Beiträge von terriers4me

    Hak's als "dumm gelaufen, aber gut ausgegangen" ab - dein Hund hat das doch auch geschafft. Wenn Marley ernsthaft eingeschüchtert worden wäre, wäre der niemals nicht ein gutes Stück von dir weggegangen und hätte sogar markiert, egal, ob mit eingezogenem Schwanz oder nicht. Dann wäre er schlotternd bei dir geblieben.

    Es sind also vor allem deine Nerven ,die da verrückt spielen, und so sehr ich nach 20 Jahren mit einem kleinen Hund deinen Ärger nachvollziehen kann - es bringt einfach nichts, sich da so extrem reinzusteigern. Sowas wird dir immer wieder mal passieren, und je "selbstverständlicher" du das schnell abhakst, desto gelassener packt dein Hund das weg.

    Wär auch mein Vorschlag: Ab ins Tierheim, eventuell mit Polizeihilfe, Stichwort: Fundtier. Du bist schließlich nicht verpflichtet, einen entlaufenen Hund zu hüten. Dass du weißt, wohin die gehören, brauchst du ja niemandem auf die Nase zu binden.

    Da wird das Abholen für die Besitzer richtig teuer, und wenn die Welpen wirklich in so einem miesen Zustand sind, wird vielleicht auch mal näher hingeschaut.

    Worauf ich übrigens auch achten würde: nur kleine, lauwarme Portionen zu füttern, so fünfmal am Tag ein bißchen. Das entlastet den Bauch, und sie behält immer noch ein bißchen Appetit fürs nächste Mal.

    Und mach dich jetzt selbst bloß nicht so verrückt - so schnell verhungert kein Hund, und Mängel gibt es von ein paar Wochen Schonkost auch nicht.

    Was dir aber, wenn du euch beiden jetzt so einen Druck machst, wie er einen hier beim Lesen schon anspringt, durchaus passieren kann ist, dass du dir einen Hund ranziehst, der schon beim Anblick eines Futternapfes zu spinnen anfängt. Weil er nämlich gelernt hat, diese Situation mit "Frauchen hat so Streß - muß also was Schlimmes sein!" zu verbinden.

    Das kann ich dir aus Erfahrung sagen, ich hab nämlich genau das geschafft. Als ich nach vielen Jahren mit gut fressenden Hunden plötzlich eine krasse Mäklerin im Haus hatte, hab ich mich zuerst so verrückt gemacht, dass der Hund im Nu mit Entsetzensblicken vor jedem Napf zurückwich und nur noch fraß, sobald ich die Küche verlassen hatte.

    Mir ging dann zwar ziemlich schnell auf, dass da der Fehler bei mir lag, aber es war zu spät. Das Ritual saß: Hund kriegte Futter, wich zurück, sah mich auffordernd an: "Hau ab, du nervst hier!" und ging erst ran, wenn ich wirklich weg war. Am besten ein Stockwerk höher am Schreibtisch.

    Muß ja nicht sein, dass du den gleichen Fehler machst - also keep cool und bring Ruhe in die ganze Sache!

    Ich würde erstmal NICHTS zusätzlich geben, bis der Darm sich erholt hat - so schnell kriegt kein Hund irgendeinen Mangel.

    Bei meiner Hündin war es dann so, dass ich sie nach 2 Wochen Super-Schonkost teelöffelweise (wir reden hier von einem Siebenkilohund) wieder an Fleisch gewöhnen durfte, erst gekochte Hühnerbrust, dann gekochtes, mageres Rinderhack, dann langsam grünen Pansen, um die Darmflora wieder aufzubauen - und so weiter.

    Bis sie wieder normal fressen konnte, verging ein Monat, aber dann gab es nie wieder Probleme. Sie hat auch alles gern gefressen - selbstgekochter Kartoffelbrei mit grünem Pansen ist noch heute ihr Lieblingsgericht.

    Sei lieber vorsichtig mit dem Protein. Als meine Hündin eine schwere Darminfektion hinter sich hatte und aus der Klinik kam, durfte ich zwei Wochen erstmal nichts füttern als Kartoffel- und Möhrenbrei mit etwas Hühnerbrühe, und dann erst mit Minidosen gekochter Hühnerbrust wieder einsteigen.
    Der Darm braucht wirklich seine Zeit, um sich zu erholen, und der Hund nimmt keinen Schaden, wenn's mal kein Fleisch gibt.

    Das ist doch längst kein Welpe mehr, sondern ein Junghund im lebhaftesten, erkundungsfreudigsten Alter. Und wahrscheinlich gerade mit einem ausgeprägten Kulturschock.

    Laß ihr Zeit, hab Geduld und laß sie in Ruhe ihre neue Umgebung erkunden, auch wenn sie dabei mal hochdreht. Wenn sie nur eingesperrt zwangsschläft, lernt sie absolut nichts, kann sich also auch nicht anders benehmen, wenn sie mal rauskommt.

    Ich hab gerade diesen Artikel gelesen:

    Größte Wolfsdichte Europas: Leben mit dem Wolf im Osten zwischen Angst und Resignation | Nordkurier.de

    ...und nun hätte ich mal eine blöde Frage, und zwar zu diesem Absatz der superscharfen neuen Wolfsverordnung:

    "Ab Ende Mai gilt in Sachsen eine neue Wolfsverordnung. „Wir sind dort auch an die Grenzen des Möglichen gegangen”, sagte der sächsische Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt (CDU). Künftig dürfen dort Wölfe verjagt werden, wenn sie sich einem Wohngebäude oder Menschen auf unter 100 Meter nähern, sich nicht verscheuchen lassen und das öffentliche Leben gestört wird."

    Eigentlich sind es zwei Fragen, nämlich 1.) Durfte man bisher nicht mal das?

    und 2. und vor allem: Wie "verjagt" man ein Tier, das sich "nicht verscheuchen läßt"?

    Das kann ich mir überhaupt nicht vorstellen, eher das Gegenteil. Zitronenöl ist intensiv, ein Hund - zigmal nasenempfindlicher als wir - zumindest die Hunde, die ich kenne, würden eher gestreßt reagieren, wenn man ihnen plötzlich diesen intensiven Geruch regelrecht aufzwingen würde.

    Ich halte das eher für eine Vermenschlichung: tut uns gut, also soll's der Hund auch mögen.