Beiträge von terriers4me

    Da wäre ich lange größenwahnsinnig gewesen, so nach dem Motto: Wenn ich Pferde jeder Größe/einen kernigen Vierzigkilo-Schäferboxer/einen Doggerich über Gehorsam und Technik gehalten bekommen habe, kriege ich das schon hin.

    Sehe ich inzwischen auch anders, zumal nach einem Glatteis-Winter mit zappeligem Russell an der Leine. Da war ich nur froh, froh und nochmal froh, dass da keine vierzig Kilo an mir zerrten.

    Ja, das ist leider wirklich wichtig. Meine prachtvolle Airedalehündin wurde ja vergiftet, und nachdem ich sie fast zwei Monate immer wieder hatte tragen müssen, war mir auch sehr klar, dass es da Grenzen gibt.

    Generell heißt "als Welpe im Bett" nicht "immer im Bett". Die Hunde suchen sich oft von selbst einen anderen Schlafplatz, wenn sie älter und selbständiger werden und nicht mehr so aufs Kontaktliegen angewiesen sind.

    Nö. Mir geht es eher umgekehrt, auch wenn ich mir regelmäßig schwöre, dass der nächste Hund wieder groß und bequem im Handling wird. Ich weiß jetzt schon, dass ich das eh nicht schaffen werde. Nach dem Umstieg von "normalen" größeren Hunden auf den Russell war ich eine Woche lang im Kulturschock - und dann von dieser unglaublichen, verrückten Schlauheit so angefixt, das ich nie wieder losgekommen bin.

    Als diese Hündin dann tot war, hatte ich ganz ehrlich vor, mir wieder einen vernünftigen, "normalen" Hund anzuschaffen. Aber ich habe es nicht geschafft, weil mir einfach was gefehlt hätte.

    Offenbar bin ich da ein hoffnungsloser Fall, und das berühmte Mantra "Ichwolltejaeinenterrierichwolltejaeinenterrierichwollteja....." kann ich nach zwanzig Jahren richtig gut.

    Auf die Lösung ist meine vorherige Russellhündin gekommen, nachdem sie erblindet war. Die hat mich mit einem kurzen, fordernden "Waff!" quasi zum Servicepersonal gemacht: heb mich auf meinen Stuhl am Ofen, heb mich runter, hilf mir, ich hänge in der Ecke fest...und so weiter. Ich war da wirklich perfekt trainiert.

    Nüchtern betrachtet war das eine phänomenale hündische Problemlösung, der Hund war jung, ortsfremd und hatte keinerlei Erfahrung mit Steilhängen. Rannte also erstmal oben winselnd auf und ab, während ich unten rief.

    Und dann auf die Idee zu kommen, in Gegenrichtung einen Riesenumweg zu laufen, um auf den Weg zu kommen, den wir gekommen waren ,war schon verdammt genial. Dafür muß sie schon ein bißchen abstrakt gedacht haben, und das in so einer Streßsituation.

    Ich hab mir unten allerdings fast einen Herzstillstand eingefangen, als sie sich plötzlich von der Kante abdrehte und einfach verschwand. Und als ich dann panisch Richtung Dorf zurücklief, kam sie irgendwann von vorn angerast, die Nase tief auf unserer Spur vom Hinweg.

    Diese Fähigkeit zu überraschend kreativer Problemlösung finde ich sehr terriertypisch. Ist oft toll zu beobachten, kann einen allerdings vorzeitig altern lassen.

    Ich hab mal irgendwo den schönen Spruch gehört :"Die oberste Pflicht des Russellhalters ist es, ständig auf seinen Hund aufzupassen - die blöden Viecher selbst tun's ja nicht."

    Läßt sich offenbar ausweiten.....LOL

    Steilküstenerfahrung haben wir hier auch, nur andersrum: Terrier ist mal auf Rügen praktisch senkrecht hoch. Ich hatte sie unten laufen lassen, weil ich dachte, da kommt kein Hund hoch. Ich hätte es besser wissen sollen. Terrier traute sich dann (klugerweise) nicht wieder runter und raste einmal ums ganze Dorf, um auf den Weg zu mir runter zu kommen. Das alles im Raketentempo. Trotzdem hab ich unten einiges an grauen Haaren bekommen, weil ich dachte, der Hund wäre weg und natürlich nicht hinterherkonnte - bis er dann breit grinsend auf dem Weg angerast kam, den wir gekommen waren.

    Das war schon verdammt clever gedacht und blitzschnell umgesetzt - aber sowas muß man im Urlaub echt nicht haben.

    Von bisher acht Welpen haben die meisten im Körbchen im Schlafzimmer geschlafen, der letzte (kleine) im Bett. Stubenreinheit war da auch ohne Box nie ein Thema, man hat das Gekraspel im Körbchen immer gut gehört, sobald der Zwerg wach wurde.