Beiträge von terriers4me

    Bei dem alten Rüden meines Vaters war das tatsächlich so. Der ist ihm mit zehn Jahren ausgerissen und hat eine Hündin gedeckt. Danach flippte er auch beim leisesten Hauch von Läufigkeitsgeruch regelrecht aus und versuchte hartnäckig abzuhauen. Der hat sich da tatsächlich noch spät im Leben sehr verändert.

    Allerdings war der Hund auch generell nur sehr mäßig erzogen - aber dieses geradezu irre Interesse an läufigen Hündinnen hat er vorher nicht gezeigt.

    Um Gottes Willen, laß sie nichts mit der Katze "allein ausmachen"! Niemals! Das ist in dieser Beziehung ein recht brisanter Mix, ein Terrier ist ein Jäger und ein Pinscher neigt schon mal zum Schnappen. Das kann auf lange Sicht sehr ungesund für die Mieze werden.

    Da mußt du wirklich von Anfang an den Daumen draufhaben und dem Zwerg beibringen, dass die Katze absolut tabu ist. Die wird nicht mal nett angespielt (da besteht bei einem Terrier immer die Gefahr, dass ein anfänglich freundliches Spiel ins Jagen kippt), die wird einfach unter allem Umständen IN RUHE GELASSEN.

    Und umgekehrt: Die Katze kratzt und scheucht den Welpen keinesfalls - da kann es nämlich gut passieren ,dass ein junger Terrier das nicht vergißt und die Stimmung irgendwann heftig kippt.

    Das ist jetzt nicht das große Drama, das läßt sich gut üben, zumal, wenn der Welpe noch sehr jung ist. Ihr müßt euch nur dessen bewußt sein, dass dieser Mix da nicht ganz ohne ist und das Zusammenleben mehr Management braucht als beim Vorgänger. Aber das werdet ihr schon hinkriegen!

    Der Hund meidet dich mit Sicherheit nicht, weil du ihm fast einen Knochen weggenommen hättest, sondern, weil dir in der ganzen Situation so unbehaglich ist, dass du dich in seinen Augen komisch benommen hast/benimmst. Hunde haben superfeine Antennen, und da er sich gerade überhaupt nicht erklären kann, was da mit dir los ist, hält er vorsichtshalber mal Abstand.

    Ansonsten kann ich mich den anderen nur anschließen: Hak's ab und übe mit dem Hund so lange Hergeben in allen Lebenslagen, bis er das völlig normal findet. Du hast ja jetzt gesehen ,dass Tauschgeschäfte nicht immer der Weisheit letzter Schluß sind, und das nächste Mal ist es vielleicht ein spitzer Knochen, den er abschlucken könnte, und den du ihm wirklich schnell und ohne Debatte abnehmen mußt.

    Alles jederzeit abgeben ist für mich eines absolut entscheidenden Dinge in der Welpenerziehung, wichtiger als alles andere außer Kommen. Daher versuche ich, "aus" zu einer absoluten Selbstverständlichkeit werden zu lassen und mache da betont keine aufregende Aktion draus.

    Ich nehme dem Kleinen ganz selbstverständlich aus der Schnüß, was drin ist, sehe mir's kurz an und geb's zurück. Immer wieder, und immer völlig nebenbei und ohne Aufregung. Es ist wirklich wichtig, dass du da jeden Streß raushältst und das nicht zu einer Machtdemonstration machst - Ausgeben ist einfach das Normalste von der Welt, man kriegt ja alles schnell zurück, und ein Lob dazu.

    Kann ich das Objekt mal nicht zurückgeben, gibt's eine prima Belohnung dafür. Direkte Tauschgeschäft mache ich allerdings nicht mehr. Die haben bei meinem kleinen Cleverle nämlich im Handumdrehen dazu geführt, dass der Zwerg draußen ständig jeden Mist angeschleppt und stolz zum Tauschen präsentiert hat.

    Wir machen es also eher auf der Schiene "ist nichts Besonderes, sondern Alltagsroutine". Das hat bis jetzt immer sehr gut geklappt.

