Ich habe bis jetzt echt viel Glück gehabt und mit mehreren Hunden in vielen Jahren nur sehr wenige ernsthafte Beißereien erlebt. Am schlimmsten war es, als meine damalige Hündin und ihre Boxer-Erzfeindin einander unvermittelt frei gegenüberstanden - wir hatten beide wegen eines toten Winkels die andere nicht kommen sehen.
Die wollten sich dann wirklich töten, was um so beängstigender war, als der Boxer bereits einen Spaniel und einen Pudel auf dem Gewissen hatte, und meine Hündin hatte etwa diese Größe. Zum Glück drehte der Besitzer der Boxerin ihr sehr routiniert mit ihrem dünnen Kettenhalsband die Luft ab, so dass ich meine Hündin dann irgendwie auch losbekam - aber sowas möchte ich nie wieder erleben.
Weniger schlimm, aber auch nicht ganz ohne, war der nicht angeleinte Staff, der von hinten angeschossen kam und meinen kleinen Terrier ohne Vorverhandlungen quer über den Rücken packte. Frauchen hing währenddessen schreiend an einem Ridgeback, der gerne auch mitgemischt hätte - da war keine Hilfe zu erwarten.
Mir blieb also nichts weiter übrig, als sehr fest zuzutreten und den Staff so drohend anzubrüllen, wie ich nur konnte. Der ließ sich gottseidank beeindrucken und auf Abstand halten - nicht, ohne dass mein Terrier dann seinerseits heftig zuzulangen versuchte. Eine blöde Situation, zumal das Frauchen der beiden Hunde einfach abhaute, ohne mir ihre Kontaktdaten zu geben, und die Tierarztrechnung an mir hängenblieb. Aber ich war trotzdem echt froh, dass es so glimpflich abgegangen war. Hätte sich der Staff nicht so beeindrucken lassen, hätte es böse für meinen kleinen Hund ausgesehen.
Nach diesem Zwischenfall habe ich wieder Pfefferspray dabei - nicht, weil ich es anwenden möchte, sondern weil eine gewisse Sorte Hundebesitzer doch deutlich vernünftiger reagiert, wenn man ihnen klarmacht, dass ein Angriff nicht nur Spaß, Spiel und Spannung für ihren Fiffi bedeuten würde.
Aber, wie gesagt: bisher haben wir immer sehr viel Glück gehabt. Vielleicht auch deswegen, weil wir nicht jeden auflaufenden Tutnix gleich als Bedrohung wahrnehmen, sondern erstmal nett begrüßen und auf eine freundliche Begegnung setzen. Das klappt dann normalerweise auch.