefressen. Nicht mal angejagt. Nicht mal zum Spaß. Einfach überhaupt nicht.

    So ziemlich alles andere ist situationsbedingt verhandelbar, aber das setz ich durch, weil das für mich die absoluten Basics sind.

    Ja, die Scotties sind schon absolut putzig, wenn sie zu dritt mit diesem "Wir sind die Größten"- Geknurre ankommen.

    Heute haben wir allerdings stattdessen einen wunderschönen zweijährigen Irish-Rüden getroffen, den hätte ich so mitnehmen können. Die beiden Terrier haben natürlich sehr lautstarke Jagdspiele veranstaltet und waren im Nu so hochgeputscht, dass sie sich bei der Diskussion, wer zuerst aus einem hohlen Baum trinken darf, plötzlich in den Klotten hatten. Kommentar vom Irish-Frauchen: "Mit Hündinnen kloppt er sich eigentlich selten. Mit Rüden aber immer!"

    Hat der Freundschaft aber keinen Abbruch getan. Terrier - manchmal bin ich doch froh, nur einen zuhause zu haben!

    Ich kann dich auch nur nochmal sehr davor warnen, die Hündin zu früh von der Leine zu lassen. Als ich noch jung und dumm war, bin ich mal mit einer läufigen Hündin (um den 18. Tag) nachts rausgegangen, um sie wenigstens kurz frei laufen zu lassen - sie machte immer ein Mordstheater darum, ihre Geschäfte an der Leine zu erledigen. Sie war der gehorsamste, kooperativste Hund, den ich je hatte - es sei denn, die Hormone kamen dazwischen.

    Um eine lange Geschichte kurz zu machen: in dem Moment, in dem ich sie ableinte, war die Hündin weg wie ein Pfeil, und ich stand nachts um drei allein auf weiter Flur. Sie hat dann eine ziemliche Wegstrecke und einen hohen Zaun überwunden, um in einen Garten zu kommen, in dem nachts ein Rüde draußen war, und ja: sie kam tragend zurück.

    Eine ähnliche Entschlossenheit ist mir in Jahrzehnten Hundehaltung nie wieder begegnet, aber seitdem weiß ich, was "läufig" wirklich bedeutet. Und ich habe nie, nie wieder eine Hündin abgeleint, wenn ich nicht absolut sicher war, dass alles wirklich überstanden war.

    Meine Hündin tut genau das, wenn es irgendwo scharf knallt. Selbst wenn das nur einmalig, weit weg und für Menschenohren kaum zu hören ist, braucht sie eine ganze Zeit, bis sie sich wieder eingekriegt hat.

    Kann das sein, dass Bens Sinne generell nachlassen, zumal, wenn er auf andere Hunde so reagiert? Dann reagieren sie oft ängstlicher auch auf fremde Geräusche, weil sie das einfach nicht mehr so schnell einordnen können, und suchen lieber Schutz.

    Nein, meiner Erfahrung nach sagt das nichts über die Qualität - meine Hunde stammten bisher dreimal aus einem Dreierwurf (mittelgroße Mixe/Jack Russell), einem Elferwurf (Airedale), und meine jetzige Parson Russell-Hündin aus einem Zweierwurf.
    Irgendwelche Unterschiede, die sich darauf zurückführen ließen, habe ich bisher nie bemerkt.

    Warum ich, nach einer wunderbaren Zeit mit tollen Mixen, jetzt schon mehrmals einen Rassehund vom Züchter gekauft habe, obwohl ich weder züchten noch ausstellen noch Sport treiben möchte?

    Ganz einfach: Weil die ganze Tierschutz- und Hundeimport-Szene für mich von außen nicht mehr überschaubar ist und ich mit meinem Geld kein Elend und keinen Mißbrauch unter irgendwelchen frommen Deckmäntelchen fördern will.

    Also laß ich dieses Geld lieber da, wo ich sehen und handfest nachprüfen kann, dass mein Welpe und die Familie meines Welpen so aufgezogen und behandelt werden, wie ich selbst einen Hund halten/züchten würde. Für mich ist das eine deutlich sinnvollere und, um das Modewort zu gebrauchen, auf die Dauer nachhaltigere Investition in Tierschutz.

    Natürlich möchte ich auch einen bestimmten Hundetyp, doch den könnte ich theoretisch auch ohne Papiere/von Gottweißwo kriegen. Billiger. Aber mir ist tatsächlich die kontrollierte, nachprüfbare Herkunft sehr viel wert.