    Dass auch andere Tiere als Hunde massiv trauern können, hat mir die hier gezeigt:


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    Sie war die Überlebende eines eng verbundenen Schwesterpaares. Die Henne waren krank, wurden beide in der Küche einquartiert, eine erholte sich, eine starb. Die Übriggebliebene stand dann jeden Tag stundenlang allein vor der Haustür und wartete - auf was?

    Ließ man sie ins Haus, lief sie sofort dahin, wo der Käfig gestanden hatte, nahm kaum einen Leckerbissen, obwohl sie sonst enorm verfressen war, tippelte nur nervös durch die Küche und nahm schließlich ihre Türwache wieder auf. Das ging tagelang so, sie fraß kaum, hielt sich von den anderen fern, und mir blieb nur ein einziger Schluß übrig: diese Henne trauerte.

    Das ist so verschieden, wie Hunde verschieden sind. Der alte Schäferhund unserer Nachbarn ist seinem Labrador-Freund buchstäblich hinterhergestorben, der kam ohne ihn einfach nicht klar. Meine Terrierhündin, die seine beste Freundin gewesen war, hat nach seinem Tod lange nach ihm gesucht und deutlich auf ihn gewartet.

    Während unser alter Rüde in dem Moment, in dem seine Mutter starb, einmal laut und langanhaltend heulte wie ein Wolf - und dann in einem Maße aufblühte, dass es schon fast peinlich war. Mit Worten hätte er nicht deutlicher sagen können ,wie erleichtert war, die Alte endlich los zu sein und als Einzelhund im Mittelpunkt zu stehen.

    Ähnliches erlebten Freunde dieses Jahr mit ihren Hovawart-Hündinnen: Als die Alte starb, lebte die Jüngere fast sofort total auf. Die einzige Anteilnahme die sie zeigte war, nach der Beerdigung und danach noch tagelang das Grab ihrer Kollegin zu markieren. Ansonsten wandte sie sich völlig ihren Menschen zu und genoß das Plus an Zuwendung total.

    Alle drei Hundepaare hatten völlig harmonisch miteinander gelebt - es ist also wirklich nichts vorhersehbar.

    Tut mir leid, dass deine Hündin doch einen Knacks zurückbehalten hat - wenn die Blase gesund ist, klingt dieses Ins-Bett-Pinkeln nach tiefster Unsicherheit.

    Euer Bett ist ja nun mal der Ort, wo es am meisten nach euch riecht, wohin sie sich also im Alleinbleibe-Streß (sie kann ja nicht wissen, ob die Angreiferin nicht doch wiederkommt, vielleicht gerade jetzt, wo sie ohne euch schutzlos ist...)bevorzugt flüchtet. Und dass Streß und Angst schwer auf die Blase schlagen, ist ja bekannt.

    Ich drück euch sehr die Daumen,dass das entweder ein behandelbares körperliches Problem ist oder von selbst abklingt, sobald sie sich ihres Reviers und ihrer Stellung wirklich wieder sicher ist.

    Ein bißchen HSH steckt wohl in den meisten Hunden - seit meine Terrierhündin kapiert hat, dass die Hühner wirklich und wahrhaftig nicht gefressen werden, hat sie von sich aus angefangen, sie zu bewachen.
    Sie liebt es, stundenlang zwischen ihren Schutzbefohlenen sitzen, landende Tauben wegzuscheuchen, die Nachbarskatzen grimmig fern zu halten und ganz allgemein das Bild eines stolzen Wächters abzugeben. Was den echten praktischen Nutzen hat, den Fuchs vom Grundstück zu halten - mit Wölfen wäre sie aber sicher überfordert!


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    Sie ist wirklich entzückend, und Verhandeln ist sozusagen die Lebensgrundlage eines Terriers. Immer und in jeder Lebenslage. Ein bißchen mehr geht nämlich meist, wenn Hund es nur geschickt genug anfängt, und sie sieht aus, als wüßte sie das ganz genau!