Beiträge von terriers4me

    Nein, das muß nicht so sein. Nicht jedes Rudel verhält sich gleich, es sind ja keine programmierten Roboter.

    In unserem unmittelbaren Umkreis gibt es ein Wolfsrudel das, obwohl es seit 2014 ununterbrochen auf Wildkameras zu sehen und beim Heulen zu hören ist, sich so diskret verhält, dass es noch nicht mal "offiziell" anerkannt ist. Und das, obwohl die Kopfstärke (nach Wildkamerafotos) zeitweise zehn Tiere betrug. In diesen Jahren haben die, soweit ich weiß, ganze vier Schafe gerissen, leben ansonsten von Wild und sind sehr scheu. Das wären genau die Wölfe, denen ich liebend gerne Reviere freischießen würde.

    Ich mußte meinen ausgewachsenen Airedale mit einer schweren Vergiftung wochenlang über die Treppe tragen, das war schon hart an der Grenze. Der Hund war vier Jahre alt und bis dahin kerngesund gewesen.

    Die Nachfolgerin erwischte dann eine extrem seltene Nebenwirkung der Kastration, sie wurde schlagartig blind. Auch die mußte ich ein halbes Jahr, bis sie sich umgewöhnt hatte, immer wieder tragen, vor allem über unbekannte Treppen. Dieser Hund war acht, ebenfalls bis dahin gesund gewesen und hatte bis zum ende einen spitzenmäßig fitten Bewegungsapparat.

    Auch so kann's gehen, viel schneller, als man denkt - ich hab mir danach jedenfalls geschworen ,dass mit kein Hund mehr ins (treppenreiche)Haus kommt, den ich nicht bequem tragen kann. Worüber ich schon sehr froh war, als sich mein jetziger Terrier mit anderthalb eine Sehne anschnitt und ebenfalls auf Trageservice angewiesen war.

    Ganz so selten ist das also nicht und wäre für mich ein sehr ernsthaftes Argument gegen einen großen Hund in einer hochgelegenen Wohnung.

    Es geht jetzt ja vor allem darum, dass das Hündchen eine symbolische Grenze rund um die Hühner zu akzeptieren lernt, jetzt erstmal (mit Leinenhilfe!) den Zaun, später dann das bloße Wort.

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    Hier haben wir einen Schnappschuß aus den Anfängen der Hühnerhaltung: Hund hat an der Leine das "Nein!" zum In den Zaun-springen gelernt und ist jetzt immerhin soweit, den Zaun als feste Grenze zur verlockenden Beute zu akzeptieren. Ich würde zwar wetten, dass er immer noch denkt "Wenn ich doch bloß könnte, wie ich möchte...!" aber das Tabu sitzt schon mal. Bis zum Akzeptieren ohne Zaun war's dann auch nicht mehr weit.

    Geht mir genauso. Und was die sachlichen Informationen angeht, mag ich Websites wie diese...

    http://www.rednock.com/

    ...auf denen man sich bei den Zuchttieren sogar noch ganz weit rückwärts ins Pedigree klicken kann. Finde ich -zigfach spannender, ansprechender und auch verlockender als irgendwelchen rosa Kitsch. Was ich darüberhinaus wissen möchte, kann ich dann beim Züchter ganz gezielt erfragen.

    Ist schon klar, dass man sowas für TS-Hunde nicht so erstellen kann, aber sachliche, wirklich weiterhelfende Informationen gibt es da doch sicher auch. Das wäre dann das, was mich, suchte ich einen Hund, zumindest ernsthaft interessieren würde, während ich bei allem "Uschihaften", egal, von welcher Seite es kommt, sofort die virtuelle Biege mache, weil ich es einfach nicht als seriös ansehen kann. Ist wahrscheinlich einfach Geschmackssache.

    Und das aller- allerschlimmste ist für mich, wenn Halter als "Mama" bezeichnet werden wie im Ausgangstext, und der Hund möglichst noch als "mein Baby". Wie gesagt: das fällt für mich schon unter Konrad Lorenz' Begriff von "sozialer Sodomie", und ich könnte mich schütteln.

    Ich glaube, am meisten deswegen, weil es dem Tier so jede Würde nimmt. Statt es zu akzeptieren als das, was es ist, ein in sich perfektes, großartiges Tier nämlich, wird es zum zweitklassigen Menschen degradiert, nur um eigene Sehnsüchte zu bedienen. Schauderhaft.

    Keine glitzernden Herzchen, keine Einhörner, keine gaaaaanz große Liebe und keine Welpen in güldenen Bettchen....

    Nein, im Ernst: seht euch mal die Seiten diverser Mopszüchterinnen an, da kriegt man Brechreiz und Augenkrebs gleichzeitig. Die vermenschlichen auf haargenau dieselbe Weise wie der Ausgangstext. Für mich ist sowas ein klares: Rette sich, wer kann - die Hunde können es ja leider nicht!

    Nun ja, mein sehr jagdtriebiger Jagdhund lebt auch friedlich mit den Hühnern, aber das hat einiges an Training gekostet und fällt dem Terrier auch noch nach sechs Jahren manchmal sehr schwer.

    Vom Welpen einer entsprechend veranlagten Rasse kannst du so viel Selbstkontrolle einfach noch nicht verlangen. Huhn, ganz nahe vor der Nase gackernd und flatternd, ist für einen Hund einer der heftigsten Bewegungs/Jagdreize überhaupt. Da helfen erstmal nichts als ein anständiger Zaun oder eine Leine, bis dem Welpen das Tabu ganz klar ist. Und selbst dann ist noch lange dauernde Vorsicht geboten.

    Ach ja, und das Wichtigste: Nimm das von Anfang an ernst. Wenn der Welpe erstmal ein Erfolgserlebnis hatte - und dafür reicht eine nette kleine Hetze - wird es richtig schwierig.

    Das wird hier genauso akzeptiert werden wie tote Fohlen: achselzuckend. Etwa so: Wolf ist nun mal Natur, also heilig, was immer er auch anrichtet. Kann ja keinen Spargel stechen, das arme Tier, und was müssen sich die Hunde auch in seinen Weg stellen? Da kannste nix machen, und wer Tiere draußen hält, muß das Risiko halt tragen und soll dann nicht rumheulen. So läuft die Argumentation jetzt schon, so wird sie weiterlaufen - egal, wer gerissen wird.