Beiträge von terriers4me

    Fluch!

    Ich bin eben grade im Wald samt Hund zu einem Knäuel verheddert worden, weil ein fröhlicher, wirklich süßer Jungspund, laut Herrchen "Mischung aus Jack Russell und Terrier" sehr vehement Hallo sagte und ruckzuck mich und meinen angeleinten Hund eingewickelt hatte. Gab sogar noch Chaos, als ich meinen Hund nach oben aus dem Knäuel hob, um Brandverletzungen oder eine Klopperei zu verhindern. Das empfand der Youngster als besonders witzige Spiel- und Nachhüpfaufforderung, während meine alte Dame schon lauthals knurrte. So eine Flexi ist wirklich erstaunlich lang.

    Cartoonzeichner hätte da ihre helle Freude gehabt, aber ich - hasse - Flexileinen!!!

    Seid bloß noch sehr viel vorsichtiger, als ihr eh vorhattet.

    Meine extrem menschen- und kinderliebe erste Russellhündin hat mir eisiges Entsetzen eingejagt, als sie auf ein Neugeborenes mit eindeutiger Jagdabsicht reagierte. Sie hat dieses quäkende, zappende Wesen einfach nicht als Mensch erkannt, es war für sie nur Beute. Das war wirklich absolut furchterregend - sie hätte es angegriffen, ohne auch nur zu ahnen, dass sie es mit einem Menschen zu tun hatte.Erst als das Baby sitzen konnte, wurde ihr klar, was das ist, und sie war sofort wieder die Freundlichkeit und Vorsicht in Person.

    Ich würde inzwischen einen auch nur halbwegs jagdtriebigen Hund aber sowas von getrennt von einem Neugeborenen halten - und die Leine käme sicher nicht ab, solange das Baby im Haus ist.

    Das könnte doch schon viel besser passen.

    Bei uns um die Ecke lebt ein Eurasier, der ziemlich genau das ist, was du dir vorstellen dürftest: Sieht absolut "nordisch" aus und ist ein unglaublich souveräner und verträglicher alter Herr. Sein Hauptberuf ist Buchhandlungshund, und da ist er von kein auf mit allen klargekommen, Mensch oder Hund, ganz ohne spezielle Sozialisierung. Er ruht einfach in sich, ist jetzt nicht jedermanns Freund, aber was ihm nicht paßt, ignoriert er vornehm, statt sich aufzuregen. Den kann man sich schon deutlich eher auch in einem großstädtischen Umfeld vorstellen.

    Ich hoffe ja mal, das mit dem Husky als Großstadt-Begleithund ist ein Scherz, aber: Die "Artgenossenverträglichkeit" aller Huskys, die ich bis jetzt kennenlernen durfte, bezieht sich ausschließlich auf gleichgroße/größere Hunde, mit denen sie gut bekannt sind.

    Auf Kleine haben sie ausnahmslos so reagiert, wie du es bei Boomer beschreibst: erst noch nett, mit dem Erwachsenwerden legte sich da von jetzt auf gleich ein Schalter um, und kleinere Hunde waren Beute. Und zwar eine, die gehetzt und getötet gehörte.

    Von all den "gut sozialisierten" jungen Huskys läuft hier inzwischen keiner mehr. Einer ist auf der Jagd vor ein Auto geknallt, einer wird -zigfach gesichert und dauerangeleint in abgelegenen Ecken ausgeführt. Die anderen sind mit dem Erwachsenwerden "umständehalber" "in erfahrene Hände" abgegeben worden. Warum wohl?

    Ganz ehrlich - wäre ich die Chi-Besitzerin, der du schon derartigen Schaden zugeführt hast, und du kämst prompt mit einem vergleichbaren Hund, also mit derselben Rücksichtslosigkeit an, würde ich alles tun, um euch aus dem Haus zu kriegen, bevor auch der wieder zulangt. Denn genau das wird er tun, sobald er erwachsen ist.

    Eigentlich war bisher keiner wirklich schwierig - aber der Umstieg von eher biederen, braven größeren Hunden auf einen Russell war schon ein echter Kulturschock.

    Dass ein Hund so intelligent, gleichzeitig so eigensinnig und auch noch wahnsinnig reaktionsschnell sein kann, dass er quasi unerziehbar ist - ja, das war schon eine ziemliche Überraschung. Ich habe da sehr oft sehr blöd in der Gegend gestanden, wenn alles in 20 Hundejahren Gelernte schlicht versagte, weil das verdammte winzige Terriervieh einfach zu clever war.

    Die Erkenntnis, dass es auch ein Riesenvergnügen mit Suchtfaktor ist, sich mit so viel egozentrischer Schlauheit zu arrangieren, gab's dann schnell gratis dazu.