Beiträge von terriers4me

    Ich hab mir von vornherein einen Hund ausgesucht, der in mein Leben paßt - handlich, rundum praktisch, sehr anpassungsfähig und witzig. Das einzige, was ich extra für den Hund einplane, ist der tägliche Spaziergang mit Möglichkeit zum Auslaufen und Hundetreffen. Ansonsten lebt er einfach mit, liegt unter dem Schreibtisch, hilft im Garten, bewacht stolz die Hühner ,kam früher mit zum Pferd und fährt mit uns in den Urlaub - einfach ein völlig normales Leben, und der Hund ist mit von der Partie.

    Ich kenne mehrere schöne Gartenlokale, wo man früher mit Hund absolut nett behandelt wurde, die inzwischen dank dieser "ist mir doch egal"-Typen totales Hundeverbot haben. Vielen Dank auch!

    Was das Bellen generell angeht, würde ich erstmal, wie schon zigmal gesagt, den Hund noch nicht mit vollem Programm, oder vielmehr: vollem Lokal stressen.

    Stattdessen würde ich erstmal zuhause üben, das Bellen generell unter Kommando zu stellen, also mit einem "Gib Laut!"-Signal, wenn ihr seht, er will gerade anfangen, und einem "Schluß!" zum Aufhören. Dann kann man das Aufhören nach und nach einfordern, notfalls erst mit einer über den Fang gelegten Hand, und reichlich Anerkennung hinterher. Wenn du dann das Schluß-Kommando gibst, weiß der Hund schon mal, was gemeint ist.

    Das würde ich dann langsam steigernd weiter ausbauen, in immer etwas unruhigeren Situationen....und so weiter, wie man eben ein Kommando bis zur Alltagstauglichkeit übt.

    Dabei ist der Aufwand "nur für einen Hund" ja oft noch gering, gemessen daran ,was manche mit ihren Autos treiben. Oder für Urlaube, Klamotten und andere Hobbys ausgeben. Warum soll man ausgerechnet da ein schlechtes Gewissen haben, wo's einem Lebewesen zugutekommt und niemandem schadet?

    Wobei ich da schon unterscheide: Ich hab null Probleme damit, den Tierarzt für ein krankes Huhn zu holen, finde es aber dekadent, an einen gesunden Hund Fleisch zu verfüttern ,das auch Menschen essen könnten. Obwohl letzteres preiswerter ist - aber da sehe ich die Grenze zwischen "muß für das Tier sein" und übertriebenem Luxus.

    Ich glaub, das ist weniger eine Frage der Größe als der allgemeinen Sensibilität. Meine beiden Russellhündinnen waren nicht nur gleichrassig, sondern sogar eng verwandt. Die erste war katzengeschickt und bewegte sich ohne je anzustoßen durch den Alltag. Selbst als Blinde war sie da noch erstaunlich.

    Die zweite hat zwar wenn es darauf ankommt, eine verblüffende, athletische Körperbeherrschung, ist aber im Alltag eher wurschtig. Wenn sie mal anstößt, mit mir zusammenrumpelt oder hinfällt, weil sie sich überspringt, so what? Das nervt offenbar nur mich, dem Hund ist das egal. Das scheint einfach drinzuliegen - sie kann atemberaubend geschickt sein, hält das aber nicht immer für nötig.

    Bestimmt nicht nur einer - aus Lüllau hab ich schon vor Jahren gehört, dass die Wölfe da im Wald Rudelheulen veranstalten. Die ersten Sichtungen waren 2014, und wenn es vor zwei Jahren zehn Tiere waren, dann darf man sich natürlich auch fragen, ob es heute nicht schon zwei Rudel in der Ecke gibt. Irgendwo müssen die Jungen ja hin, und Spuren sind ja offenbar reichlich?

    Aber wie Chris schon schrieb - mit Transparenz haben es die Behörden bei dem Thema offenbar nicht - offiziell gibt es hier auch nach fünf Jahren noch keine Wölfe. Und inoffiziell jagen die genau auf den Seevewiesen, auf denen wir früher unsere Ponys stehen hatten - damit würde ich mich heute nicht mehr so richtig wohlfühlen.

    Ach ja, nicht zu vergessen: die rassetypische Tendenz zu jägerischen Erdarbeiten war auch sehr früh da. Hier ist sie dreieinhalb Monate alt und hinter einem Maulwurf her - das sprichwörtliche "dig to China":

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    Meine Terrierhündin ist schon mit voll entwickeltem Jagdtrieb aus der Eihaut gekrochen - da war nix mit "kommt später". Lieblingsbeute sind Katzen, Rehe und vor allem Wildschweine.

    Ist aber alles gut handelbar, einmal, weil sie mangels Praxis nur auf Sicht jagt und sich von Spuren, die sie deutlich anzeigt, zuverlässig abrufen läßt. Zum anderen, weil sie ein kooperativer und weicher Hund ist. Sehe ich die Beute zuerst, kann ich sie mit einem "Sitz!" gut stoppen und greifen. Springt uns allerdings was unverhofft in den Weg, ist sie weg.

    Insofern ist in fremden und unübersichtlichen Gegenden die Leine unser bester Freund. Finde ich auch nicht weiter stressig, ich wußte ja, was auf mich zukommt, und es gibt genug Ecken, wo sie frei toben kann.

    Ich finde es mit weitem Abstand am moralischsten, einen Hund bei einem guten (!!!) Züchter zu kaufen. Da ist nämlich - und das ist für mich der Idealfall - Tierschutz überflüssig, weil der Welpe und dessen Verwandtschaft gleich artgerecht gehalten werden.

    Mit anderen Worten: Mein Geld da zu lassen, ist nachhaltig, weil es für die Hunde wirklich Gutes tut, und ich das kontrollieren kann. Mit Sicherheit effektiverer Tierschutz, als es im inzwischen unübersehbaren AuslandsTS-Dschungel zu lassen und letztlich nur Platz für neues Elend freizukaufen.

    Trotzdem bin ich inkonsequent genug, mich sehr über jeden Hund zu freuen, der einen guten Platz findet und würde nicht mal im Traum daran denken, jemanden anzuzicken ,der einen Hund "rettet". Wenn alle glücklich werden, ist das doch super, und ganz für mich ausschließen würde ich das auch nicht.

    Daher reagiere ich wirklich allergisch auf Leute, die meinen, sich selbst mit der Anschaffung/Vermittlung eines TS-Hundes auf eine moralisch höhere Ebene gestellt zu haben, sich selbst als Maß aller Dinge sehen, und andere, die andere Wege gehen, von oben herab mit ihrem Gutmenschentum unter Druck zu setzen versuchen - so, wie im Eingangstext.

    Optisch sieht der aus wie ein nicht so ganz gelungener Doggenmix oder eine nicht ganz rassetypische Deutsche Dogge, sowas kriegst du mit Sicherheit auch hier, nur kupieren darfst du's natürlich nicht.

    Über den Charakter ist ja schon alles gesagt: der würde dir mit Sicherheit eine sehr enge, intensive Bekanntschaft zu diversen Ämtern und der Polizei einbringen. Tierarzt dagegen wird dein guter Freund, mit richtig fetten Rechnungen für all die Gesundheitsprobleme. Und über Treppen helfen müssen möchte ich so einem Brocken auch nicht.

    Insgesamt: Ganz interessant als Kuriosität zum Kopfschütteln, aber nicht gerade das, was ich mir unter cooler, entspannter Hundehaltung vorstellen würde.