Beiträge von terriers4me

    Ein Jack oder Parson Russell ist ein altmodischer Foxterrier. Ursprünglich war das eine Rasse (oder damals eher: ein Hundetyp) Als so in den 1890er Jahren in Großbritannien Hundeschauen und Schönheitszucht aufkamen, wurde ein Teil der Foxterrier in diese Richtung gezogen, also größer, gefälliger im Aussehen und mit üppigerem Fell. Leistung war da nicht mehr so wichtig, eher der schicke, tolle Allround-Kumpel.

    Der andere Teil blieb sozusagen zuhause und machte die traditionelle Fuchsjagd-Arbeit weiter, ohne auf Schönheit selektiert zu werden, dafür aber um so mehr auf jagdliche Qualitäten. Das waren dann die Jack Russells, in verschiedenen Größen gezogen, je nach den Bauten, in denen sie eingesetzt wurden.

    Die wurden erst 100 Jahre später auch Show- und Modehunde, haben sich also noch sehr viel mehr vom ursprünglichen Arbeitsterrier bewahrt. Während der Fox in dieser Zeit eine steile Karriere als Gesellschaftshund hinlegte, also schon deutlich weiter von den Ursprüngen entfernt ist. (Was nicht heißt, dass er sie vergessen hat!)

    Ganz simpel gesagt ist ein Russell also einfach der ursprüngliche Foxterrier.

    Foxterrier sind absolut klasse, fröhlich, clever, für jeden Spaß zu haben. Für eine nette Klopperei oder eine zünftige Jagd allerdings ebenso, Erziehung braucht's da schon.

    Aber wirklich kein Vergleich mit einem DJT, eher ein sportlicher, praktischer Super-Allroundkumpel mit ein paar Terrier-Extras.

    Waren mit Mini-Dobermännern nicht vielleicht eh eher Pinscher gemeint? Bei so viel Ahnung, wie da übergekommen ist, würde mich das nicht wundern.

    Ansonsten: Ich kannte mal den berühmten Jagdterrier in Privathand, vom Tierheim als ganz winziger Welpe als "netter Pudelmix für die Kinder" an eine ahnungslose Großstadtfamilie abgegeben.
    Sagen wir mal so: Er war ein toller Hund, aber ich würde sowas eher nicht empfehlen.

    Nehmt das Dackelchen und geht mit ihm raus, irgendwohin, wo es frei laufen kann. Nichts, wirklich nichts fördert die Bindung so wie gemeinsames, ruhiges Weltentdecken. Kein strammes Gehen, einfach Trödeln, Schnüffeln, Staunen und Seele baumeln lassen. Wird der Zwerg müde, kannst du ihn ja auf den Arm nehmen.

    So ein Geschenk wie den Folgetrieb, den der Kleine jetzt gerade noch hat, kriegst du im Hundeleben nicht wieder, und bei so einem unabhängigen Kandidaten wie einem Dackel würde ich die Zeit nützen, um mich als Quelle von Spaß, Freude und Führung in neuer Umgebung zu zeigen. Als jemand, auf den man sich unbedingt verlassene kann und als kleiner Hund Spaß dabei hat.

    Was ihr jetzt macht, nämlich nichts als Spielen mit dem Kleinen, ist meines Erachtens eher kontraproduktiv. Was der Welpe daraus lernt, ist ja eigentlich nur: Mensch beschäftigt sich mit mir heißt wildes Gekasper. In so einer Erwartungshaltung kann er nicht entspannt werden - eigentlich logisch, oder?

    Die Welt hat für kleine Hunde und ihre Leute so viel zu bieten - macht euch einfach gemeinsam auf. Das macht einen Welpen wesentlich entspannter und zufriedener.

    Ich will eure Zuversicht da wirklich nicht dämpfen, aber: Jack/Parson Russells sind als ehemalige Fuchsjäger wirklich eine Sorte für sich. Ich habe so einen Hund jetzt seit 20 Jahren, kenne die noch ein gutes Stück länger - und ich kann inzwischen wirklich nicht mehr zählen, von wie vielen toten Hauskatzen ich da gehört habe.

    Tragischerweise passieren diese Unfälle meist erst nach einiger Zeit, wenn sich beide scheinbar aneinander gewöhnt haben und die Wachsamkeit der Halter nachläßt. Hund und Katze beginnen zu interagieren, sind mal allein miteinander, irgendeine Bewegung der Katze oder ein gemeinsames Spiel läßt den Terrier blitzschnell in den Jagdmodus kippen - und aus. Wieder und wieder gehört, und immer mit schrecklich viel Kummer verbunden.

    Wenn ihr dieses Zusammenleben wirklich riskieren wollt, laßt wenigstens nie mit der Wachsamkeit nach, vor allem dann nicht, wenn sich die Tiere scheinbar gut verstehen. Das ist leider absolut keine Lebensversicherung für die Katze - nie.