Beiträge von terriers4me

    Auf einem großen Islandpferdehof hatten sie eine Zeitlang auf jeder Weide einen Bullen mitlaufen, als Schutz nach Pferdediebstählen. Was bald damit endete, dass nur noch Leute an ihr Pferd kamen, die es an den Zaun rufen konnten - und damit fand das Experiment dann auch sein Ende. War einfach zu gefährlich.

    Von Wölfen redete damals allerdings noch niemand, insofern weiß ich nicht, ob die Bullen da genauso angriffig gewesen wären wie bei fremden Menschen.

    Die Kühe scheinen, nach dem ,was mein Freund erzählt, den Fuchs tatsächlich unter Generalverdacht zu haben. Er sagt, der braucht nicht mal zu versuchen, auf der Weide Mäuse zu fangen oder einfach durchzulaufen - die alten Tanten versuchen sofort und ernsthaft, ihn in die ewigen Jagdgründe zu schicken.

    So gesehen wären ein paar aggressive alte Damen wahrscheinlich als Wolfswächter eher geeignet als ein friedlicher Ochse? Oder, wie ich eher fürchte, ebensowenig, denn Wölfe kommen ja nicht einzeln wie Füchse?

    Ich hab einen Freund mit Mutterkuhhaltung, der in der Herde zeitweise auch mal den einen oder andere Ochsen mitlaufen hatte. Er sagte, das wäre immer eher gutmütige Dödel gewesen - gefährlich und wachsam waren die älteren Mutterkühe, bei denen jeder Fuchs ernsthaft um sein Leben laufen mußte.

    Mein absolutes Mitgefühl für die arme Frau, so einen Alptraum wünscht man wirklich niemandem!

    Ich würde mich an ihrer Stelle auch so schnell nicht abwimmeln lassen, und ich würde vor allem deutlich betonen, dass durch den Angriff auch sie, also ein Mensch, zu Schaden gekommen ist. Makabererweise dürfte das rechtlich und für die Konsequenzen deutlich mehr zählen als der Tod des armen Chis.

    Mein erster Weg wäre also schleunigst zum Arzt, hieb- und stichfest dokumentieren lassen, was ihr da passiert ist, und damit weiter vorgehen.

    Und eine Frage würde ich als juristischer Laie unbedingt klären lassen: Wenn meinen Hunde jemanden verletzen, während sie dessen Hund töten, wenn also die Besitzerin stürzt und ich als Verursacher mache mich einfach schleunigst davon, ohne zu helfen oder für die Folgen einzustehen - ist das nicht durchaus eine Art von Unfallflucht, für die der Hundehalter belangt werden kann? Und die seine Fähigkeit zum Führen gefährlicher Hunde sehr in Frage stellt?

    Jedenfalls wünsche ich deiner Bekannten alles Gute und viel Erfolg. Wenn es auch ihr Hündchen nicht zurückbringt, rettet es doch vielleicht wenigstens das nächste Opfer.

    Das dürfte nur ein Problem geben: Soweit ich weiß, wird das "Surplus killing" von Beute-Bewegung getriggert? Damit wären die Umfall-Viecher doch außer Gefahr, und Wölfi würde sich an die anderen halten, die sich (noch) bewegen? Das ist dann doch auch nicht im Sinne des Erfinders?

    Ich glaube schon, dass das echt ist, fällt so passend in die "Die werden ohnehin geschlachtet, so what?"-Ecke.

    Woher allerdings ein so hoher Verantwortungsträger so viel Arroganz, Dummheit und Weltfremdheit nimmt, ist mir auch ein Rätsel. Wenn das die Verhandlungspartner für Nutztierhalter sind, dann gute Nacht Weidehaltung.

    Was die Mufflons angeht: Hier in der Nähe, in der Göhrde war über ein Jahrhundert lang ein größerer Bestand. Bis die Wölfe kamen. Nachdem die sie binnen kurzem fast ausgerottet hatten, kam man darauf, dass gerade diese Herde eine unwiderbringliche Genreserve darstellt - in ihrer Heimat sind Mufflons inzwischen stark durch Verkreuzung mit Hausschafen gefährdet.

    Es folgten hektische Fangversuche, um wenigstens einige Tiere zu erhalten - vergeblich. Inzwischen haben die Wölfe reinen Tisch gemacht, mit den Individuen ebenso wie mit der unersetzlichen Genreserve - aber kaum jemanden schert es.

    Eine Tierart wird ausgerottet | Bad Bevensen

    Ich fragte vorhin nach den Sinnen der alten Dame, weil ich mal von einem schlecht sehenden älteren Hund gehört habe, der in ähnlichen Situationen schnappte - einfach, weil er z.B. jemanden ,der sich schnell über ihn beugte, nicht mehr so fix einordnen konnte und Angst bekam.

    Generelle Tipps hast du ja schon gute bekommen, aber ich würde den eh verängstigten Hund generell vorsichtiger behandeln, falls sie da nicht mehr so fit ist. Das heißt, meine Bewegungen langsamer halten, dass sie wirklich folgen kann und nicht überrumpelt wird, und so Rituale wie "Bürsten" oder "Anleinen" mit immer demselben Wort ankündigen, so dass sie lernt, dass sie nicht überfahren wird und du dabei nichts Böses willst.

    Das gibt beiden generell ein bißchen mehr Sicherheit, und die fehlt euch jetzt ja noch an allen Ecken und Enden.

    Kennt sie solche Körperpflege überhaupt von deinen Eltern? Oder ist das für sie jetzt noch was Neues, Unbekanntes mehr, mit dem sie sich quasi überfallen und bedroht fühlt, weil sie es nicht einordnen kann?

    Rückzug aufs Bett heißt ja per se erstmal, dass sie Sicherheit am einen vertrauten, nach Herrchen riechenden Ort gesucht hat, weil ihr irgendwas unheimlich war.

    Kannst du ausschließen ,dass sie Schmerzen hat, etwa verstopfte, entzündete Analdrüsen oder sonst ein Problem? Oft sind auch die Sinne von alten Hunden nicht mehr so in Ordnung, so dass sie schneller unter Streß geraten, keinen Ausweg mehr wissen und es "Kurzschüsse" gibt.

    Ich finde es auch sehr toll, dass du sich so um die alten Dame kümmerst, die im Moment ja offensichtlich sehr, sehr durch den Wind ist und ihre kleine Welt überhaupt nicht mehr versteht.