Beiträge von terriers4me

    Wölfe waren noch nie in einer Landschaft wie unserer heutigen zuhause, weder eigentlich noch uneigentlich.

    Die Uhr läßt sich nun mal nicht mal eben 200 Jahre plus zurückdrehen - und vor 200 Jahren plus wurden Wölfe sehr hart bejagt.

    Was hier im Moment läuft, ist ein gigantischer Freilandversuch einer übersättigten, realitätsfernen Wohlstandsgesellschaft unter dem Motto: "Was passiert wohl, wenn wir eine invasive Tierart auf Teufel komm raus in einen Rahmen quetschen, in den sie nicht mehr paßt - und ihr auch noch alles andere unterorden?"

    Diejenigen, die den Herdenschutz nicht hinbekommen (können) beweiden leider oft die Ecken, in den Beweidung am notwendigsten ist, etwa Deiche. Oder halten vergleichsweise wenige Exemplare seltener alter Haustierrassen als Hobby. Ich sehe eigentlich keine Notwendigkeit, sowas für Wölfe zu opfern.

    Und um die vorletzte Jahrhundertwende gab es keine Weidewirtschaft wie heute, da wurde gehütet. Mit hohem Personaleinsatz, unter zutiefst erbärmlichen Arbeitsbedingungen oder gleich mit Kinderarbeit, und mit vergleichsweise wenigen Tieren. Und Lebensmittel kosteten für die Durchschnittsfamilie nahezu das gesamte Monatseinkommen. An die Haltung mehrere Hunde mal eben so zum Spaß wäre da nicht zu denken gewesen.

    Dahin zurück ist heute wohl eher keine Option mehr, also würde es mit uneingeschränkten Wölfen auf ausschließliche Massentierhaltung in Hallen rauslaufen, ohne die Option, Fleisch beim Bauern nebenan zu kaufen. Der "mußte" ja aufgeben ,der Wölfe willen.

    Auch das wäre mir die flächendeckende Ausdehnung dieser in keiner Weise bedrohten Tiere nicht wert. Ich sehe überhaupt keine andere Option, als die Bestände strikt (und ja: per Gewehr!) auf ein umweltverträgliches Maß zu regeln. Wird bei andere Wildtieren in einer Kulturlandschaft genauso gemacht, und der Wolf ist schließlich nicht das Maß aller Dinge.

    Ich finde das immer noch einen der genialsten Anfänge überhaupt:

    Viele Jahre später sollte der Oberst Aureliano Buendia sich vor dem Erschießungskommando an jenen fernen Nachmittag erinnern, an dem sein Vater ihn mitnahm, um das Eis kennenzulernen.

    "Hundert Jahre Einsamkeit" von Gabriel Garcia Marquez

    Ist doch super - und die Lütten haben tatsächlich ihre Vorlieben. Bei meiner vorherigen Hündin war's genau umgekehrt: an dem schönen, junghundegeeigneten Geschirr hat sie regelrecht gebockt und sich sogar hingeschmissen, und als ich ihr aus lauter Verzweiflung ein Halsband anzog, ging sie auf Anhieb wie am Seidenfaden. Bietet sich dann wirklich an, sowas zu nutzen!

    Unsere Züchterin wäre nach DF-Kriterien krachend durchgefallen. Die hatte 14 erwachsenen Hunde verschiedenen Alters auf dem Hof, dazu zwei Würfe und für die Hunde fünf Hektar Land zum erkunden, inklusive Teich. Sowas wie ein Bällebad, eine Innenstadt oder irgendwelches Intelligenzspielzeug hatten die Kleinen dafür noch nie gesehen, und permanent betütert wurden sie auch nicht.

    Als ich meine Hündin mit 8 Wochen abholte, war sie1.gesund, sprach 2. perfekt "Hündisch", war 3. grundsätzlich sehr menschenfreundlich, kannte 4. alles, was mit normalem Leben im Haus zusammenhängt, weil sie da aufgewachsen war, und war 5. so stubenrein, wie man in dem Alter überhaupt nur sein kann. Den Unterschied zwischen "drinnen" und "draußen" hatten sich die Babys von Anfang an von den Erwachsenen abgeguckt, und das klappte auch im neuen Zuhause bestens.

    Das war alles, mehr wollte ich nicht - der Rest war dann meine Sache.

    Ich würde das schlichtweg auf eine Kombination von Genen und dämlichem Frauchen schieben. Massive Artgenossenunverträglichkeit war nun mal lange das Zuchtziel dieser Rassen, und kommt natürlich auch öfter noch durch. Das muß man als Besitzer aber eigentlich einschätzen können und den Hund entsprechend managen!

    Das sind schon sehr erschreckende Angriffe. Ich hab mal einen Staff auch ohne jegliche Vorverhandlung auf meinem kleinen Terrier gehabt, der anschließend mit einer Rückenquetschung zum TA mußte. Auch mit einem Frauchen, das überhaupt nicht eingriff und mir das Trennen überließ. Sowas braucht kein Mensch - es heißt aber wirklich nicht, dass der Hund gleich Kinder frißt. Gefährlich ist er trotzdem.

    Was Jacks Bellerei angeht: Vielleicht versuchst du mal ,die unter Kommando zu bekommen? Ihm also, sobald er anfängt ein "Leg los!" Kommando zu geben, und ein "Still!" oder "Aus!", wenn er aufhört, notfalls per Hand am Maul unterstützt. Natürlich ganz großes Lob, wenn er dann die Klappe hält!
    Sobald er das kapiert hat, kannst du dann das "Aus!" einfordern - damit hab ich bei solchen Quirlen gute Erfahrungen gemacht.

    Ich würde das nur erwägen, wenn der Schäferhund ein besonders gelassenes, möglichst schon reiferes Exemplar mit viel Erfahrung ausgezeichneter Körperbeherrschung wäre. Also kein verspielter Jugendlicher mehr, kein Rüpel, kein unbeabsichtigt trampeliges Exemplar. Dazu müßte er bewiesen haben ,dass er sehr bedacht mit Klein(st)hunden umgeht.


    Und selbst dann wäre das Risiko noch sehr, sehr groß, vor allem am Anfang. Da mußt du ja zusätzliche zu dem generellen Handicap der Winzigkeit auch noch ins Kalkül ziehen, dass die Hüften eines Welpen noch nicht verknöchert, also extrem empfindlich sind. Ein einziger fröhlicher Pfotenschlag, weil der Zwerg den Großen so animiert hat, ein unabsichtliches Drauftreten, und das war's.

    Mir wäre das viel zu gefährlich, obwohl ich meinen Vierkilo-Welpen von einem Schäferhund quasi habe großziehen lassen. Das war aber auch schon das Doppelte eines erwachsenen Chis, und dazu wirklich ein absolut musterhafter, würdiger, sehr selbstbeherrscher "Ersatzvater".