Beiträge von terriers4me

    Eine der Vorfahren meiner Hündin hieß Foxwarren Snatchit, und ich finde "Snatchit", übersetzt Schnapp's dir!, eigentlich sehr schick für einen pfiffigen, griffigen Terrier.

    Hätte aber wohl keine Lust, das hier dauernd zu buchstabieren und zu erklären.

    Wenn ihr die beiden ohnehin trennt, hilft es vielleicht ein bißchen gegen den Liebskummer beim Rüden, der Hündin Chlorophylltabletten zu füttern. Gibt's für Raucher in der Apotheke.

    Das nimmt etwas vom Läufigkeitsgeruch und bewahrt die Hündin so auch ein bißchen davor, auf Spaziergängen ständig belästigt zu werden.

    Ja - strengstens trennen, und zwar 24/7, mindestens drei Wochen lang. Das ist verdammt stressig, aber das einzige, was hilft. Alles andere kannst du vergessen, Hunde sind, wenn sie wirklich wollen, enorm kreativ. Höschen helfen da schon mal gar nichts, die sind nicht als Verhütung gedacht.

    Alternativ, wenn ihr nicht wirklich strikteste Trennung in jedem (jedem!) Moment garantieren könnt, den Rüden über die Läufigkeitszeit anderswo einquartieren.

    Ich bin nicht Murmelchen, und die wird dir sicher gleich aus ihrer - zigmal größeren Erfahrung antworten können.

    Ich kann nur erzählen ,dass dieses Jagdterrier-Ding unerwartet weiterging. Der Hund lernte aus diesem einen Mal harter Schläge sofort und für immer. Aber er lernte nicht etwa daraus, generell nicht mehr nach Weidetieren zu schnappen, die ihm ihre Nase hinhielten - das versuchte er lebenslang.

    Was er als Schlußfolgerung mitnahm, war großer Respekt vor meiner Freundin und mir, also den beiden bei dieser Maßregelung anwesenden Menschen. Wir konnten ihn von da an mit einem energischen verbalen Kommando gut von sowas abhalten. Und bei uns hat er dann auch total darauf verzichtet, uns in die Klamotten/ins Bein zu schnappen, wenn er angeleint war und einen Feind nicht erwischen konnte. Da reichte ein scharfes "Spinnst du?!", und er drehte sich sofort weg - er hatte uns also offenbar als zu wehrhaft eingestuft. Seinem Frauchen dagegen,die sehr lieb, nachgiebig und weich war, zerfetzte er in solchen Situation regelmäßig die Klamotten und ließ sie auch mal strammstehen, wenn ihm danach war.

    Das hat mich übrigens, so sehr wir alle diesen Rüden liebten, eine Zeitlang echt zum Nachdenken gebracht, ob ich einen eigenen Hund haben wollte. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, den so behandeln zu müssen, damit er Respekt vor mir hat und kooperiert. Zum Glück habe ich dann recht schnell gelernt, dass voll im Saft stehende, gern mal die Machtfrage stellende Jagdterrierrüden eher die Ausnahme als die Hunde-Regel sind!

    Naja, in unserem Terrier-Beispiel überschneiden sich natürlich Affekt und Erziehung. Der Schlag an sich war reiner Affekt, oder wie hier richtig gesagt wurde, reines Management, um Schaden abzuwenden.

    Aber so genau, wie der Hund sich von diesem einen Mal gemerkt hat, dass er eine bestimmte Grenze besser nicht überschreitet, weil's sonst richtig weh tut, war es ja doch irgendwie Erziehung. Wenn auch nicht mit Vorsatz.

    Ist wirklich ein komplexes Thema!

    Ich kann mich besonders an eine Situation erinnern, in der ich körperlich härter zu einem Hund war, als ich es sonst je bin. Da hatten wir Stuten und Fohlen auf die Weide getrieben, und die Herde stand noch am Holzzaun und plauderte mit uns. Plötzlich schoß der Jagdterrierrüde meiner Freundin los, packte ein zwei Tage altes Fohlen hart an der Nase, die es durch den Zaun gesteckt hatte, und fing an zu schütteln.

    Da habe ich, ohne auch nur einen Moment nachzudenken, den Hund nicht nur furchtbar angebrüllt , sondern auch mit der Longierpeitsche zugeschlagen, die ich vom Treiben noch in der Hand hatte, und zwar richtig hart. Der Terrier ließ dann zum Glück auch sofort los, das Fohlen mußte aber trotzdem genäht werden.

    Ich wüßte auch ehrlich gesagt bis heute nicht, was wir da sonst so schnell hätten machen sollen. Der Terrier hat's übrigens kein Stück übel genommen, sich aber sehr gemerkt. Von da an genügte eine warnende Stimme, um ihn von solchen Spielchen abzuhalten.

    Bei meiner Hündin wurde dieses "aktive Unterwerfen" von selbst weniger, als sie älter und selbstbewußter wurde. Es schlug dann aber, wie gesagt, ins Gegenteil, nämlich in heftiges Meiden um.

    Besser geworden ist das, nachdem ich sie erstmal von jedem Kontakt mit Fremden abgeschirmt habe, aber bis heute ist sie da zurückhaltend geblieben: Kontakte nur, wenn sie den Anfang machen darf (dann auch gern), aber jeder, der sie anspricht, anschnalzt oder sich gar zu ihr beugt, wird strikt mit Sicherheitsabstand gemieden.

    Das "freudige" Auf-Alle-Zugehen kann auch schlichte Angst sein, nämlich ein sozusagen vorbeugendes, aktiv unterwürfiges "Friß mich bitte nicht!"

    Das hat meine junge Terrierhündin auch eine Zeitlang gemacht, und ich habe mich gefreut, wie aufgeschlossen sie doch ist. Bis sie dann erst anfing, allen Menschen, die sich zu ihr beugten (und auf die sie zunächst aktiv zugegangen war), ängstlich vor die Füße zu pinkeln und dann mit wachsendem Selbstbewußtsein erstmal total ins Meiden von Fremden ging.

    Kann also gut sein, dass die scheinbare Freundlichkeit des Hundes einfach Selbstschutz ist - das Streßpinkeln beim Besuch spräche schon dafür.

    Dass es auf euren Sofaplatz geht, ist aus Hundesicht nur logisch: Der angespannte Hund sucht erst Sicherheit da, wo es am meisten nach euch riecht - und Angst und Streß schlagen nun mal massiv auf die Blase.

    Ja, sie können durchaus vor voller Schüssel verhungern - dann nämlich, wenn unter der Mäkelei unerkannt eine Krankheit steckt.

    Sprich: Wenn ein so junger, so leichter Hund tagelang Durchfall hat/ erbricht, würde ich vor jedem Futterexperiment erstmal zum Tierarzt gehen.