Beiträge von terriers4me

    Wann, wo und wie kann das Hündchen denn auch mal das Temperament rauslassen, das dieser Mix nun mal mitbringt, so dass es sich anschließend wirklich entspannt?

    Wenn es euch auffordert, ignoriert ihr es. Wenn es draußen gerade auf Betriebstemperatur ist, ist der Spaziergang vorbei, und es wird eingesperrt - und das sechsmal am Tag? Allein das dürfte schon reichen, einen jungen Hund völlig kirre und drüber zu kriegen: sechsmal Erwartung, sechsmal Adrenalin - und dann soll es sechsmal sofort Ruhe geben, wenn es gerade warm geworden ist. Das bewirkt genau das Gegenteil: Frust und eine ewige "Wann geht es wieder los?!"-Erwartungshaltung, aus der der Welpe nicht rausfindet.

    Mit meinem Terrier hab ich in Welpenzeiten (von kurzen Entsorgungstrips abgesehen)täglich einen langen, ruhigen Spaziergang gemacht, ohne Leine, mit viel Weltentdecken und viel gemeinsamem Sitzen am Waldrand oder auf der Wiese, und auch mal gut Rennen und Buddeln. Wenn der Hund dabei müde wurde, hab ich ihn halt getragen, das geht bei so Zwergen ja leicht.

    Danach war dann zuhause Ruhe, weil das Hündchen einmal einfach "ausgearbeitet" und entspannt war, zum anderen aber auch wußte, dass es nicht mehr auf die nächste Spaziergangs-Chance zu lauern brauchte. Hätte ich die Kleine sechsmal am Tag kurz aufgedreht, wäre sie vermutlich irgendwann die Wände hochgegangen.

    Um ehrlich zu sein: Mir war kotzschlecht und ich hab am ganzen Körper gezittert - ich war 14 und hatte sowas noch nie mitgemacht. Am schlimmsten war der Geruch. Ein bißchen hab ich mich später dran gewöhnt, aber nie wirklich. Es stand mir immer schrecklich bevor, und ich war heilfroh, wenn das Tier tot und damit da Schlimmste überstanden war. Ich bin aber dennoch sehr dankbar dafür, zu dieser Erfahrung gezwungen worden zu sein und wirklich zu wissen ,was dranhängt, wenn ich Fleisch esse. Seitdem weiß ich es absolut zu schätzen und betrachte es bis heute als Extra, nicht als Alltagsessen und erst recht nicht als selbstverständlich.

    ich weiß aber auch, dass meine Tötungshemmungen sehr ausgeprägt sind - selber zustechen können hätte ich niemals. Da würde ich echt Vegetarier werden. Insofern gehöre ich zu denen, die sehr dankbar sind, dass einem das abgenommen wird. Und ich würde nie auf die Idee kommen, Jäger oder Schlachter für generell böse zu halten, im Gegenteil: Ich hab da echt Respekt.

    Die Kinder meiner Nachbarin sind mit einem ziemlich gleich alten Labrador aufgewachsen, der gleichzeitig das Freizeithobby der Mutter war, die ihn zum Rettungshund ausbildete. Das lief absolut super - wenn's also jetzt ein Hund sein muß, und du dir wirklich über die Anforderungen im Klaren bist, würde ich auch für einen Labbi plädieren.

    Die sind groß, stabil, standfest und auch gutmütig und büffelig genug, um mit Kleinkindern klarzukommen. Du kannst ihnen eine Menge beibringen. Und in Schwarz würde so einer sicher auch für deinen Mann "machohaft" genug aussehen?

    Aber du must dir schon wirklich darüber im Klaren sein, dass die Arbeit an dir hängenbleiben wird - und dass das mit Baby sicher nicht zu unterschätzen ist.

    Warum haben wir diese Reaktion der Orga irgendwie erwartet?

    Eigentlich ist zu dem Thema alles gesagt, nur noch eine inständige Bitte: Laß den armen, armen Hund den Horror nicht entgelten, in den er da geraten ist. Du hast dir das mit Sicherheit auch ganz anders vorgestellt, aber du hattest immerhin eine Wahl. Das Tier hatte keine.

    Dir einen Hund zu wünschen, der Spaß macht, ist auch dein gutes Recht - genau dafür hält man ja Hunde!

    Du hast nur an der absolut falschen Stelle gesucht. Statt eines netten Hundes einer nicht so anspruchsvollen Rasse, den du beim Züchter oder sogar im seriösen Tierschutz sicher bekommen hättest, hast du nun quasi ein erwachsen gefangenes und eingesperrtes Wildtier im Haus.

    Ich glaube, ich sag's nochmal deutlicher: Gib den armen, armen Hund zurück und laß den Verein die Suppe auslöffeln, die er eingebrockt hat. Ein Hund mit solcher Vergangenheit gehört in sehr erfahren Hände und möglichst auch in ein geeigneteres Umfeld als nur eine Wohnung. Und trotzdem kann es sein, dass er nie glücklich wird. Da bist du als Anfängerin mit nach einem Monat schon dünnen Geduldsfaden einfach überfordert. Und der Hund erst recht.

    Mit Tierschutz hat sowas echt nichts zu tun, das ist blanke Grausamkeit gegenüber dem Hund. Und dir gegenüber ebensowenig fair - ich kann mir nicht vorstellen ,dass du dich mit der Situation gerade sehr wohl fühlst?

    Du siehst ja, dass Maßregeln eh nichts bringt. Der Hund weiß einfach nicht ein noch aus vor Angst, und Hundeschule wird da eher nichts bringen - das ist nur noch mehr Streß. Du (oder vielmehr der Verein, der dir diesen Hund aufs Augen gedrückt hat) hat da praktisch ein wildlebendes Tier eingesperrt, und das ist dafür natürlich nicht "dankbar", sondern, wenn du schon vermenschlichen willst, völlig verzweifelt.

    Da seit ihr beide fürchterlich reingefallen, aber der Hund ist schlimmer dran. Der versteht absolut nicht, was für eine Welt das ist und besteht gerade nur aus Angst. Ich würde mir an deiner Stelle sehr genau überlegen, ob ich so einer Aufgabe gewachsen bin.

    Das ist leider kein Blödsinn, das ist bitterer Ernst: extremer Streß in einer Umgebung, die ihr rundum nichts als Angst macht. Und dass dich das (verständlicherweise!) nervt, ist ein Teufelskreis: deine Reaktion bestätigt sie in ihrer generellen Angst und macht alles schlimmer und schlimmer.

    Tierschutz fatal. Das wird dich wahnsinnig Zeit und Geduld kosten, und es kann gut sein, dass sie sehr ängstlich bleibt. Bist du wirklich bereit, mit so einem Hund zusammenzuleben - viele Jahre lang?