Beiträge von terriers4me

    Du kriegst hier ja schon jede Menge Supertipps, aber vergiß das Wichtigste nicht: Bleib locker und freu dich an dem Welpen!

    Fehler wirst du sowieso machen, und in Fettnäpfchen trittst auch mit langer Hundeerfahrung regelmäßig immer mal wieder. Das läßt sich einfach nicht vermeiden, weil du es hier mit einem Lebewesen zu tun hast.

    Aber wenn du bei aller Mühe insgesamt den Spaß behältst und dich nicht vor lauter Perfektionismus total verkrampfst, bist du schon auf einen richtig guten Weg - und natürlich wünsche ich euch ganz viel Freude an dem Zwerg!

    Ich finde eigentlich jeden Hund schön, dem man das Wohlbefinden regelrecht ansehen kann.

    Und ich habe zwei Schwächen, einmal für die "form to function"-Typen, so richtig kernige, clevere Tiere mit schöner Bemuskelung und Körperspannung, denen die Lebensfreude und die Pfiffigkeit aus den Augen blitzen.

    Zum andere finde ich alte Hunde (ebenso wie alte Pferde)unwiderstehlich schön - ich mag es einfach, wenn man ihnen die Weisheit, Erfahrung und Würde am Gesicht ablesen kann.

    Das mit der Schlappheit tagsüber ist wohl eher die plötzliche Wärme. Selbst meine kastrierte Hündin, die normalerweise vor Lauflust fast aus der Haut springt, schaltet gerade deutlich runter, hechelt schnell und schläft viel.

    Die Hunde wissen schon sehr genau, was sie da tun - ein alter Tierarzt hat mir mal sehr eingeschärft, es bei plötzlicher Wärme langsam angehen zu lassen, weil Hunde daran doppelt zu knabbern haben: einmal sind sie sie dicht am Boden, der nochmal Wärme abstrahlt, zum andere können sie ja nun mal nur begrenzt schwitzen, und beides zusammen kann heftig auf den Kreislauf gehen.

    Hatte ich mir vorher nie so klar gemacht, aber seit ich das weiß, laß ich den Hund völlig das Tempo vorgeben, verzichte auf wilde Spiele und bin vor allem im Frühjahr erstmal vorsichtig, bis der Hund von selber wieder mehr Action anbietet.

    Mit dem Füttern ist es von Hündin zu Hündin unterschiedlich. Ich hatte eine Hündin, bei der Läufigkeit und Scheinträchtigkeit auch sehr unauffällig verliefen, da hab ich am Futter nichts geändert, nur dem Nach Läufigkeits-Heißhunger nicht nachgegeben, damit sie mir nicht fett wird.

    Die nächste hungerte sich immer furchtbar auf jede Läufigkeit zu und sah dann wirklich klapperdürr aus. Da war ich heilfroh, wenn sie dann während der Scheinträchtigkeit freßgierig wurde und ich sie wieder halbwegs auffüttern konnte.

    Und Nr. 3, unsere erste Hündin, war regelmäßig so katastrophal scheinträchtig, dass ihr die Milch wochenlang nur so lief. Das ließ sich mit knappem Füttern und vielem Bewegen ein bißchen abmindern, aber leider auch nur ein bißchen - sie steckte alles, was sie bekam, in die Milchproduktion.

    Was deiner Hündin da am besten tut, mußt du also wirklich ausprobieren.

    Gemessen an dem, was eine scheinschwangere Hündin so bieten kann, klingt das wirklich noch sehr dezent. Ich würde auch sagen: knapp füttern, gut bewegen, aussitzen - und froh sein, dass es nicht schlimmer kommt.

    Und laß dich selbst bloß nicht runterziehen, du machst ja absolut nichts falsch - es ist einfach der Lauf der (Hormon-)welt und geht auch wieder vorbei.

    Kann es ein, dass Robinson ein massiveres Augenproblem hat? Meine alte Hündin zeigte diese fast manische Unruhe am Anfang ihrer Erblindung. Sie wurde auch immer ängstlicher, weil ihr offenbar die vertraute Umwelt regelrecht entglitt.

    Und meine jetzigen Hündin wurde vor drei Jahren aus dem Nichts regelrecht rundum panisch, so dass ich mir überhaupt nicht mehr zu helfen wußte. Ich hab sie dann beim TA durchchecken lassen, und siehe da: Sie hatte eine massive klinische Schilddrüsenunterfunktion. Kaum war die eingestellt, war sie wieder fast die Alte. Nur die Knallangst, die hat sie leider behalten - aber das Gespenstersehen und ständige Paniken waren komplett weg.

    Ich würde den Schönen auch mal richtig untersuchen lassen - und natürlich drücken wir euch wirklich ganz fest alle Daumen, Pfoten und Hühnerkrallen, dass ihm dann schnell geholfen werden kann!

    Nun ja, nur so als OT, eine Russell-Züchterin hat mir ihren gekörten, prämiierten, jagdgeprüften Champion-Deckrüden in Pension geben wollen, weil es zwischen ihm und einem gleich alten zweiten Rüden geknallt hatte. Die Dame verfügt über 40 Jahre Erfahrung mit der Rasse, ein hunderudeltaugliches Riesenbauernhaus, eine traumhafte Zwingeranlage, fünf Hektar Land für die Hunde...und so weiter.

    Trennen ließe sich also leicht, aber sie sagt aus ihrer langen Erfahrung, dass es für wirklich verkrachte Rüden unzumutbarer Dauerstreß ist, den anderen auch nur zu riechen, und deswegen in solchen Fällen einer gehen muß. OT Ende.

    Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass Shiba-Züchter, wenn die Hunde so sind, wie hier geschildert, es ähnlich halten: entweder keinen eigenen Rüden oder nur einen - aber das werden die Spezialisten hier sicher genauer wissen.

    Nur noch ein letztes Mal: wir reden hier nicht über so biedere Typen wie Labbi Spaniel oder Yorkie, sondern über sehr urtümliche, total eigenständige Hunde. Von denen einer auch noch ein Mix ist, der zu allem Überfluß die kurze Zündschnur eines Terriers geerbt haben könnte.

    Niemand, wirklich niemand hier will der TS Böses oder hat Spaß an düsteren Voraussagen, im Gegenteil - aber das ist eine so verdammt brisante Kombination, dass ihr mit Schönreden absolut nicht gedient ist.

    Nein, es geht eben nicht "alles". Das ist eine, höflich gesagt, ziemlich naive Annahme.

    Ich habe im Laufe der Jahre einige wirklich nette, generell verträgliche Rüden aus solchen Konstellationen angeboten gekriegt, weil es mit dem Erwachsenwerden eben doch knallte und kein Zurück mehr gab. Das waren weder unnormale Hunde noch unfähige Halter, im Gegenteil. Aber oft gewinnen am Ende eben doch die Gene - und die stehen in diesem Fall absolut nicht günstig.

    Nein, ich würde meinen Hund auch nicht abgeben, bloß weil mir ein Forum dazu rät. Niemals. Ich fürchte nur, speziell erfahrene Shiba-Leute werden da in der Realität sogar noch deutlicher werden. Und weil ich, siehe oben, mehrmals mitbekommen habe, wie herzzerreißend das ist, einen Hund abgeben zu müssen ,den man schon länger gehabt hat, zwischen den geliebten Hunden wählen zu müssen, wer bleibt und wer geht - ja, seitdem würde ich dafür plädieren, solche Situationen gar nicht erst entstehen zu lassen.