Beiträge von terriers4me

    Inwiefern? Durch welche Veränderungen soll der Mensch denn so besonders profitieren - dadurch, dass Tiere generell nur noch in Hallen und Hochsicherheitstrakten gehalten werden können?

    Anders gesagt: Was erhebt den Wolf über Rotwild, Wildschwein, Fuchs & Co, dass ihm jeder Lebensraum um jeden Preis zugestanden werden und jedes Opfer für ihn gebracht werden muß?

    Was die Machbarkeit von Herdenschutz angeht: Hier spricht ein Profi, ein echter:

    https://www.hersfelder-zeitung.de/lokales/schenk…OZYhNU5P5sqZQcM

    Da bleibt nur noch hinzuzufügen: Hier in Niedersachsen hat es auch schon einen Riß aus einer behirteten Herde gegeben, praktisch direkt neben Schäfer und 3 - drei! - Hunden.

    https://www.agrarheute.com/landundforst/b…imension-548024


    Also haben, wie ich vor ein paar Seiten geschrieben habe, tatsächlich ALLE Schutzmaßnahmen schon versagt, weil den Wölfen jeder Scheu und jeder Respekt vor dem Menschen immer mehr abhanden kommen. Da bleibt schlicht nur noch der Weg der Bestandsregulierung per Abschuß, wenn die Weidewirtschaft - seit Jahrhunderten die Grundlage unserer Landschaften - nicht auf der Strecke bleiben soll.

    Und, nochmal ganz langsam zum Mitschreiben: Wenn ich "Regulierung" schreibe, meine ich genau das - nicht Ausrottung.

    Obwohl meiner Erfahrung nach im Falle einer Krankheit gerade diese schlauen Hunde erstaunlich "einsichtig" sind. Wenn's mir mal dreckig geht ,merke ich von dem kleinen weißen Geschoß absolut nichts. Das hat sie schon als Welpe so gehalten, ihre Vorgängerin genauso. Die lagen einfach mucksstill, notfalls mit im Bett, und pennten sich über die Zeit - um dann allerdings resolut die verdiente Entschädigung einzufordern, sobald es mir besser ging. Es sind einfach ganz tolle und verblüffend situationseinsichtige Hunde, die dafür um so mehr ein "faires" Leben verdient haben.

    Bei Isländern ist uns in gut 40 Jahren noch keine Stute unter der Geburt draußen "verreckt". Die einzige, die es schwer hatte war ausgerechnet die, die wir aus übertriebener Vorsicht bei ganz miesem Wetter reingeholt hatten, in einen vertrauten Stall übrigens.

    Stuten ,die man zum Abfohlen reinholt, haben sehr viel mehr Probleme als solche auf der Weide, Fohlen ebenso - das kann ich dir nach Jahrzehnten Pferdezucht aus Erfahrung sagen. Ist eigentlich auch logisch: Für die Stute entfällt die Möglichkeit, sich vor der Geburt und unter den ersten Wehen ruhig zu bewegen, um das Fohlen zu positionieren. Das tun sie fast alle, im Stall wird daraus ein nervöses Kreisen und Scharren ,das den Streß höchstens verstärkt.

    Zweitens wird der Geburtsstreß im Stall massiv verstärkt, zumal, wenn die Stute sonst frei lebt. Instinktsichere Stuten möchten sich den Platz zum Abfohlen selber wählen und fühlen sich da dann auch sicher und geborgen - allein und zurückgezogen oder auch mal inmitten der Herde. Bannst du sie an einen Fleck, werden viele nervös, was dem Geburtsverlauf auch nicht förderlich ist.

    Drittens bietet die Weide für das neugeborene Fohlen einen großen Vorteil: eine Keimfreiheit, die du im Stall nie erreichen wirst. Dazu sofort die Möglichkeit, bald die Beine und Lungen auszuprobieren, wie es ein Fluchttier nun mal tut, ohne überall an eine Stallwand zu stoßen.

    Natürlich leiden instinktsichere Pferde wie Isländer da ganz besonders, aber ich habe es auch bei Hannoveranern so erlebt: Je mehr Bewegungsfreiheit für die Stute, desto schneller und einfacher die Geburt. Und was die Fohlen selbst angeht: da gab es mal eine holländische Studie, in der nachgewiesen wurde, dass selbst kurze regelmäßige Stallzeiten (wie nächtliches Einstallen) negative Auswirkungen auf Gelenke und Lunge haben.

    Wenn auch das Entnehmen von auffälligen Einzeltieren wirklich "nichts nützt" (alle bisherigen Herdenschutzmaßnahmen sind ja im Ernstfall schon gescheitert) heißt das im Umkehrschluß doch nichts anderes als: Dieser Lebensraum ist für Wolfsrudel schlicht nicht geeignet.

    Ich hab mir gerade aus Neugier die Seite eines Züchters angesehen. Angegeben wird da eine Lebenserwartung von 8-10 Jahren. Die verstorbenen eigenen Hunde waren 7,4,2 und 5 Jahre alt. Wenn man dann noch bedenkt, dass das Zuchttiere oder potentielle Zuchttiere gewesen sein sollten, also Tiere, die besonders gute und eigentlich auch fitte Rassevertreter sind, ist eine Lebenserwartung von durchschnittlich 4,5 Jahren schon erschreckend.