Beiträge von terriers4me

    Ich hatte bis jetzt zwei Junghunde, die um den Zahnwechsel herum praktisch von heute auf morgen mit massivem Kotfressen begannen.

    Bei beiden muß es in dieser Phase schnellen Wachstums ein Mangel gewesen sein, an Spurenelementen, vielleicht Mineralien und an Enzymen. Ich habe dann (zum Frischfutter) auf tierärztliche Empfehlung hin täglich Ultra-Spur gegeben, dazu zweimal die Woche reichlich grünen Pansen. Und tatsächlich: bei beiden hörte die Kotfresserei dann so schnell wieder auf, wie sie begonnen hatte.

    Ich drück euch mal sehr die Daumen, dass die Lösung für euch ähnlich einfach ist - ein besonders angenehmes "Hobby" ist das ja wirklich nicht.

    Kommt drauf an, wie du das mit der echten, gefährlichen Nähe definierst.

    Der legendäre, hundebeißende Kurti ist hier ein paar hundert Meter weiter unbehelligt durch die Straßen spaziert. Einmal anders abgebogen, und ich hätte ihn direkt vor dem Tor gehabt, an einem schönen Frühlingsmorgen, mit Hund und Hühnern draußen im Garten hinterm Lattenzaun - also aus Wolfssicht völlig ungeschützt. In der Stadtmitte, wohlgemerkt, nicht irgendwo im Wald. Da kommt man schon mal ins Grübeln, was wäre, wenn...

    Sehe ich genauso - solange die Wölfe wirklich scheu bleiben und sich in abgelegenen Revieren aufhalten, finde ich es prima, dass sie da sind. Da finde ich "sich einschränken" dann auch selbstverständlich. Ich bin auch in all den Jahren bisher mit Pferd/Hund/Wandergesellschaft immer auf Wegen geblieben und habe es mir grundsätzlich verkniffen, irgendwo hinzugehen, wo wir stören könnten. Einfach aus Respekt vor dem Wild. Finde ich eigentlich ein selbstverständliches Verhalten in der Natur, und wenn das dann auch scheuen Wölfen zugute kommt - um so besser.

    Aber so, wie es im Moment läuft, konditionieren wir Wölfe mit Nichtstun genau darauf, Scheu abzulegen, Menschennähe immer mehr zu suchen und da immer dreister zu werden, weil wir sie dafür mit besonders bequemem Futter belohnen.

    Idefixchen, das Problem ist doch, das das Aufpassen hier nichts bringt. Absolut nichts. Wir haben es mit dem Wolf zum ersten Mal mit einem Wildtier zu tun, das Hunde generell auf der Feindes- und Speiseliste hat. Sowas hatten wir bisher noch nie und nirgendwo.

    DAS ist der fundamentale Unterschied zu Wildschwein, Reh & Co - das sind alles Tiere, bei denen du dich darauf verlassen hast, dass sie nach dem Motto leben "Tust du mir/meinen Jungen nichts, tu ich dir auch nichts". Ich hab mich viele Jahre in den großen Wäldern hier bewegt, allein mit Pony und /oder Hund, ohne da je auch nur eine unliebsame Begegnung zu haben. Auf unserer normalen Felder-Hunderunde haben wir die Wildschweinrotten im Gehölz oft auf Riechweite passiert, und sogar Sauen mit kleinen Ferkeln haben wir schon in direkter Nähe getroffen. Wir haben die Tiere demonstrativ ignoriert und uns zurückgezogen, sie uns ebenfalls, und alles war easy.

    Das wäre bei einem auflaufenden Wolf total anders: Den könntest du ignorieren/ansingen/bedrohen/ihm deinen Namen vortanzen so viel du willst. Wenn er Appetit auf Terrierschinken oder einfach böse Laune hat, bist du deinen angeleinten Hund schlicht los. Egal ,wie sehr du aufgepaßt hast.

    Das ist einfach eine fundamental andere Art von Wildbegegnung - und der im Freilandversuch ausgesetzt zu werden, weil die Wölfe den Respekt vor Menschennähe so rapide verlieren, ist schon eine Zumutung und verändert das gesamte Hundehalter-Lebensgefühl.

    Ich glaube übrigens immer noch, dass ein Zusammenleben sehr wohl gehen würde, ohne dass "man" sich in dem inzwischen geforderten Maß einschränken muß - dann nämlich, wenn die Wolfspopulation nach skandinavischem Vorbild 1. durch striktes Bejagen begrenzt wird und diese verbliebenen Tiere 2. ganz genau wissen, dass Menschen und ihre ganze Umgebung richtig bös gefährlich sind.

    Das würde automatisch dazu führen, dass es so läuft, wie die "Experten" uns ursprünglich versprochen haben: dass Wölfe scheu und in abgelegenen Regionen bleiben. Womit, glaube ich alle bestens leben könnten.

    So, wie es jetzt läuft, nämlich einem anpassungsfähigen Spitzenprädator in einer Kulturlandschaft auf Biegen und Brechen freie Bahn zu lassen und alle Verantwortung allein auf die betroffenen Menschen abzuwälzen, wird dieses ganze Experiment im Fiasko enden

    Wer ist "man"?

    Läuft es heute nicht eher so, dass die einen sich einschränken sollen, damit sich die anderen an der schön sicher entfernten "Wildnis" freuen - und ihren Lebensstil uneingeschränkt weiterführen können? Nur eben ergänzt durch die billige Forderung, dass "man" ja für die große Sache Opfer bringen muß?

    Immer wieder nett, mit welcher Selbstverständlichkeit von den Betroffenen "Abstriche" gefordert werden - zumal ,nachdem uns Experten ja zuerst immer wieder versichert haben, dass die ach so scheuen Wölfe eh keiner bemerken würde.

    Inzwischen sind wir schon bei gefordertem Dauer-Leinenzwang für Hunde und Achselzucken, wenn direkt am Haus Ponys gerissen werden. Ich habe mich vor vielen Jahren, wie wohl die meisten hier, gegen viele Annehmlichkeiten der Großstadt entschieden, weil: ja, weil es mir mehr wert ist, mit Pferd oder Hund draußen sein zu können. Durchaus auch mal "verträumt", wenn mir verdammtnochmal danach ist - wen geht das was an?

    Dass mir diese Freiheit jetzt, unter dem Beifall der Nicht-Betroffenen, genommen werden soll, Stück für Stück, damit es nur den heiligen Wölfen maximal gut geht, empfinde ich schon als arge Zumutung. Auf Mitleid kann ich da sehr gut verzichten, endlich praktikable Regelungen wären mir deutlich lieber. Und ein bißchen Respekt für die, die die Disney-Wildnisträume der Nichtbetroffenen ausbaden dürfen, fände ich auch nicht verkehrt.