Beiträge von terriers4me

    "Ein Wolf hat Lämmer gerissen, der Schäfer weint. Lämmer werden zum Schlachthof transportiert, der Schäfer zählt das Geld."

    Komisch, dass bei dieser Parabel vom bösen, gierigen Menschen, der der armen, umschuldigen Wolf ruhig was abgeben kann, immer das eine vergessen wird: Gegen den Tod durch Wolf ist selbst der mieseste Schlachthof eine kuschelige Wellness-Veranstaltung.

    Was die Pferde angeht: Wenn zwei Wölfe dreißig Hannoveraner angreifen und durch die Zäune jagen, wie letztes Frühjahr geschehen, würde ich mich nicht drauf verlassen, dass einer ein paar Pferde in Ruhe läßt.

    Am gefährlichsten ist ja offenbar eh die Panik beim Anhetzen, da sind Pferde nun mal eine Fluchttier-Kategorie für sich.

    Und die halb verhungerte Wölfin mit Welpen wird von ihrem letztjährigen Nachwuchs im Fall des Falles sicher bestens versorgt. Wenn die Rodewalder Wölfe schon wieder große Rinder angehen, ist das Rudel ja offenbar noch beisammen. Und selbst wenn die Jugendlichen schon weg sind, wird sie auch kein Problem haben - die Weiden stehen voller Tiere, und sie weiß ja, wie's geht mit der bequemen Beute. Aber ich nehmen an, der Wolfsrüde wird eh an Altersschwäche sterben, und bis dahin noch eine Menge Nachwuchs zeugen und unterrichten.

    In einem gebe ich dir allerdings recht: Den Rüden allein zu töten, wird da nichts mehr lösen, das ist zu spät. Das ganze Rudel hätte geschossen gehört, bevor die nächsten Welpen da sind und bevor der auf Weidetiere spezialisierte Nachwuchs eigene Rudel gründet.

    Das kann ich leider nur unterschreiben - verfeindete Hündinnen sind wirklich das Fieseste, was es gibt. Was das so besonders unheimlich macht, ist die absolute Zielstrebigkeit, mit der die versuchen, die Kontrahentin zu töten - und zwar bei jeder Gelegenheit ,die sich bietet.

    Ich fürchte, der alten Hündin der TS steht ein schlimme letzte Lebenszeit bevor. Selbst wenn die beiden rund um die Uhr getrennt sind (und nochmal: wenn das nicht passiert, werden sie sich beim nächsten Durchgang umbringen), weiß die Schwächere natürlich genau, was da Sache ist und dass die Feindin, die ihr nach dem Leben trachtet, immer nahe ist.

    Ein Riesenstreß und eine ganz blöde, verfahrene Situation.

    Das ist wirklich traurig einfach: Soweit, wie es jetzt gekommen ist, gibt es kein Zurück und kein Managen mehr. Es ist zu spät. Wenn ihr die Hündinnen jetzt nicht ständig trennt, wird die Schwächere totgebissen werden - und zwar bald.

    Ich fürchte ja. Anders wüßte ich den Zustand nicht zu umschreiben, in den meine Hündin nach ihrer plötzlichen Erblindung geriet. Der gerade noch quirlige und terrierlebhafte Hund lag wochenlang nur apathisch im Körbchen, Kopf weggedreht, interessierte sich für nichts mehr und mußte regelrecht dazu gezwungen werden, noch irgendwie Anteil am Leben zu nehmen.

    In dem Maße, in dem sie lernte, mit der Erblindung klar zu kommen gab sich das wieder - aber diese Anfangsreaktion könnte ich nicht anders beschreiben als: tief depressiv.

    Ach was, ich denke, da kannst du dich wirklich beruhigen. Wenn ein Hund in dem Babyalter mal ausrastet, bedeutet das noch lange keine düstere Zukunft. Das bedeutet einfach, dass er einen Mordsschrecken bekommen hat. Und du wahrscheinlich auch, was die Sache nicht besser gemacht hat.

    Das wird schon, vor allem, wenn ihr nächstes Mal wieder seine vertraute TÄ habt und in Zukunft ein bißchen übt. Wie gesagt: Ihr habt doch noch alle Zeit der Welt!

    Du kannst da tatsächlich auch selbst was tun, um alles für euch zu entstressen. Das Stichwort ist ja schon gefallen: medical training. Üb mit dem Hündchen einfach sehr spielerisch und nett, dass es sich überall anfassen läßt, auch mal mit ein bißchen festerem Druck wie beim Abtasten, dass es die Pfoten gibt und dich daran manipulieren läßt, dass du die Zähne ansehen und dafür das Maul aufmachen kannst - all das eben.

    Ihr habt dafür ja alle Zeit der Welt, und mit Geduld und tollen Belohnungen kannst du das prima als spannendes neues Spiel verkaufen. Das macht es nicht nur leichter für Tierarzt und Hund, es gibt dir auch ein ganz anderes "standing" dem TA gegenüber. Wenn du weißt, dein Hund kann sowas und reagiert nicht mehr total überrascht, bleibst du auch viel ruhiger und lässt dich nicht mehr so leicht überrumpeln. Was wiederum den Hund beruhigt...und so weiter.

    Vielleicht ist das noch interessant für euch:

    Was Hunde können sollten: Wunschzettel eines Tierarztes - Ulm / Neu-Ulm - Kleintierpraxis Ralph Rückert

    Airedale Terrier. Der ideale, perfekte Allrounder. Kann wirklich alles, mit dem zusätzlichen Sahnehäubchen, dass er bei guter Pflege nicht haart. Meiner war als Reitbegleithund und auch sonst ein absoluter Traum.

    Ist allerdings total aus der Mode (möge es ewig so bleiben!), als cooler In-Hund wird der also nicht laufen.

    Wir sind doch schon wieder päpstlicher als der Papst. Wir haben nicht Wölfe (was wahrscheinlich in ein paar passenden Habitaten null Problem wäre), nein - wir haben gleich wieder die größte Wolfsdichte Europas. Weil wir die tollsten Schützer überhaupt sind, und sch*** auf die Folgen.

    Das war das, was ich oben mit übersättigter Wohlstandsgesellschaft meinte. In Zeiten, in denen jedes einzeln Weidetier noch wirklich wichtig für die menschliche Ernährung war, hätte man das wohl ein bißchen anders geregelt. Aber wir können es uns ja leisten, Lebensmittel en masse wegzuwerfen bzw. an die Wölfe zu verfüttern. Ich mag da altmodisch sein, aber ich finde das ziemlich fragwürdig und enorm respektlos den Tieropfern gegenüber.