Beiträge von terriers4me

    Das Schrägste, was mir in puncto "Leine loslassen" je passiert ist, war zum Glück nicht mit einem kleinen Hund, sondern mit dem etwas standfesteren Airedale. Mit dem stand ich an der Ampel, der kurz angeleinte Hund im Sitz neben mir, vor uns reichlich dicker Verkehr. Da kam von hinten eine freilaufende weiße Schäferhündin ,zwar nicht in Tötungs- aber eindeutig in Stänkerabsicht und fing an, uns zu bedrängen.

    Und Frauchen, ein gutes Stück hinter dem Hund zurück, rief mir frohgelaunt zu: "Lassense Ihren mal los, dann regeln die das schon alleine!"

    Gottseidank kriegte die einen dermaßenen Einlauf von den Mitwartenden ,die alle keine Lust hatten, von zwei raufenden Hunden vors Auto geschubst zu werden, dass sie ihren Hund dann doch sehr schnell festhalten konnte. Aber es gibt da wohl echt nichts, was es an Blödheit nicht gäbe.

    Da die arme Chi-Halterin laut Bericht auf die Bordsteinkante aufgeschlagen ist, muß sich das Ganze an einer Straße abgespielt haben. Da ist es ja nun eh keine Option ,die Leine eines panischen Kleinhundes loszulassen - es sei denn, man möchte noch eine Autounfall zusätzlich riskieren.


    Edit: Es war an der "Hauptstraße". Soviel zum Leine fallen lassen.

    Foxterrier (also auch Jack Russells) sind schon, so lange es sie gibt, Allrounder, die mehr als Familienhunde gehalten werden als für Jagdzwecke. Dass sie dabei ihr jagdliches Potential in hohem Maß behalten haben, muß einem als Halter einfach klar sein.

    Aber wo willst du die Grenze ziehen und mit noch mehr Regulieren ansetzen? Für wen braucht es deiner Meinung nach Extra-Gesetze - Spaniel, Labrador, Golden Retriever, Dackel - eigentlich alles Jagdhunde?

    Es ist wohl eher so (was viele Hundebesitzer einfach nicht wahrhaben wollen), das so ziemlich jeder gesunde, nicht total degenerierte Hund ein Raubtier ist, das im Zweifelsfall auch ebenso grausam hetzen und töten kann wie ein Wolf.

    Der schlimmste Wilderer, von dem ich bisher aus erster Hand gehört habe, war übrigens ein mittelgroßer Pudel (genaugenommen auch ein Jagdhund). Den hat am Ende ein ausflippender Bauer mit einer Plattschaufel erschlagen, weil er nicht von einem Mutterschaf abließ, dessen Lamm er schon gerissen hatte.

    Zutrauen würde ich einem Terrier so ein Ausflippen ohne weiteres, meine Frage war eigentlich nur, ob die "technischen Möglichkeiten" eines so kleinen Hundes dazu reichen. Das ist hier ja netterweise von Fachleuten mehrfach beantwortet worden - vielen Dank dafür!

    Nur das mit dem Komplett-Abhäuten, das bleibt irgendwie rätselhaft - haben das doch die Jäger gemacht, um die vielen Bißwunden deutlicher zu zeigen?

    Dass nur das Fell abgerissen ist, spricht natürlich schon sehr für einen kleinen Hund als Täter, bei einem großen würde das Weggerissene wohl tiefer in die Muskeln gehen.

    Da das bedauernswerte Reh noch lebte, frage ich mich allerdings, wie ein so kleiner Hund es von den Läufen bekommen hat. Einen tödlichen Kehlbiß würde ich einem Terrier (wenn er denn schnell genug ist, so dicht ranzukommen) durchaus zutrauen,
    aber tot war das arme Tier ja eben nicht.

    Reichen sieben, acht Kilo Hundegewicht wirklich, um ein Reh lebendig zu Boden zu reißen und da auch noch zu halten?

    Immer wieder zupacken kann ich mir bei einem enthemmten Terrier auch bestens vorstellen, das ist ja genau die Jagdweise der Russells - aber so systematisch und flächendeckend von der Nase bis zur Schwanzspitze?

    Das ist schon seltsam - ich würde die Verletzungen dann auch eher massiert am Bauch erwarten.

    Ich kann mir zwar ohne weiteres vorstellen ,dass der Jagdtrieb eines Jack Russells für einen sehr ernsthaften Versuch ausreicht, aber dass ein Siebenkilo-Hund allein ein Reh so zurichtet, scheint mir doch eher unwahrscheinlich. Ich würde darauf tippen, dass da eher zwei Hunde gejagt haben, aber nur einer gesehen/erwischt wurde?