Beiträge von terriers4me

    Ich weiß nicht, ob das schon angesprochen wurde, aber wenn sich das Verhalten erst in letzter Zeit so verstärkt hat: Ist der alte Knabe völlig gesund? Oder lassen seine Sinne nach, und er versucht das mit verstärkter, immer altersstarrsinnigerer Kontrolle über jeden und alles auszugleichen?

    Sicher nicht die einzige Ursache, aber vielleicht ein Abklären wert?

    Ist das jetzt noch Übersättigung oder schon Wohlstandsverwahrlosung, wenn wir keinen Unterschied mehr darin sehen, ob Tiere geschlachtet und gegessen oder geschlachtet und einfach entsorgt werden?

    Klar, den Schweinen dürfte das buchstäblich Wurscht sein, und vielleicht haben sie sogar das Glück, dass ihnen ein Transport erspart bleibt. Aber solche enormen Mengen eines Lebensmittel, für das immerhin jemand gelebt hat und gestorben ist, auf den Müll zu werfen, finde ich schon sehr schlimm.

    Aber vielleicht bin ich da einfach nur altmodisch. Ich mag ja schon das "Surplus killing" und Liegenlassen beim Wolf nicht leiden - und das ist dann wohl die bis ins Groteske gesteigerte menschliche Variante?

    "Irgendwie ist da ein kleines Stimmchen, dass flüstert "So schnell? Kann die Liebe zu Slash ja nicht so groß gewesen sein, oder?""

    Ich würde das ja genau umgekehrt sehen: Die Liebe muß sehr groß gewesen sein, wenn du jetzt wieder bereit bist, sie weiterzugeben.

    Und da diese Liebe das ist, was uns von der Beziehung zu einem Hund übrigbleibt, würde Slash sich vermutlich sehr freuen, wenn du sie - und damit ein Stück auch das, was du mit ihm geteilt hast - jetzt wieder "aufleben" ließest. Du willst ihn ja nicht ersetzen, du willst nur weitergeben.

    Bei mir ging es das letzte Mal übrigens unerwartet schnell: Meine Hündin starb im Juli, im September habe ich mich im Zwinger meiner Träume für einen Wurf im nächsten Jahr angemeldet. Ja - und dann trat plötzlich ein Käufer zurück, und ich bekam auf der Stelle eine acht Wochen alte Hündin angeboten.

    Sie war so entzückend, dass ich sie sie spontan und sogar noch als "blind date" genommen habe, und es erwies sich alles als perfekt. Die große Überraschung kam dann mit den Papieren: Mein Welpe war an genau dem Tag geboren, an dem sich meine alte Hündin verabschiedet hatte. Irgendwie war ich mir da sehr sicher, dass sie auf eine seltsame Weise die Pfoten im Spiel hatte, damit mir eine lange, hundelose Zeit erspart bleibt.

    Weniger intensiv vermißt habe ich meine alte Hündin übrigens trotzdem nicht. Nur dieses große schwarze Loch, das mit dem leeren Haus kommt und so enorm runterzieht, blieb mir erspart, und ich war sehr dankbar dafür.

    Lass vor allem Seh- und Hörvermögen abklären. Dieses "verwirrte" Rumstehen, das du da beschreibst, hat meine achtjährige Hündin gezeigt, als sie schnell erblindete. Das wurde so massiv, dass neurologische Probleme befürchtet wurde, aber es war dann tatsächlich nur der Schock durch das schnell vergehende Augenlicht -der Hund wußte sich einfach in der fremd werdenden Welt nicht zu helfen. Laß dir nicht, auch nicht vom Tierarzt, erzählen ,dass es für einen Hund kein Problem sei, schlecht zu sehen - es ist eins, und zwar ein massives. Später kann er zwar gut klarkommen, aber in der Übergangsphase braucht er Hilfe und Rücksicht.

    So eine Verwirrung kann auch durchaus zu Aggressivität führen: Das Tier kann mit den nachlassenden Sinnen die Welt nicht mehr einschätzen und neigt dann zu "Kurzschlüssen".

    Das würde ich also ganz genau abklären lassen, dazu das Übliche: Hat er irgendwo Schmerzen? Wie sehen die Blutwerte aus, vielleicht mal ein geriatrisches Blutbild?

    Ich würde ganz sicher davon ausgehen ,dass dein Hund, wenn er sich so dramatisch verändert, eine gesundheitliche Beeinträchtigung hat. Mit acht fängt ein Hund ja nun gerade erst an, alt zu werden, und für so massive Probleme ist das eigentlich noch keine Erklärung.

    Ist schon irre, welcher Druck inzwischen auf Weidetierhaltern lastet, die bei jeder Verletzung jetzt noch "Wolf" mitdenken müssen. Die verletzte Islandstute aus dem Landkreis Hannover hatten wir ja neulich schon (Achtung, kein schönes Bild)

    ?type=3&Theater

    Da würde ich ausnahmsweise mal überhaupt nicht an Wolf denken ,sondern sofort an perversen Menschen. Eine ähnliche Verletzung hatten wir vor Jahren mal am zahmsten unserer Wallache. Da lautete das Urteil der Tierärzte und der Polizei einhellig: Dem hat ein Mensch mit einem scharfen Gegenstand, wahrscheinlich Skalpell, die Brust bis auf dem Knochen aufgeschnitten.

    Eine so ähnlich aussehende Schnittverletzung an der Vulva einer Stute - da würde ich wohl eher die Polizei als den Wolfsberater rufen. Aber ich finde es schon interessant, wieviel zusätzlichen Druck schon dieses ewige Vermutenmüssen, es könne ja ein Wolf gewesen sein, auf Tierhalter häuft. Eine ewige Unsicherheit, die wirklich gruselig ist, denn das nächste Mal könnte es ja wirklich einer sein...

    Das tut mir fürchterlich leid für euch alle - und wir drücken hier Daumen und Pfoten ,dass ihr erstmal eine vorübergehende Lösung findet und den Problemknoten dann in Ruhe aufdröseln könnt. Ganz viel Kraft jedenfalls!

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass man einen fremden Hund so seelenruhig filmt, statt wenigstens mal einen Knüppel dazwischenzuwerfen, zu brüllen oder sonst irgendwas von dem Imponiergehabe zu versuchen, das einem bei Wolfskontakt immer so dringend angeraten wird?

    Außerdem finde ich den Blickkontakt, den der Hund immer wieder aufnimmt, doch irgendwie sehr "vertraut". Bei einem Fremden sollte er doch ein bißchen irritierter wirken - das ist aber nun wirklich meine eigene subjektive Einschätzung.