Vielleicht - und das ist jetzt nur ein Viellicht - reglementierst du generell zu viel, aber das an der falschen Stelle? So, dass sich dein Einfluß sozusagen abnutzt, weil du dich dauernd einmischt? Viele Hunde resignieren und funktionieren dann, aber cleverere Typen lernen, sowas gepflegt zu ignorieren (ähnlich wie Pferde, die ständig zugelabert werden), und irgendwann untergräbst du damit deine Autorität. Kann Hunter, dem du ja viel Selbstbewußtsein zuschreibst, auf so einem Weg sein?
Ich hab in vielen Jahren mit Mehrhundegruppen gelernt, da Prioritäten zu setzen, die dann aber auch konsequent durchzuziehen. Sprich: In die Alltags-Interaktion mische ich mich kaum ein. Ich traue erwachsenen Hunden nämlich tatsächlich zu, ihr Zusammenleben selbst zu regeln. Wer also wo liegt, vor wem aus der Tür geht und wann atmet, ist mir echt latte. Und wenn mal geknurrt wird, ist das in Maßen(!) auch ok.
Dafür bestehe ich aber gnadenlos konsequent darauf, dass jede Ressource jederzeit mir gehört, sprich: dass ich jedem das Kauteil wegnehmen kann, wenn's genug ist. Dass ich Aufmerksamkeit kriege, wenn ich sie will, und dass mir ausgewichen wird, wenn ich einen Platz haben möchte. Ferner gilt die Regel, dass Mitbewohner nicht ernsthaft belästigt oder, im Fall der Hühner, angegangen werden. Man kriegt ja, wenn man oft mehrere Hunde um sich hat, einen sehr guten Blick dafür, wann sich dieses "ernsthaft" anbahnt, und dann reicht meist noch ein deutliches "Hey!"
Was ich eigentlich sagen will: Ich geb mir immer Mühe, meine Energie und die Aufmerksamkeit der Hunde nicht auf Nebenschauplätzen zu verschwenden - WENN ich dann aber was verlange, wissen sie auch, dass das Ernst ist.