Beiträge von terriers4me

    Früher, so vor 30 Jahren, sah man in Hamburg öfter mal Bedlingtons als Stadthunde, aber seit die Rasse so schwer mit der Kupferspeicherkrankheit zu kämpfen hatte, sind sie wirklich fast nicht mehr zu sehen.

    Ich weiß nicht, ob das mittlerweile im Griff ist? Stelle ich mir bei einer zahlenmäßig kleinen Population recht schwierig vor?

    Ich frage mich auch oft, wie das wohl gelaufen wäre, wenn von Anfang an Ehrlichkeit geherrscht hatte, etwa darüber...

    -dass der Wolf kein scheues Ganz-weit-weg-im Wald-Tier ist, sondern ein jede Chance nutzender Kulturfolger, und dass sich diese Tendenz noch massiv verstärken wird, weil jede Generation mehr lernt, dass sie von Menschen nichts zu fürchten hat.

    -dass infolgedessen entspannte Waldspaziergänge mit Hund in vielen Gegenden unmöglich werden und es stattdessen tatsächlich den irren Rat gibt "dann bleib doch einfach weg."

    -dass kein Weidetier, egal welcher Art, welchen Alters und welcher Größe vor Wölfen sicher ist, und dass die empfohlenen Sicherheitsmaßnahmen immer weiter zu einem Wettrüsten werden, das die Weidetiere, wenn es so weitergeht, nur verlieren können.

    -dass uns ein Minister schon erklärt, wir müßten uns halt "ein Stück weit daran gewöhnen" dass Wölfe Schafe gleich mal in guter zweistelliger Zahl wegknallen, sobald sie drankommen, und dass die Qual der Tiere offenbar überhaupt nichts zählt.

    Und so weiter. Ob die Begeisterung dann auch so hohe Wellen geschlagen hätte?

    Bei mir jedenfalls nicht - ich hätte mir vor zehn, ja vor fünf Jahren einfach nicht vorstellen können, dass die Weidehaltung, die meine Isis seit gut 40 Jahren genießen dürfen, durch eine neu einwandernde Spezies komplett in Frage gestellt wird - und wir das offenbar einfach so als selbstverständlich hinnehmen sollen.

    Und last not least ärgert es mich auch fürchterlich für den Wolf - noch gibt es doch Rudel genug, die völlig unauffällig sind, mit denen man also bestens zusammenleben und sich über ihre Einwanderung ungetrübt freuen könnte. Warum wird stattdessen den anderen, problematischen so lange der rote Teppich ausgerollt, bis die Stimmung irgendwann komplett kippt?

    Denk daran: Wenn das jetzt gut klappt, hast du deinem Hund geholfen, sich deutlich zu verbessern und ein glückliches Leben zu führen. Mehr kann man in manchen Lebenssituationen einfach nicht für sein Tier tun.

    Die neuen Leute habt ihr euch doch sicher genau angesehen, damit er nicht am Ende vom Regen in die Traufe kommt?

    Ich fürchte, der klassische Hofhund (den ich auch von überallher kenne) ist nicht mehr als ein Zusatzhäppchen, sobald die Wölfe zu mehreren auf die Jagd gehen. Und ja, Pferde sind wehrhaft, das hab ich bei meinen Isis im Zusammenhang mit großen Hunden mehrfach erlebt, aber dummerweise vergessen sie ihre Wehrhaftigkeit und setzten nur noch auf Flucht, sobald sie über einen gewissen Punkt hinweg geängstigt werden.

    Das hast du ja bei dem Ausbruch in Selsingen gesehen: 30 erwachsene Hannoveraner hätten theoretisch aus zwei Wölfen Frikassee machen können. Haben sie aber nicht, sie sind panisch durch die Zäune gegangen. Und mit dem Shettyfohlen letzte Woche stand auch ein Hengst auf der Weide. Hat ebenfalls nichts genützt.

    Ich denke, das Problem liegt in der zunehmenden Anzahl der Wölfe. Gegen Einzeltiere haben Pferde sicher noch eine Chance - gegen mehrere strategisch vorgehende nicht, egal, wie groß und theoretisch wehrhaft sie sind.

    Ich fürchte, Herdenschutz bei Pferden ist ziemlich dicht an unmöglich. Die sind ja nun in sehr viel höheren Maße Fluchttiere als Rinder, mit der Tendenz, loszustürmen, sobald sie sich gejagt fühlen und irgendwann regelrecht blind vor Panik zu werden. So muß der arme Wallach ja auch in den Graben geraten sein, der übrigens angeblich abgezäunt war. Jeder, der schon mal auf einem ernsthaft durchgehenden Pferd gesessen hat, weiß, wie völlig unansprechbar verängstigte Pferde werden können. In so einem Zustand hält die kein Zaun drinnen, und Wolf draußen halten scheint ja eher unmöglich zu sein.

    So große Koppeln wie die, auf der zum Beispiel meine Isländer in Pension stehen, kriegst du nicht wolfssicher eingezäunt, HSH wären in einem Reitbetrieb mit ständig vielen Leuten auf der Koppel auch unmöglich - und dann?

    Da würde wirklich nur helfen, die Zahl der Wölfe per Abschuß klein und die verbleibenden scheu zu halten - aber ob sich dazu je jemand durchringen wird?

    Unser gesundheitliches Hauptproblem in der wilden Terrier-Jugend waren weniger die Treppen als dieses blitzartige Auf dem Teller-Drehen beim Toben. Dabei hat sie sich in einem Winter mit Frost und knallhartem Boden mehrmals Krallen so verdreht, dass die gezogen werden mußten.

    Meine Airedalehündin sah das ähnlich - die betrachtete Treppen bis zu einer gewissen Höhe einfach als tolle Sprungschanze.

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    Meine beiden Russells haben die nicht absperrbare, steile Treppe im Haus extrem genutzt. Meine jetzige Hündin im Welpenalter sogar, sobald ich nicht sehr aufpaßte, als Abenteuer- und Rennspielplatz. Und schlimmer noch: Ihre Vorgängerin war acht Jahre lang mehr in der Luft als sonstwo, weil sie ständig vom Boden auf einen Stuhl aufs Fensterbrett und zurück sprang, um die Straße zu kontrollieren.

    Als diese Hündin später aus einem anderen Grund geröntgt werden mußte, sagte die TÄ, sie habe selten eine so perfekte Wirbelsäule und so vorbildliche Gelenke bei einem zehnjährigen Hund gesehen. Auch die jetzt neunjährige Nachfolgerin hat offenbar keine Treppen-Schäden davongetragen.

    Bei einem großen, eher ungeschickten und langsamer wachsenden Welpen und Junghund wäre ich da sehr viel vorsichtiger, aber ein kleines, gut ausbalanciertes Muskelpaket wie ein Terrier sollte Treppen jeder Art eigentlich unbeschadet überstehen.